Lauftreff TV Urbar
320 Kilometer Nonstop über den Rheinsteig
Urbar. Einmal ist keinmal, dachte sich auch Frank Hardt vom TV Urbar und meldete sich Anfang des Jahres noch einmal bei einem der längsten nonstop Läufe Deutschlands, dem WiBoLT, an, bei dem er schon vor 2 Jahren mit Frank Witzler teilgenommen hatte. Der WiBoLT ist ein Nonstop-Lauf über 320 km mit insgesamt 11.700 Höhenmetern, der von Wiesbaden bis nach Bonn über den gesamten Rheinsteig führt. Das Zeitlimit beträgt 90 Stunden. Kürzlich war es dann wieder so weit. Frank stand mit 51 anderen Ultraläufern aus verschiedenen Nationen in Wiesbaden zum Start am Biebricher Schloss. Um 18 Uhr dann der ersehnte Startschuss und das Feld setzte sich in Bewegung. Zuerst verlief die Strecke in Richtung Schlangenbad, hier befand sich nach etwa 17 km der erste Verpflegungspunkt. Die Strecke zog sich weiter durch die Hügel des Rheingaus, bis zum Niederwalddenkmal bei 55 km oberhalb von Rüdesheim. Die Strecke war in ca. 7 Stunden bezwungen. Von nun an ging es, den Rhein zur Linken, bis nach Lorch, das kurz nach Tageseinbruch erreicht war. Die folgenden 30 km bis zum VP Loreley, hatten es in sich. Die tief eingeschnittenen Täler und die Hitze des Tages machten den Läufern zu schaffen. Nach ca. 19 Stunden erreichte Frank Hardt nach 105 Kilometern die Loreley. Hier war ein wichtiger Punkt bezüglich der Cut off Zeit. Wenn man zu spät an diesem Punkt ist, wird man aus dem Rennen genommen. Das Zeitpolster von Frank war im grünen Bereich, sodass er nach einer Pause von 40 min. seinen Lauf fortsetzte. Am Nachmittag war die Hitze fast unerträglich. Die Sonne verwandelte die Anstiege vor den Schieferwänden teilweise in einen Backofen. Wie sich später herausstellen sollte, war etwa ein Drittel der Läufer bereits nach 105 km ausgeschieden. Nach 140 km legte Frank erneut eine Pause ein. Die nun folgenden 90 Kilometer waren ein Heimspiel. Den Rheinsteig von Filsen bis nach Neuwied hatte er schon allzu oft in Trainingsläufen absolviert. „Der Vorteil war, dass mich in der Region einige Läufer vom Lauftreff TV Urbar begleitet haben“, sagt Frank. Bei Pit gab es dann auch noch ein Eisbad vor der Haustüre, der Rheinsteig führt direkt bei ihm vorbei. Am Freitagnachmittag hatte die Wärme noch einmal eindeutig zugenommen. Als dann nachts einige Gewitter die ersehnte Abkühlung brachte, legte unser Ultraläufer noch mal eine letzte längere Pause ein. Die letzten verbleibenden 89 Kilometer sind noch mit sehr vielen Höhenmetern gespickt. Das Schlimmste ist, dass man sich nie auf einen Rhythmus einstellen kann. Es geht ständig auf und ab. Dazu kommt noch der Schlafentzug, der sich am dritten Tag doch bemerkbar macht. Vor zwei Jahren waren die letzten 40 km im Siebengebirge die Härtesten, erinnerte sich Frank. Bei der diesjährigen Ausgabe wurde die Sache durch die Mitläufer auf den letzten Kilometern deutlich kurzweiliger. Nach dem letzten VP in Rhöndorf wurde Frank von einer kleinen Gruppe vom Lauftreff TV Urbar noch mal so richtig gezogen. „Die letzten Kilometer waren schon schmerzhaft“, betonte der Ultra. Nach den letzten verbleibenden 4,5 Kilometern hatte Frank das Ziel vor Augen und finishte diesen Ultralauf in 81:42 Stunden. Am Ende sagt er noch: „Ohne die Unterstützung der einzelnen Personen als Ablenkung und Tempomacher wäre dieser Ultralauf mit ziemlicher Sicherheit noch ein wenig härter gewesen.“ Ein besonderer Dank gilt daher den Mitläufern Peter Stubbe, Mareike Sültz, Almuth Sax, Herbert Goeth, Anja Monreal, Peter Philippi und Rainer Lukas vom Lauftreff TV Urbar, die Frank auf einigen Streckenabschnitten und vor allem den letzten Kilometern begleitet haben.
Nachts mit Begleitung durchs Siebengebirge: Fraggle, Mareike, Almuth, Rainer und Pit.
Verdientes Eisbad für geschundene Füße und Verpflegung für die Ultras.
