WHU Standortwechsel Vallendar
Auswirkungen des WHU-Standortwechsels auf Vallendar und Stadtperspektiven
aus Vallendar
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
die Nachricht über den beabsichtigten Standortwechsel der WHU hat viele Menschen in unserer Stadt überrascht und beschäftigt sie bis heute. Auch für mich als Stadtbürgermeister ist diese Entwicklung völlig neu und von elementarer Bedeutung. Die WHU ist seit über vier Jahrzehnten eng mit Vallendar verbunden und hat unsere Stadt in dieser Zeit maßgeblich mitgestaltet. Dass ich als Stadtbürgermeister von dieser für Vallendar so weitreichenden Entscheidung erst durch die Presse erfahren habe, halte ich für äußerst befremdlich und in keiner Weise angemessen.
Die WHU hat Vallendar weit über die Grenzen unserer Region hinaus international bekannt gemacht. Studierende, Beschäftigte und Gäste aus aller Welt gehören seit vielen Jahren zu unserem Stadtbild. Sie wohnen hier, kaufen hier ein, besuchen unsere Gastronomie und bereichern das gesellschaftliche und kulturelle Leben.
Deshalb ist die Frage nach der Zukunft der WHU in Vallendar weit mehr als eine reine Standortentscheidung einer Hochschule.
Was bedeutet diese Entwicklung für unsere Stadt?
Der angekündigte Weggang der WHU wird erhebliche Auswirkungen auf Vallendar haben. Das betrifft insbesondere den Wohnungsmarkt, unsere Gastronomie, den Einzelhandel und die wirtschaftliche Entwicklung. Auch die künftige Nutzung der bislang von der Hochschule genutzten Gebäude wird uns beschäftigen.
Allerdings sind zum jetzigen Zeitpunkt noch viele Fragen offen. Ich halte es deshalb für wichtig, zunächst die notwendigen Informationen zusammenzutragen und die Folgen sorgfältig zu bewerten.
Wir werden die Entwicklung aktiv begleiten.
Als Stadtbürgermeister habe ich bereits erste Schritte eingeleitet, um die Interessen unserer Stadt frühzeitig und umfassend zu vertreten. Dazu gehören Gespräche mit der WHU, der Verbandsgemeindeverwaltung, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Mayen-Koblenz sowie unseren Vertreterinnen und Vertretern in der Bundes- und Landespolitik.
Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der wirtschaftlichen Bedeutung der Hochschule für Vallendar, den bestehenden vertraglichen Verpflichtungen sowie den Perspektiven für die künftig möglicherweise freiwerdenden Immobilien.
Erste Ideen zur künftigen Nutzung der Hochschulgebäude gibt es bereits aus unserer Bürgerschaft. So hat ein engagierter Bürger vorgeschlagen, in Vallendar einen Hochschul- und Weiterbildungscampus mit verschiedenen Partnern zu entwickeln. Für diese Initiative danke ich ausdrücklich und hoffe, dass sich weitere Bürgerinnen und Bürger mit eigenen Ideen an der Zukunftsgestaltung unserer Stadt beteiligen. Vallendar braucht eine langfristige Perspektive.
Unabhängig davon, wie die WHU weiter vorgeht, müssen wir uns mit der Frage beschäftigen, wie sich unsere Stadt in den kommenden Jahren weiterentwickeln soll. Dabei geht es nicht nur um die Nachnutzung einzelner Gebäude. Es geht um die Zukunft unserer Innenstadt, um Arbeitsplätze, Wohnraum, Einzelhandel, Gastronomie und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unserer Stadt.
Ich möchte deshalb die aktuelle Situation zum Anlass nehmen, gemeinsam mit dem Stadtrat, der Verwaltung, der Wirtschaft und interessierten Bürgerinnen und Bürgern eine langfristige Perspektive für Vallendar zu erarbeiten.
Unter dem Arbeitstitel „Vallendar 2034“ sollen die Herausforderungen und Chancen unserer Stadt systematisch betrachtet und konkrete Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Veränderungen dieser Größenordnung bringen verständlicherweise Sorgen und Unsicherheiten mit sich. Sie können aber auch neue Möglichkeiten eröffnen.
Vallendar ist weit mehr als der Standort einer Hochschule. Unsere Stadt verfügt über eine lange Geschichte, eine attraktive Lage am Rhein, engagierte Vereine, leistungsfähige Unternehmen und Institutionen wie die Schönstätter und die Pallottiner und vor allem über Menschen, die sich mit ihrer Stadt identifizieren.
Ihr Stadtbürgermeister
Wolfgang Heitmann
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Stadtbürgermeister Wolfgang Heitmann Foto: Matthias Brand/Focus Fotostudio