Allgemeine Berichte | 23.10.2017

Förderverein „St. Marien“ Weitersburg e.V.

Beeindruckende Fahrt zum Leuchterschmieden nach Schönwald

Modell der Klosteranlage Maulbronn.privat

Weitersburg. In seiner Sitzung am 9. Mai 2017 hat der Vorstand einstimmig beschlossen, passend zum neuen Leuchter für die Osterkerze nunmehr vier gleiche Leuchter an den Altartisch und zwei größere an den Tabernakel zu beschaffen, damit die gleiche Herstellung gewährleistet ist.

Unser Erster Vorsitzender Gisbert Wüst hatte dazu die Idee, die Herstellerfirma Kunstschmiede Fattler in Schönwald zu besuchen, dort eine Werkstattbesichtigung durchzuführen und gegebenenfalls die Herstellung eines Leuchters zu erleben. Dies könne man mit einer Zwei-Tagesfahrt und entsprechendem Programm verbinden.

Diese Idee wurde im Vorstand positiv aufgenommen, und nach Kontaktaufnahme mit der Firma Fattler hat Gisbert Wüst eine beeindruckende Reise ausgearbeitet, bei der ein Höhepunkt den nächsten ablöste.

So starteten wir mit 41 Teilnehmern am 10. Oktober nach Schönwald, wobei wir auf dem Weg dorthin bereits mehrere hochinteressante Programmpunkte erleben konnten.

Kleines Orgelkonzert des Vorsitzenden

Unsere erste Station führte uns zum Kloster Maulbronn, das zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Während einer Führung durch die Klosteranlage erfuhren wir viele Einzelheiten über die Entstehung und Geschichte des Klosters. Auch erlebten wir hier die erste Berührung mit dem bekannten Dichter Hermann Hesse, der zeitweise das dort ansässige und noch heute aktive evangelische Elite-Gymnasium besuchte.

Und da wir das große Glück haben, dass unser Vorsitzender und Kantor i.R. Gisbert Wüst auch ein exzellenter Organist ist, begeisterte er uns im Kloster mit einem ersten kleinen Konzert an der Grenzing-Orgel von 2013, und zwar mit Johann Sebastian Bachs Präludium in G-Dur sowie Variationen über „Amazing Grace“ von Denis Bédard.

Begegnungen mit Hermann Hesse

Nach einem ausgezeichneten Mittagessen im Gasthof Krone in Ötisheim führte uns der weitere Verlauf durch das schöne Nagold-Tal in die Kreisstadt Calw, dem Geburtsort Hermann Hesses, mit einer ebenfalls interessanten Führung durch die historische mittelalterliche Stadt (unter anderem Hermann-Hesse-Geburtshaus, Hermann-Hesse-Statue auf der Nikolaus-Brücke, Fachwerkhäuser und enge Gassen, Marktplatz, Rathaus). Nahezu die gesamte Innenstadt genießt Denkmalschutz.

Die letzte Etappe des ersten Tages führte uns nach Alpirsbach, wo wir im modern und gemütlich eingerichteten Hotel Rössle übernachteten. Nach einem sehr abwechslungsreichen Abendessen klang dieser Tag bei einem Glas Wein oder dem berühmten Alpirsbacher Klosterbräu sehr harmonisch aus.

Am nächsten Tag erlebten wir nach dem gemeinsamen Frühstück zunächst eine weitere interessante Führung in der Klosterruine Alpirsbach und dort in der Kirche ein weiteres kleines Orgelkonzert von Gisbert Wüst, der uns auf der Orgelskulptur von 2008 mit „Toccata XI“ von Georg Muffat sowie mit einer Fantasie in vier Variationen von „Großer Gott, wir loben dich“ von Carl Sattler erneut begeisterte. Stimmungsvoll war der Ausklang mit einer „Fünften Variation“, in der alle Teilnehmer mit Gesang in das Orgelspiel einstimmten.

Von der Seniorchefin begrüßt

Dann ging es zum endgültigen Reiseziel, der Kunstschmiede Fattler in Schönwald, wo wir zunächst von der Seniorchefin sehr herzlich und in familiärer Atmosphäre begrüßt wurden. Sie erzählte uns sehr anschaulich vom Aufbau des Betriebes und der Betriebsphilosophie ihres für einige Tage abwesenden Ehemannes Manfred Fattler, die sie anhand einiger auf dem Anwesen befindlicher Skulpturen und Darstellungen erläuterte. Mit jedem Satz war erkennbar, wie sie mit Leib und Seele ihre Kunstschmiede liebt und lebt. Die Kunstschmiede Fattler-Design zählt zu den renommiertesten national und international tätigen Kunstschmieden.

Nun gab es einen von der Familie liebevoll zubereiteten Mittagsimbiss im unmittelbar neben dem Betrieb liegenden Landhotel Schweizerhaus, wo wir anschließend bei strahlend tiefblauem Himmel auf der Terrasse die Seele baumeln lassen konnten.

Teilnehmer durften sich als Kunstschmiede versuchen

Dann wurde es spannend: Die Tochter und Geschäftsführerin Bianca Fattler, Kunstschmiedemeisterin, zeigte uns die Werkstatt und auch, welche Fertigkeiten das Kunstschmiedehandwerk abverlangt. Hier durfte sich auch der ein oder andere Reiseteilnehmer als Schmied versuchen.

Bianca Fattler erklärte uns, dass aus betriebsinternen Gründen – entgegen der ursprünglichen Absicht – die Kerzenleuchter für unsere Pfarrkirche „St. Marien“ bereits fertiggestellt werden mussten, sodass wir bei der Herstellung nicht mehr zuschauen konnten. Andererseits hatte diese notwendige Maßnahme für uns aber auch den Vorteil, dass wir die fertigen Leuchter bereits besichtigen und sogar sofort mit nach Hause nehmen konnten. Voller Freude und auch mit ein wenig Stolz wurden die Leuchter dann im Bus verstaut.

Nach einer kurzen Besichtigung der Schönwalder Heilig-Geist-Kirche, in der uns noch einige ebenfalls von Fattler hergestellte Objekte gezeigt und beschrieben wurden, haben wir nach einem herzlichen Abschied die Heimreise angetreten.

Diese führte uns durch das wunderschöne Kinzigtal dem Rheingraben entgegen, wobei wir unterwegs von Gisbert Wüst noch einiges über Hermann Hesse und die Flößerei in der Region erfahren haben.

Leuchter werden am 26. November vorgestellt

Wohlbehalten und voller positiver Eindrücke erreichten wir am Abend unseren Heimatort Weitersburg, wo wir dann noch unsere neuen Kerzenleuchter in unserer Kirche deponieren konnten. Diese werden am Christkönigsfest, 26. November, 17 Uhr, im Rahmen einer besonderen Veranstaltung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Weitere Einzelheiten dazu werden wir demnächst bekannt geben.

Allen Mitreisenden hat diese zweitägige Exkursion in den Schwarzwald viel Freude bereitet. Wir möchten uns deshalb auch an dieser Stelle noch einmal bei allen für das große Interesse und die Teilnahme bedanken.

Der Vorstand und alle Teilnehmer bedanken sich aber auch besonders beim Ersten Vorsitzenden Gisbert Wüst für die bis in jedes Detail hervorragend vorbereitete Organisation und Durchführung dieser Fahrt, die uns allen in sehr guter Erinnerung bleiben wird.

Förderverein „St. Marien“

Weitersburg e.V.

Die Gruppe in Alpirsbach.

Die Gruppe in Alpirsbach.

Gisbert Wüst in seinem Element an der Orgel im Kloster Alpirsbach.

Gisbert Wüst in seinem Element an der Orgel im Kloster Alpirsbach.

Gisbert Wüst „im Gespräch“ mit Hermann Hesse bei der Stadtführung in Calw.

Gisbert Wüst „im Gespräch“ mit Hermann Hesse bei der Stadtführung in Calw.

Kunstschmiedemeisterin und Chefin Bianca Fattler bei der Vorführung.

Kunstschmiedemeisterin und Chefin Bianca Fattler bei der Vorführung.

Modell der Klosteranlage Maulbronn.Fotos: privat

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