Koblenzer Hospizverein stellte seine Arbeit in der Residenz Humboldthöhe vor
Da sein, wenn es nötig ist
Vallendar. Den Koblenzer Hospizverein gibt es seit 1991. Ursprünglich bedeutet „Hospiz“ Herberge – im deutschen Sprachraum versteht man darunter eine Einrichtung zur Sterbebegleitung, die es in stationärer und ambulanter Form gibt.
Die Fachkräfte des Koblenzer Hospizvereines sind in der Residenz Humboldthöhe häufig zu Besuch. Grund genug für Veranstaltungsleiterin Dagmar Hett, Bewohner und Interessierte bei einem Informationsnachmittag über die Arbeit des Vereins zu informieren und sich auszutauschen.
Vier Angebotsbereiche
So trafen sich in einem großen Gesprächskreis eine ganze Reihe von Damen und Herren mit den Hospizfachkräften Britta Gil und Manuela Stebel im Vortragssaal der Residenz.
Die praktische Arbeit des Hospizvereins besteht aus vier Angeboten: Der ambulanten und der stationären Hospizarbeit, der ambulanten Kinderhospizarbeit und der SAPV – der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung. Ziel aller vier Angebote ist es, Sterbenden und deren Angehörigen zur Seite zu stehen, die Lebensqualität und Selbstbestimmung schwerstkranker und sterbender Menschen zu erhalten, zu fördern und zu verbessern, um ihnen bis zuletzt ein würdiges Leben zu ermöglichen.
Der Nachmittag war jedoch nicht dazu gedacht, dass Britta Gil und Manuela Stebel einen Vortrag über die Hospizarbeit halten, sondern es sollte einen Austausch, ein Gespräch geben. Eine ganze Reihe von Fragen traten auf und wurden fachkundig, freundlich, kompetent und verständlich von den Hospizdamen beantwortet. Es war eine vertraute und offene Gesprächsrunde, die ein Thema ansprach, über das man nicht jeden Tag und mit allen spricht.
Versorgung meist zu Hause oder in der Pflegeeinrichtung
Die Frage, wann denn die letzte Lebensphase beginne, lässt sich nur individuell beantworten. In aller Regel, so die Fachfrauen, geschehe die Hospizversorgung zu Hause oder in der Pflegeeinrichtung, in der der Sterbende lebt. „Wir unterstützen den Wunsch, zu Hause zu sterben. Der vertraute häusliche Rahmen und damit die Nähe zu den Angehörigen schafft Sicherheit und Geborgenheit“, so die Hospizfachleute.
Die stationäre Hospizarbeit verfügt in Koblenz etwa über zehn Plätze. Dort werden neben den individuellen medizinischen Voraussetzungen diejenigen aufgenommen, die keine Angehörigen haben oder zu Hause oder in der Einrichtung, in der sie leben, nicht entsprechend versorgt werden können.
In der Regel vereinbart man selbst oder die Angehörigen einen Beratungstermin beim Hospizverein. Bei diesem Erstkontakt werden zunächst alle nötigen weiteren Schritte besprochen und das weitere Vorgehen geklärt. Die hauptamtliche Arbeit werde von ausgebildeten ehrenamtlichen Menschen unterstützt, die eine sehr anspruchsvolle Ausbildung erhielten.
Lebensqualität des Patienten steht im Vordergrund
Der Hospizverein verfügt über eine 24-Stunden-Rufbereitschaft und arbeitet in enger Zusammenarbeit mit Palliativmedizinern zusammen, die auch rund und die Uhr erreichbar sind. Palliativmediziner sind Ärzte, deren Aufgabe es ist, Menschen, die voraussichtlich nicht mehr lange zu leben haben und nicht mehr gesund werden, zu begleiten und mögliche Leiden zu lindern.
Laut dem Deutschen Ethikrat gehe es darum, dass „die Beherrschung von Schmerzen, anderen Krankheitsbeschwerden, psychologischen, sozialen und spirituellen Problemen höchste Priorität besitzt“ und weiter „nicht die Verlängerung der Überlebenszeit um jeden Preis, sondern die Lebensqualität des Patienten – sein subjektives Wohlbefinden, seine Wünsche und Ziele – im Vordergrund der Behandlung“ stünden.
Zur Zeit werden 135 Personen begleitet
Manuela Stebel und Britta Gil erzählen, dass sie beide und weitere sechs hauptamtliche Kräfte und eine große Gruppe Ehrenamtlicher zur Zeit 135 Personen begleiteten. Die Frage, wann denn die letzte Lebensphase beginne, lasse sich nur individuell beantworten. Manchmal fühle es der Mensch, wenn sich die Lebenssituation ändere, zum Beispiel durch Umzug vom Wohnbereich in einen Pflegebereich. „Wir kommen gerne zu Ihnen und wir haben keinen Zeitdruck“, so Britta Gil, „ich besuche Sie jetzt und die Zeit ist die Ihre.“ Gerne käme man auch frühzeitig zu einem Beratungsgespräch, denn dann habe man sich schon einmal für eventuelle spätere Hilfsangebote kennengelernt.
Finanziert wird die Koblenzer Hospizarbeit durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Zuschüsse der Krankenkassen, wenn eine Betreuung durch das Hospiz stattgefunden hat und der Mensch in dem Jahr des Kontaktes stirbt. Veranstaltungsleiterin Dagmar Hett dankte den beiden Hospizfachkräften für ihre offene, freundliche, kompetente und verständliche Vorstellung der Hospizarbeit.
Pressemitteilung Residenz
Humboldthöhe gGmbH
