- Anzeige - In der Theaterkneipe Kultur-Gut wird bis März eine tiefsinnige Komödie aufgeführt
Das Theaterstück „Der Nacktputzer“ begeisterte das Publikum
Urbar. Wenn wenig oder garnicht bekleidete Menschen auf der Bühne dargestellt werden, sind das oft Frauen. Bei Männern käme man wohl eher selten auf solche Ideen. In dem Theaterstück „Der Nacktputzer“, das im Kultur-Gut in Urbar aufgeführt wird, ist das anders. In dieser kuscheligen Theaterkneipe wird das gängige Klischee „älterer Mann, junge Frau“ umgekehrt in „ältere Frau, junger Mann“. In einer Komödie von Jörg Menke-Peitzmeyer spilet Theaterchefin Uschi Boffin-Hofmeister die Witwe, in deren Wohnung noch ihr 33-jähriger Sohn (Alexander Schwarzkopf) lebt. Und der möchte Stimmung in die Bude bringen und seine Mutter aus der alltäglichen Tristesse herausreißen. In einer Schwulenkneipe machte er die Bekanntschaft mit einem „Nacktputzer“ (Stephan Tacke-Unterberg) und engagierte ihn prompt für seine Mutter, die „schließlich seit 10 Jahren keinen nackten Mann mehr gesehen hat.“ Zwischen den beiden Männern gibt es in der Wohnung erstmal einen Streit über Auftrag und Gage, und als die „Beschenkte“ dazu kommt, möchte sie den Nacktputzer am liebsten rauswerfen. Der pocht jedoch auf die Erfüllung seines Vertrages, ein Wort gibt das andere, bis der Sohn im „Nacktputzer“ einen Terroristen vermutet und die Polizei zu Hilfe ruft.
Vorhang zu, Leinwand runter und das Video vom Einsatz eines martialischen Polizei-Sondereinsatzkommandos läuft ab und Pause…
Und selbst die macht Spaß im Kultur - Gut, denn die Zuschauer bleiben im Theaterraum, der etwa 60 Plätze hat, und stellen sich an die Theke, um etwas zu trinken, was auch während der Vorstellung möglich ist. Schließlich handelt es sich um eine Theater-Kneipe, die vorne auch mal ohne Vorstellung geöffnet ist.
Nach der Pause ging es munter weiter
Als der Vorhang wieder aufging, sahen die Zuschauer, dass das SEK ganze Arbeit geleistet und aus der Wohnung fast eine Achterbahn gemacht hat.
Und weiter ging der verbale Schlagabtausch, aber diesmal zwischen Sohn und Mutter. Grundsätzliches kommt aufs „Tapet“, das Leben in gemeinsamer Wohnung von Mutter und Sohn wird durchleuchtet, und manche Mutter im Publikum wird zu den aufgeführten Beispielen verständnisvoll genickt haben. Immer wieder wird das Stück aufgelockert mit witzigen und lustigen Szenen und Sprüchen: „Einen 18-jährigen oder 25-jährigen Sohn wirft man aus der Wohnung, aber bei einem 33-jährigen geht es nicht mehr“, meinte die Witwe.
Ein richtiges Happy-End gibt es nicht, aber am Ende sind alle zufrieden, außer dem „Nacktputzer“, den die Aufregungen des Abends an seiner Berufung zweifeln lassen. Der Aufführung unter der Regie von Gabriele Nickolmann war der begeisterte Beifall der Zuschauer sicher. Und wer sich diese unterhaltsame Komödie anschauen möchte, hat dazu bis zum 8. März an jedem Samstag und Sonntag um 19.30 Uhr und am Sonntag noch mal zusätzlich um 15 Uhr die Gelegenheit. „Der Nacktputzer“ ist auch die richtige Einstimmung auf die Silvesterfeier, denn auch am letzten Tag des Jahres wird das Stück um 15 Uhr und 19.30 Uhr aufgeführt. Kartenreservierung ist erforderlich unter Tel. (01 72) 70 40 171.
Mutter und Sohn verstehen die Welt nicht mehr, als der Nacktputzer den Papierkorb auskippt.
