Allgemeine Berichte | 02.06.2015

Club für Bildung und Freizeit Vallendar besuchte Mons

Der Charme der Kulturhauptstadt

Die Gruppe vor der Kirche Sainte Waudru. privat

Mons/Vallendar. Um sich sechs Stunden in der Kulturhauptstadt Mons aufhalten zu können, entschloss sich der Club für Bildung und Freizeit aus Vallendar zu einer 15 Stunden dauernden Tagesreise mit dem Bus. Dr. Dieter Börsch übernahm die Reiseleitung. Der Weg führte nach dem Grenzübergang bei Aachen durch den französischsprachigen Teil Belgiens, die Wallonie, in der Linie Lüttich-Namur-Charleroi.

Von der Autobahn ging der Blick hinaus auf den Rand des Ardennenmassivs über Maas und Sambre, auf den Wechsel von Weiden und Äckern, auf eingeschnittene, von Bahn und Kanälen durchzogene Täler, auf Dörfer in Stein, auf neue Gewerbegebiete und auf bewachsene Halden aus früherem Kohlebergbau.

In der Ziellandschaft Hennegau, französisch „Hainaut“, deren Hauptstadt Mons ist, wurde der Weg durch die Geschichte von der römischen Provinz Belgica über das Frankenreich mit seinen Teilungen, die Verknüpfung mit Flandern und Brabant im hohen Mittelalter, den Übergang durch Heirat an die Habsburger, zuerst die spanischen und dann die österreichischen, das Heranrücken und Vordringen Frankreichs, die kurze Zeit im Königreich der Niederlande und schließlich das Ankommen im Königreich Belgien vorgestellt. Mons, dessen Name dem lateinischen Wort für „Berg“ entspricht - deutsch und niederländisch heißt es Bergen -, liegt über der Niederung der Henne/Haine und hat 90.000 Einwohner.

Der Weg durch die Stadt begann bergan von der Riesenbaustelle des neuen Bahnhofs an der Strecke Köln-Brüssel-Paris zur Kirche Sainte Waudru/Waltrudis, einem gewaltigen spätgotischen Bau mit den Ausmaßen etwa 110 Meter x 35 Meter x 25 Meter. Ohne Kapitelle gehen die Mittelschiffpfeiler ins Deckengewölbe über. Mehr als zwei Dutzend Kapellen säumen die Außenwände. Im Chorraum trifft der Blick auf das prächtige Gestühl, die bunten Glasfenster und den hängenden Reliquienschrein der namensgebenden Ordensfrau aus dem siebten Jahrhundert.

Den höchsten Punkt der Stadt nahmen das Kastell der Römer und die mittelalterliche Burg ein, die verschwunden sind; der 85 Meter hohe schlanke Belfried überragt seit der Barockzeit deren Platz. Seine Spitze hat den Vergleich mit einer Teekanne zwischen vier Tassen provoziert. Ein Stück abwärts mündet der Weg in der Grande Place, dem Stadtplatz. Dort steht das Rathaus, erweitert in mehreren Jahrhunderten und umgeben von der Kette der Gaststätten zwischen den darauf zulaufenden Geschäftsstraßen.

Dem Stadtrundgang folgte der Besuch im nahe gelegenen neuen Museum mit der Ausstellung „Vincent van Gogh in Borinage“. Der niederländische Maler (1853 bis 1890, Pfarrerssohn) war 1878 bis 1880 in die als Kohlerevier Borinage genannte Gegend von Mons gekommen, um als Laienprediger mit starkem sozialen Engagement zu arbeiten. Er erlebte hier den Umbruch einer Agrarlandschaft durch intensiven Bergbau, und er hielt seine Erlebnisse in Briefen und mehr und mehr in Zeichnungen zum Leben der schwer arbeitenden Frauen und Männer fest. Dabei vollzog sich, endlich auch durch äußere Einflussnahme seines Bruders Theo, die Entwicklung zum Maler, der dann im nächsten Jahrzehnt über Ausbildung, Kontakte und Ortswechsel den Höhepunkt seiner Kunst erreichen konnte. An etwa 70 Objekten erläuterten zwei deutschsprachige Führerinnen sehr diese wegweisende Phase.

Mons hinterlässt bei einem kurzen Besuch durchaus den Eindruck eines lohnenden Ziels in Belgien. Der Kulturhauptstadtrang bringt es jedoch an die Grenzen seiner Kraft. Dies zeigt sich von der sperrigen Baustelle um den Bahnhof über störendes Umräumen im Kirchenschiff und Versorgungslücken im Angebot der Gaststätten bis zu zeitverzögernden Kommunikationsstörungen im Umfeld des Museums, wenn auch ein Tag im Mai unter dem blauweißen Himmel im Hennegau bei munteren Wasserspielen über viel leicht hinwegsehen lässt.

Wanderung am 6. Juni

Die Wandergruppe wandert am am 6. Juni auf dem Traumpfad Pyrmonter Felsensteig. Treffpunkt ist um 10 Uhr der Wanderparkplatz an der Pyrmonter Mühle. Wanderführerin ist Barbara Arnold.

Dieser Traumpfad gehört zu den schönsten Wanderwegen Deutschlands - ein Wanderweg wie aus dem Bilderbuch: ein rauschender Wasserfall an der Pyrmonter Mühle, vorbei an steilen Felsen, der quirligen Elz und der stolzen Burg Pyrmont.

Der Weg ist circa zwölf Kilometer lang, es sind Steigungen von insgesamt 401 Metern zu bewältigen. Wanderschuhe sind erforderlich, Stöcke hilfreich. Die Einkehr halten wir in der Bauernschmause in Polch.

Informationsstellen

Unsere Informationsstellen sind wie folgt besetzt: Jeden Mittwoch von 9 bis 12 Uhr im Clubheim Höhrer Straße 10 (Ecke Grönerstraße), Tel. (02 61) 67 16 76 und von 17 bis 18 Uhr Mallendarer Berg, Tel. (01 74) 8 27 54 53.

Die Gruppe vor der Kirche Sainte Waudru. Foto: privat

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