Allgemeine Berichte | 02.05.2013

Club für Bildung und Freizeit e.V. Vallendar

Der ewige Weinknecht

Spaziergang durch die Koblenzer Weingeschicht

Der ewige Weinknecht

Vallendar. „Der ewige Weinknecht“ hatte der Club im Jahresprogramm angeboten und die angemeldeten Teilnehmer haben sich, (wegen dem großen Interesse an 2 Abenden aufgeteilt), erwartungsfroh am Jesuitenplatz in Koblenz versammelt. Mit Kalle Grundmann sollte eine szenische Führung durch die Koblenzer Weingeschichte erfolgen. Allein der Name Kalle Grundmann verspricht ein außergewöhnliches Erlebnis, egal unter welchem Thema. Zunächst erhielten alle ein Weinglas um den Hals gehängt, was an Schlüsselkinder erinnerte, aber wir waren ja eher Flaschenkinder, denn es war ja nicht nur Information sondern auch Weinprobe versprochen.

Pünktlich oder fast pünktlich, denn „das Glockenspiel (an der Jesuitenkirche) das holen wir noch mit“ sind wir zum Schängelbrunnen gezogen, Kalle mit dem Leiterwägelchen vornweg und wir hinterher. Hier begegneten wir Servus Carolus, einem Sklaven aus römischer Zeit, der aus Trier kommend den Koblenzern den Stein einer alten Weinpresse abluchsen sollte. Abfällig machte er sich lustig über die dummen Koblenzer, die nicht wussten welch wertvoll Stein sie da hatten neben der Tordurchfahrt vom alten Rathaus. Aber einige von uns hatten es auch bisher nicht gewusst, zumal er falsch aufgestellt ist. Probieren durften wir dann passend einen Elbling, eine sehr alte Rebsorte und ein einfacher Wein. Trotzdem musste er gegen einen aufdringlichen Stadtstreicher verteidigt werden, der blitzschnell eine Flasche stibitzen wollte.

Nächste Station war der Florinsgarten. Hier begegnete uns Wingertsmann Karlemann aus dem Mittelalter, der uns viel über das Leben der Arbeiter im Weinberg, der Zunft der Rebbauer, Weinbergbesitz der Kirche an Mosel und Rhein und die Aufteilung der Ernte erzählte. Bei der Austeilung des nächsten Weines ging es gerechter zu, hier mussten keine Lehrer „in den Ferien zwischen Mauritius und Martinus“ auf die Dörfer, um aufzupassen, dass nicht geschummelt wurde. Wir verkosteten einen Riesling „Manwerc“ des Weinguts Schwab aus Güls. Der Name „Manwerc“ stellt die Verbindung zu dieser Zeit her; es ist das was ein Mann am Tag schaffte, etwa ein halber Hektar. Wir hätten gut mehr geschafft als ein „Manglas“, aber es ging weiter zur ehemaligen Sektkellerei Deinhard.

Nach kurzer Verkleidungspause erschien uns dann der Weinküfer Karl Böttcher aus dem 19. Jahrhundert und wir tauchten in Leben und Handel der Familie Deinhard/Wegeler ein. Wir erfuhren, dass damals hervorragend für die Arbeiter gesorgt wurde, „besser als bei der Bahn“, dass der Kaiser den Betrieb besuchte und Julius dann 1906 aufhörte, aus Trauer um den Tod seiner Emma. Dennoch ging es weiter aufwärts, weg vom reinen Handel durch den Zukauf guter Weinlagen, die auch heute nach dem Verkauf der Firma noch im Besitz der Familie sind. Als Wein bekamen wir hier einen „Graacher Himmelreich“, Riesling feinherb, denn ein „Doktor“ aus Bernkastl hätte wahrscheinlich die Teilnahme unerschwinglich gemacht.

Die Tour endete am Weindorf. Das historische Areal der Deutschen Weinmesse war der Hinter-Grund der Erzählungen des Carl Bemm, einem kleinen Winzer von der Mosel, über den Kampf ums Überleben gegen Steuern und Finanzamt in finanziell schlechter Zeit. Beim Wiederaufbau nach dem Krieg wurde nur das Weindorf an allerdings etwas anderer Stelle wieder aufgebaut; daneben auf dem Aufräumschutt ein kleiner Weinberg. Hier kommt der letzte Wein her, den wir probierten, verarbeitet vom Winzer Lunnebach und aus der kleinsten Einzellage Deutschlands, 700 Stöcke auf 1.200 Quadratmeter: Schnorbacher Bruchstück, ein Weißburgunder. Wir sagten ein letztes Mal Prost und ein herzliches Dankeschön!

Flugreise nach Sardinien

Am Dienstag, 7. Mai, treffen sich die Teilnehmer unserer Flugreise nach Sardinien zum Bustransfer nach Düsseldorf auf dem Parkplatz am Rhein. Abfahrt 7 Uhr. Freigepäck: 23 kg, Handgepäck: max. 6 kg, max. Abmessungen 55 x 40 x 20 cm.

Wanderung der Wandergruppe

Wanderung der Wandergruppe am Samstag, 11. Mai, Würzlaysteig und Ratzejungeweg von Löf nach Lehmen. Treffpunkt 8.45 Uhr am Bahnhof in Vallendar. Wanderführerin Barbara Arnold. Wir fahren über Koblenz nach Löf an der Mosel und gehen den Würzlaysteig - ein von der Gemeinde Lehmen ins Leben gerufene Wanderweg mit einem alpinen Teilstück - bis zum Ausoniusstein mit einem herrlichen Ausblick ins Moseltal. Dort beginnt der alpine Steig, den wir aber rechts liegen lassen und den Ratzejungeweg bis nach Lehmen weitergehen. Im Würzlayer Hof kehren wir ein. Die Wanderung ist circa 12 km lang. Wanderschuhe sind erforderlich. Rückkehr in Vallendar circa 18 bis 19 Uhr.

Informationsstellen

Unsere Informationsstellen sind wie folgt besetzt: Jeden Mittwoch von 9 bis 12 Uhr im Clubheim Höhrer Straße 10 (Ecke Grönerstraße), Tel. (02 61) 67 16 76 und von 17 bis 18 Uhr in der Kreuzkirche Mallendarer Berg, Pfarrer-Sesterhenn-Straße - Handy (01 60) 98 20 62 70.

Der Jesuitenplatz war Treffpunkt für die Gruppen. Fotos: privat

Zum Abschluss trafen wir beim Weindorf Winzer Carl Bemm.

Sklave Servus Carolus aus Trier besuchte Koblenz.

Hier erklärt Wingertsmann Karlemann das Leben im und um den Weinberg.

Der ewige Weinknecht
Der ewige Weinknecht

Der ewige Weinknecht

Der ewige Weinknecht

Vor dem Bildnis Julius Wegelers erfuhren wir von Weinküfer Karl Böttcher einiges über Familie/Firma Deinhard/Wegeler.

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