Freundschaftskreis Vallendar/Cercy-la-Tour
Die Vulkanlandschaft der Auvergne
Vallendar/Auvergne (Frankreich). Die 33. Exkursion des Freundschaftskreises Vallendar/Cercy-la-Tour hatte die Auvergne zum Ziel. Acht Tage lang erkundete die Reisegruppe eine erdgeschichtlich bedeutende Naturlandschaft mit mehr als 200 vulkanischen Erscheinungen, sehenswerten alten Dörfern, zahlreichen berühmten Kirchen und Kathedralen.
Die Anreise erfolgte über Lyon nach Clermont-Ferrand. Auf der Strecke besuchte die Gruppe Le Puy-en-Velay, ein Städtchen in einzigartiger Lage. Schon bei der Anfahrt zur Stadt sah man die Kapelle und die Statuen auf den Spitzen der vulkanischen Bergkegel. Die auf einer Anhöhe liegende Kathedrale wurde im byzantinischen Stil erbaut, beeinflusst durch die Kreuzfahrer.
Die meisten Kirchen der Region, oft in kleinen Dörfern gelegen, verdanken ihre Entstehung den Pilgern auf dem Jakobsweg. Die Basilika von Brioude (11-13. Jh.) ist die größte romanische Kirche der Auvergne. Kleiner, aber baugeschichtlich ebenfalls bedeutend, steht eine in Issoire.
In Clermont-Ferrand, der Hauptstadt der Auvergne, war die Gruppe in einem Spitzenhotel mitten in der Altstadt untergebracht. Von hier erfolgten die Tagesexkursionen. Zunächst stand die interessante Bischofsstadt mit ihren zahlreichen Kirchen auf dem Programm. Von den etwa 140.000 Einwohnern sind etwa 11% Studenten. Es ist eine Stadt, die lebt.
Bekannt ist die kleine Industriestadt Thiers durch zahlreiche Messerschmieden. Noch im 18. Jahrhundert arbeiteten 10.000 Menschen in den Schmieden, heute sind es noch etwa 5.000 in rund 300 Betrieben. Die Altstadt hat ihren mittelalterlichen Charakter bewahrt.
Zahlreiche Kurorte mit Heilquellen verdanken ihre Bedeutung dem Vulkanismus der Region. Weltweit bekannt ist Vichy. Schon die Römer nutzten hier die zahlreichen Quellen. Zu einem Nobelbad wurde die Stadt aber erst durch Louis XVI, der Vichy zum Kurort des internationalen Adels umgestaltete.
Schöne Bürger- und Herrschaftshäuser des 16./17. Jh. und zahlreiche Brunnen in Riom zeugen von dem einstigen Reichtum seiner Bewohner. Darum erstaunt es auch nicht, dass Jeanne d’Arc die reiche Stadt um Unterstützung im Kampf gegen die Engländer bat. Eine Kopie des Bittbriefes hängt im Innenhof des Rathauses. Allerdings hatte die Bitte der Jungfrau von Orleans keinen Erfolg.
Der wuchtige Puy-de-Dôme mit einer Höhe von 1.465 Metern ist nicht der höchste Vulkan der Region. Aber bereits in vorgeschichtlicher Zeit war er ein Heiligtum der Kelten. Die Römer übernahmen die Kultstätte und errichteten einen Tempel zu Ehren des Gottes Merkur. Im 12. bis 18. Jahrhundert stand auf dem Gipfel des Berges eine christliche Kapelle. Von hier oben hat man bei schönem Wetter einen weiten Blick über die vulkanische Region. Zum Glück bescherte der Wettergott an allen Tagen den Exkursionsteilnehmern einen fast wolkenlosen Himmel.
Orival (heute nur 230 Einwohner), nach Clermont der wichtigste Wallfahrtsort der Auvergne, war bereits ab dem 6. Jahrhundert ein viel besuchter Pilgerort. Davon zeugt noch heute die mächtige romanische Basilika. Nicht weniger bedeutend war der Ort St-Nectaire. Die romanische Kirche des Priorates gehört zu den besonderen Bauwerken in der Auvergne. Die Stadt mit über 40 Quellen ist heute ein wichtiger Kurort.
Im Bereich des mittelalterlichen Städtchens Besse liegt der Kratersee Lac Pavin, 44 ha groß und bis 92 m tief. Neben der mittelalterlichen Siedlung hat sich ab 1961 der moderne Wintersportort Super-Besse entwickelt.
Ein kurzer Besuch der Niederwerther Partnergemeinde Pontaumur stand ebenfalls auf dem Programm. Den Gästen vom Rhein wurde in der Dorfkirche ein Konzert mit Werken von Bach geboten, gespielt auf der neuen Orgel, einer Replik der Wender-Orgel in der Bachkirche Arnstadt. Die Rückreise erfolgte über die Stadt Pérouges, deren Stadtbild als Kulisse für zahlreiche Historienfilme diente (etwa „Die Musketiere“). Seit dem Mittelalter hat sich das Ortsbild äußerlich kaum. geändert. Über Briou mit seiner beeindruckenden Kirche aus dem Übergang der Spätgotik zur Renaissance und die Weinstadt Beaune ging es zurück nach Vallendar.
Die romanische Kirche des Priorates in St. Nectaire gehört zu den besonderen Bauwerken in der Auvergne.
Die Reisegruppe aus Valendar erkundete die Vulkanlandschaft der Auvergne.
Pérouges diente als Kulisse für zahlreiche Historienfilme. Fotos: privat
