Sechzig Jahre DRK in Weitersburg
Die kleinen Feiglinge ganz groß und mutig
Weitersburg. Am 25. Januar 1955 gründeten zwölf engagierte Weitersburger Frauen und Männer den Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes in Weitersburg. Am letzten Wochenende kamen zahlreiche Gäste zum sechzigsten Geburtstag des Vereins und gratulierten herzlichst. Die aktiven Rotkreuzler hatten eine ganz besondere Geburtstagsüberraschung vorbereitet. Das Jugendrotkreuz mit seiner Theatergruppe „Die kleinen Feiglinge“ spielten am Samstag und Sonntag in der Mehrzweckhalle das Theaterstück „Der kleine Lord“ von Marc Gruppe. Doch dazu später mehr.
Zunächst begrüßten der Erste Vorsitzende des Ortsvereins Georg Friedhofen und sein Stellvertreter Dennis Wittersheim die zahlreichen Gäste. Ortsbürgermeister Jochen Währ überbrachte gute Wünsche der Gemeinde und dankte für die geleistete ehrenamtliche Arbeit, Ursula Schmidt gratulierte im Namen aller Weitersburger Vereine. Vier Gründungsmitglieder wurden besonders begrüßt: Rudolf Zisgen, Maria Sauer, Albert Hollerbach und Marlies Wolf – Letztere konnte an den Feierlichkeiten leider nicht teilnehmen.
Der Vorhang öffnete sich
Nach diesem protokollarischen Akt hob sich der Vorhang. In sehr schönen Kostümen und einem sehr ansprechenden Bühnenbild ging das Spiel los. Das Stück, nach einem Kinderbuch von Frances Hodgson Burnett 1886 geschrieben, zählt mittlerweile zu einem Klassiker, dass gerne zur Weihnachtszeit aufgeführt wird. In der unbekümmerten und liebenswerten Art eines Jungen wird dem Zuschauer die Weihnachtsbotschaft nahegebracht. Der kleine Lord und später auch sein Großvater Earl of Dorincourt setzen sich für Bedürftige ein, die Gerechtigkeit siegt und einst harte Herzen werden erweicht.
Konrad Weber inszenierte das Stück mit den Kindern und Jugendlichen des Weitersburger Jugendrotkreuz und man hat fast ein Jahr an dem Stück gearbeitet und geprobt. Und mit Stolz können die Theaterleute sagen, dass es sich gelohnt hat. Allesamt spielten sie frisch und frei und ganz besonders die Hauptdarsteller Alina Hahn als der kleine Lord Faundleroy und Georg Friedhofen als Earl of Dorincourt spielten sich Ruck Zuck in die Herzen der Zuschauer. Ebenso ganz klasse spielte Ruben Sidon in der Rolle des Gemischtwarenhändlers und Fransiska Rübin als Schuhputzer Dick Tipton. Eine weitere tragende Rolle im Stück hat Rechtsanwalt Havisham – gespielt von Yannik Engel – Kompliment kann man da nur sagen. Katharina Hahn trat als die Mutter des kleinen Lords auf die Bühne, Alexandra Jäger als Mrs. Dawson, die Wirtschafterin – auch diese beiden Rollen perfekt besetzt und wunderbar dargestellt. Saskia Nieth hatte die Rolle der Schwester vom Earl inne, Natascha Friedhofen spielte Minna Tipton, Manuel Friedhofen war Pächter Higgins – auch, wenn´s nach Wiederholung klingt: auch hier wirklich gut gespielt, textsicher, alle beste Unterhaltung.
Kompliment und Hut ab!
Darsteller und Regisseur haben in den monatelangen Proben bei den vielen Rollen und dem langen Stück wirklich eine beachtliche Aufgabe zu leisten gehabt, die sie mit Bravour geschafft haben – Kompliment und Hut ab! Alle wissen, dass beim Theaterspielen eine Menge Aktivitäten auch hinter der Bühne stattfinden. Die Theatergruppe „Die kleinen Feiglinge“ - warum sie so heißen, ist ein noch offenes Rätsel – denn feige und klein waren sie bestimmt nicht, sondern ganz groß und mutig, wurden von der Vallendarer Theatergruppe „Die Fröhlichen Geister“ unterstützt. Regieassistenz führte Silke Rühl, Bühnenbild gestaltete Hans-Rudolf Schlich. Damit alle im Bühnenlicht klasse aussehen, war Jasmin Jagnow für die Maske zuständig. Als Souffleusen wirkten Karla Weber und Silke Rühl; für die Technik sorgte Lutz Haushahn.
Dem Publikum gefiel die Aufführung außerordentlich – zu merken am Zwischenapplaus und dem sehr, sehr langen Schlussapplaus, natürlich im Stehen – so gehört es sich, wenn´s einfach ganz fantastisch war. AND
Konrad Weber inszenierte das Stück und probte mit dem Jugendrotkreuz fast ein Jahr, bis das Stück bühnenreif war.
Der kleine Lord (Alina Hahn) mit seinem Großvater (Georg Friedhofen).
