Pallottikirche in Vallendar-Schönstatt
Gedenken an Pallottiner Franz Reinisch
Beirat zum Seligsprechungsprozess gegründet
Vallendar. In Vallendar-Schönstatt ist zum ersten Mal der „Reinisch-Sonntag“ gefeiert worden. Der Tag war dem Gedenken an den Pallottiner Franz Reinisch, der am 21. August 1942 durch die Nationalsozialisten hingerichtet wurde, gewidmet.
Der Reinisch-Sonntag begann mit einem Gottesdienst in der vollen Pallottikirche in Vallendar-Schönstatt. Gemeinsam mit dem Vallendarer Moraltheologen P. Heribert Niederschlag konzelebrierten insgesamt vier Pallottinerpriester und vier Schönstattpatres die Heilige Messe. Während seiner Predigt hob P. Heribert Niederschlag die herausragende Persönlichkeit von Franz Reinisch hervor, der den Mut hatte, offen und öffentlich gegen das nationalsozialistische Regime zu protestieren, indem er den Fahneneid auf Adolf Hitler verweigerte. Um sein Leben zu retten und Schaden von der Pallottinischen Gemeinschaft fernzuhalten, drängten seine kirchlichen Vorgesetzten P. Franz Reinisch dazu, die Treuebereitschaft zu bekunden. Doch er weigerte sich, sagte P. Heribert Niederschlag in seiner Predigt: „Er konnte den Eid nicht leisten. Das hätte er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren können.“ In seiner Gefängniszelle schrieb er: „Es muss Menschen geben, die gegen den Missbrauch der Autorität protestieren; und ich fühle mich berufen zu diesem Protest“, zitierte der Hauptzelebrant. Im Folgenden betonte der Vallendarer Pallottiner den Mut Franz Reinischs, seinem Gewissen zu vertrauen und zu seiner Gewissensentscheidung zu stehen, auch wenn dies Ungehorsam gegenüber seinen Oberen bedeutete.
Der Seligsprechungsprozess für P. Franz Reinisch ist am 28. Mai in Trier von Bischof Stephan Ackermann eröffnet worden. Als Postulator ist P. Heribert Niederschlag eingesetzt.
Im Rahmen der Gedenkfeier konstituierte sich der Beirat für den Seligsprechungsprozess. Ihm gehören Personen aus verschiedenen Bereichen der katholischen Kirche und des öffentlichen Lebens an, die aktiv an der Verbreitung der Verehrung von Franz Reinisch mitwirken. Eine hohe Gewichtung liegt dabei auf der medialen Aufarbeitung und Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit, so gehören dem 14-köpfigen Gremium auch fünf medienschaffende Personen an.
Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich die Besucher zu einem kurzen Gebet am Grab von P. Franz Reinisch in unmittelbarer Nähe der Schönstatt-Kapelle. Dabei wurde um die Seligsprechung des „Märtyrers des Gewissens“ gebetet.
