Allgemeine Berichte | 08.01.2018

Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar

Gott ist im Fleische

120 Besucher beim 1. Akademietag der Pallottiner Vallendar 2018

v.l.n.r. Christopher Paul Campbell (Bistum Limburg), Prof. Dr. Paul Rheinbay SAC (PTHV), Sr. Scholastika Jurt OP (Kloster Arenberg), Pater Heinz-Willi Rivert SAC (PTHV). privat

Vallendar. Mit dem Zitat von Teresa von Avila „Tu deinem Geist etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat darin zu wohnen“ führte Pater Heinz-Willi Rivert SAC, Hochschulseelsorger an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar (PTHV), in die Auftaktveranstaltung der 43. Akademietage der Pallottiner Vallendar am 06.01.2018 ein. Thema am Dreikönigstag (Erscheinung des Herrn) war „Gott ist im Fleische – Glauben zwischen Verdrängung und Verherrlichung des Leibes“. „Alle Drei sind Erfahrene in Leib-Arbeit“, kündigte Pater Rivert SAC die Referenten des Tages an.

Auf die Ausgangsfrage: „Wo und wie erscheint der Herr am Dreikönigstag?“ erklärte Prof. Rheinbay SAC, Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Altertums an der PTHV und Lehrer der Zen-Meditation im Bistum Essen: „In menschlicher Gestalt, nicht als Gedanke, Idee, Geist – nein in Fleisch und Blut.“

Um die Bedeutung des Leibes für gelingendes Leben und Glauben zu verstehen, beleuchtete er zunächst den Begriff der Inkarnation. „Das ist das große Bindewort zwischen Gott und Mensch (…), ist die Selbstgabe Gottes, die bis dahin führt, dass Jesus am Abend vor seinem Sterben beim Teilen des Brotes sagt: Das ist mein Leib für euch.“ Was wir leiblich berühren, wovon wir berührt werden, das habe Bedeutung und Wert.

Anhand des Beispiels so genannter „Influencer“, junger Menschen, die via Instagram ein vermeintliches „Leib-Ideal“ in „Selfies“ präsentieren, erklärte Prof. Rheinbay SAC die Gefährlichkeit solcher Vorbilder. „Das angesprochene Leib-Ideal ist gerade bei jungen Menschen verbunden mit dem Druck, ‚fit‘ zu sein. Dazu werden gerne auch Opfer gebracht – gar nicht so weit weg von den aszetischen Lebensregeln früherer Zeiten.“ Dazu geselle sich die Problematik der digitalen Kultur: Sie hat Kontakte globalisiert und vermehrt, jedoch auf einer indirekten Ebene mit der Auswirkung, dass Gelegenheiten des direkten einander-wahrnehmens oft aus Zeitmangel zurückgestellt oder einfach in der ständigen Konzentration auf die Online-Welt übergangen werden. „Vielleicht dadurch mit bedingt wächst ein Hunger nach Erfahrung. Er zeigt sich in der Nachfrage von Wellness-Angeboten, in der – von Amerika kommend jetzt auch bei uns – wachsenden Zahl von Tätowierungen und der Suche nach einer ganzheitlichen Therapie von Erkrankungen“, so Rheinbay SAC. Auffällig sei, dass von den hier beschriebenen Ansätzen fast durchgehend die Annahme der Endlichkeit ausgeschlossen ist, die dem Menschen auf den Leib geschrieben ist.

Um die Kultivierung der Gedanken einzuüben braucht es Orte. Ein solcher Ort sei das Kloster Arenberg, sagte Sr. Scholastika M. Jurt OP, Generalpriorin der Kongregation der Arenberger Dominikanerinnen. Hier werde „leiblich geübt“, etwa bei der Massage. „Unsere Mitarbeiter sind Seelsorger.“

Dabei gehe es weniger um Selbstoptimierung im Sinne der Kosmetikindustrie, sondern vielmehr darum, die Freude am eigenen Leib zu erlernen und gleichzeitig Grenzen annehmen zu können. „In unserem Haus, Kloster Arenberg, ist es unser Grundanliegen, den Menschen ganzheitlich anzusprechen und zu begleiten, seiner hohen Würde Resonanzraum zu geben, und das Leben, das von Gott geschenkte, zu stärken, da und dort auch zu wecken und herauszulocken. Wer sich mit seinem Leib öffnen kann, empfängt die Chance, Tieferes zu erfahren, auch wenn solche Momente unverfügbar bleiben“, erklärte Sr. Scholastika Jurt OP.

Christopher Paul Campbell, Projekt ‚Gott auf nackter Haut‘ im Bistum Limburg, stellte den Körper als „Kathedrale des Selbst“ dar. Er erklärte auf Basis seines Projektes die Bedeutung von Tätowierungen in der heutigen Zeit: Sie seien Ausdruck der Identität, von Werten und Haltungen, der persönlichen Geschichte sowie von Nähe und Erinnerungen. Mit diesem Projekt möchte die KEB Westerwald-Rhein-Lahn aufzeigen, wie Kirche neue Orte finden kann, um Menschen heute zu begegnen im Sinne der Seel- oder Menschensorge. In der sich anschließenden Diskussion mit dem Publikum ging es um Fragen rund um die Themen Selbstoptimierung, Körperkult und Individualisierung.

v.l.n.r. Christopher Paul Campbell (Bistum Limburg), Prof. Dr. Paul Rheinbay SAC (PTHV), Sr. Scholastika Jurt OP (Kloster Arenberg), Pater Heinz-Willi Rivert SAC (PTHV). Foto: privat

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