HV Vallendar
Handballkrimi auf dem Mallendarer Berg
Erste Mannschaft konnte sich trotz vieler Verletzungssorgen mit 32:21 gegen Budenheim durchsetzen
Vallendar. Samstagabend ist in Vallendar Krimizeit. Wenn um 18 Uhr die Löwen in der Handballoberliga spielen, ist es regelmäßig knapp und spannend. So auch diesen Samstag, als man die Sportfreunde aus Budenheim zu Gast hatte.
Die Vorzeichen standen nicht gut für den HVV: Phillip Müllers Verletzung bedeutet eine mindestens sechsmonatige Pause, das war bekannt. Doch kurzfristig musste Stefan Baldus wegen einer Erkältung passen. Zusätzlich verletzte sich Gerrit Wamser beim Aufwärmen vor dem Spiel. Der Versuch seines Einsatzes musste nach wenigen Minuten abgebrochen werden, die Diagnose steht noch aus, er wird aller Voraussicht nach gegen Moselweiß nicht mitwirken können. Somit blieben Trainer Wolfgang Reckenthäler gerade einmal acht Feldspieler, die ihre Sache aber hervorragend machten.
Von Beginn an nahmen die Löwen das Heft des Handelns in ihre Hände und waren nahezu permanent in Führung. In der Abwehr ließen sie die Gäste nicht zum Zug kommen und im Angriff nutzten sie die Löcher in der Gästeabwehr sehr gut aus. Doch sie konnten sich nicht absetzen, eine Dreitoreführung konnte von den Gästen wieder aufgeholt werden. Zur Halbzeit stand es folgerichtig nur 15:14 für die Vallendarer Löwen. Die zweite Halbzeit wurde reichlich turbulent. Zunächst wurde der knappe Vorsprung behauptet, bis in der 40. Minute Oliver Lohner rot sah. Was war passiert? Nach einem harmlos anmutenden Zweikampf um den Ball erhielt Oliver Lohner eine aus Löwensicht harte Zweiminutenstrafe. Er machte seinem Unmut Luft und beschwerte sich überdeutlich bei den Schiedsrichtern, sodass diese ihn des Feldes verwiesen, was dann sicherlich korrekt war.
Damit wird Oliver Lohner die nächsten zwei Wochen fehlen. In der folgenden Unterzahlphase verteidigten die Löwen geschickt ihren Vorsprung. Zehn Minuten später war auch für den Budenheimer Arne Kokot das Spiel zu Ende. Er foulte Lucas Gerdon derart hart, dass auch diesmal dem Unparteiischen nichts anderes übrig blieb, als ihm den roten Karton zu zeigen.
Beim Stand von 29:25 fünf Minuten vor dem Spielende schien die Entscheidung nah, aber die Gäste kämpften. Mit einer Manndeckung versuchten sie nun, den Löwen beizukommen. Zunächst schien dies auch aufzugehen, mit zwei Toren in Folge waren sie wieder auf Tuchfühlung. Beide Teams schenkten sich nichts, aber der Vorsprung hielt. Beim 32:31 spielten die Löwen die letzten Sekunden clever herunter und konnten über die nächsten zwei Punkte jubeln. Damit war mal wieder ein Krimi auf dem Mallendarer Berg beendet und das junge Löwenteam - das Durchschnittsalter derer auf dem Feld war manchmal bei gerade einmal 19 Jahren - bleibt in der heimischen Halle ungeschlagen.
Für den HVV waren erfolgreich: Burgard, Stein, Binnes (7), Lohner, Balmert (1), M. Baldus, Busse (4), Gras (1), Pitzen (10/2), Woods (5), Gerdon (4)
Derby in Moselweiß
Die nächste Aufgabe für die Löwen ist vielleicht eine Gelegenheit, auch einmal auf fremden Boden zu punkten. Am Samstag steigt das Derby beim TV Moselweiß, die bislang noch ohne Erfolg das Tabellenende der Oberliga zieren. Geht es nach Wolfgang Reckenthäler und seinem Team, soll das am Samstagabend auch so bleiben, doch muss er sicher wieder improvisieren.
So sind die Einsätze von Pascal Gras und Marco Binnes verletzungsbedingt stark gefährdet. Ob Gerrit Wamser mitwirken kann, ist ebenso unklar - Oliver Lohner wird aufgrund seiner Sperre definitiv fehlen, wie auch der langzeitverletzte Phillip Müller.
Niederlage für die zweite Mannschaft
Für die zweite Mannschaft gab es in Andernach eine erneute Niederlage. Ohne die Unterstützung der Spieler aus der zeitgleich spielenden Ersten, musste man sich mit vier Toren 31:27 geschlagen geben.
Bevorstehende Begegnungen im Senioren- und Jugendbereich
Nach dem Ende der Herbstferien greifen auch die Jugendmannschaften wieder ins Spielgeschehen ein. Für die Minis steht an diesem Wochenende das erste Turnier an. Man darf gespannt sein, wie sich die jüngsten HVVler präsentieren werden.
Die bisher noch sieglose E-Jugend hat beim Spiel gegen den SV Untermosel realistische Chancen auf den ersten Erfolg, hatte man bisher doch gegen die beiden Meisterschaftsfavoriten antreten müssen. Mit der HSV Rhein-Nette erwartet die D-Jugend eine schwere Aufgabe, sind die Gäste aus Andernach doch bisher ungeschlagen.
Bisher ungeschlagen - dies gilt auch für beide JSG-C-Jugend-Teams: Für die C2-Jugend kommt mit der HSG Westerwald eine Mannschaft nach Bendorf, die außer Konkurrenz antritt. Dies bedeutet, dass hier teilweise Spieler eines älteren, eigentlich nicht spielberechtigten Jahrgangs eingesetzt werden. Für die JSG C1-Jugend steht ein sehr schweres Auswärtsspiel beim TV Güls an. Die Gastgeber liegen mit nur einer Niederlage auf Platz zwei unmittelbar hinter der JSG Bendorf/Vallendar I.
Erst ein Spiel hat bisher die B-Jugend bestritten, dies aber umso erfolgreicher. Grund hierfür waren Rückzüge anderer Mannschaften und Spielverlegungen. Nun brennen die Jungs auf ihren zweiten Einsatz und wollen als derzeitiger Dritter dem Vierten aus Weibern die Punkte abnehmen.
Ein dicker Brocken kommt für die zweite Mannschaft auf den Mallendarer Berg. Der ungeschlagene Tabellenführer aus Bassenheim gibt seine Visitenkarte in Vallendar ab.
Termine im Überblick
Samstag, 26. Oktober, E-Jugend: HV Vallendar - SV Untermosel 13.30 Uhr; D-Jugend: HV Vallendar - HSV Rhein-Nette 14.30 Uhr; zweite Mannschaft: HV Vallendar - TV Bassenheim 16 Uhr; B-Jugend: HV Vallendar TuS Weibern 18 Uhr (alle Spiele finden in der Sporthalle Vallendar statt).
C-Jugend: TV Güls - JSG Bendorf/Vallendar I 15.45 Uhr, Sporthalle KO-Güls; C-Jugend: JSG Bendorf/Vallendar II - HSG Westerwald 16 Uhr, Sporthalle Bendorf; erste Mannschaft: TV Moselweiß - HV Vallendar 19.30 Uhr Sporthalle KO-Moselweiß.
Sonntag, 27. Oktober, ab 10 Uhr Mini-Turnier in Mendig.
Marco Binnes bei einem Tempogegenstoß - leider wird auch er womöglich in den nächsten Wochen fehlen.
Hier wird Lucas Gerdon derart gefoult, dass es für seinen Gegenspieler zu Recht die Rote Karte gab.
Auch Philipp Woods konnte sich auf Rechtsaußen mehrfach toll in Szene setzen.
