Allgemeine Berichte | 07.07.2015

Kirchengemeinde Urbar informierte Anwohner über den Rückbau der Kirche

Kita-Kinder werden im Aulenbergstadion betreut

Verwaltungsrat Urbar entschied, die Firma Hefterich zu beauftragen

Urbar. „Wann wird die Kirche denn nun endlich abgerissen?“, „Wann kommen denn die ersten Bagger?“, „Wird die Kirche tatsächlich gesprengt?“ - solche oder ähnliche Fragen beschäftigen die Urbarer seit Wochen, wenn es um das Thema Kirchenabriss geht. Besonders die Besitzer und Bewohner der benachbarten Häuser haben seit Bekanntgabe des Abrisses ein mulmiges Gefühl im Bauch und sicherlich die ein oder andere schlaflose Nacht.

Um alle Fragen der Bürgerinnen und Bürger, aber vor allem die der Nachbarn zu beantworten, lud Pfarrer Rüdiger Kiefer am Mittwoch, 1. Juli alle Interessierten ins Urbarer Bürgerhaus ein. Rund 35 interessierte Bürgerinnen und Bürger von Urbar strömten an diesem Abend ins Bürgerhaus, um sich über den aktuellen Stand des Bauvorhabens „Neue Mitte“ zu informieren. Pater Rüdiger Kiefer begrüßte alle, die gekommen waren. Dabei waren an seiner Seite Ralph Janning für den Verwaltungsrat und Dirk Korbach-Wirz, der als Architekt das Bauvorhaben leitet und begleitet. Pater Kiefer erläuterte zunächst den groben Bauplan. Am 3. August soll der Rückbau des Kirchengebäudes und des Pfarrheims beginnen. Diese Bauphase darf maximal acht bis zehn Wochen dauern, was auch von der ausführenden Firma zugesagt wurde.

Dirk Korbach-Wirz, eigenständiger Architekt aus Urbar und selbst engagiert in der Kirchengemeinde, erläuterte, dass bereits vor einigen Wochen eine Neuwieder Firma beauftragt worden war, um die Schadstoffe, die in der Kirche verbaut sind, zu kartieren. Dabei wurde vor allem das bestätigt, was viele „alte“ Urbarer längst wussten: Im Dach der Kirche wurde stark gebundenes Asbest, Teer sowie behandeltes Holz verbaut. Doch kein Grund zur Sorge. Alle Schadstoffe werden von einer geprüften Firma nach den gesetzlich festgelegten Entsorgungsordnungen entsorgt. Das gesamte Vorhaben wird zusätzlich von einem Sicherheits- und Gesundheitskoordinator bewacht.

Um die Stahlträger der Dachkonstruktion, die circa 17 Meter lang und an der dicksten Stelle zwei Meter breit sind, zu entfernen, werden zwei Kräne rund um die Kirche aufgebaut. Wenn das Dach gewichen ist, werden die Außenmauern und die Bodenplatte entfernt. Die dicken Betonmauern werden dazu von einem „Greifer“ zerschnitten und vor Ort geschreddert und später als Füllmaterial benutzt. Der Prozess des Schredderns wird wenige Tage in Anspruch nehmen.

Doch trotz aller Sicherheitsmaßnahmen, so Kiefer, wäre es zu riskant, in dieser Zeit den Betrieb der Kita St. Peter und Paul aufrechtzuerhalten. Die Gefahr, dass Kinder von herunterfallenden Teilen oder umherfahrenden Fahrzeugen verletzt werden, ist zu groß. Deshalb hat man sich in enger Zusammenarbeit mit der Ortsgemeinde und dem Kita-Team dazu entschlossen, die Kinder in der Bauphase von acht Wochen ins Aulenbergstadion auszulagern. Da diese Zeit sechs Wochen der Sommerferien beinhalten, ist die Kinderzahl erfahrungsgemäß kleiner und so ist der Aufenthalt am Sportplatz für die Erzieherinnen und Erzieher gut zu meistern. Die Kinder der Kita freuen sich auf die Zeit im Freien, denn für sie ist das Ganze ein Abenteuer und gar nicht schlimm. Wenn der Rückbau dann Ende September abgeschlossen ist, wird das Gelände begradigt. Im weiteren Verlauf wird dann die neue Kita an der Stelle errichtet, wo bisher die Pfarrkirche stand, gleichzeitig wird eine neue Kapelle gebaut.

Nachdem der grobe Ablauf des Rückbaus also bekannt war, hatten die Anwesenden die Möglichkeit, Pater Kiefer, Ralph Janning und Dirk Korbach-Wirz mit ihren Fragen zu löchern. So interessierte es zum Beispiel einen Anwohner, wie denn die Staubbelastung während der Bauphase sei. Diesbezüglich sicherte Architekt Korbach-Wirz zu, die Firmen seien angewiesen, den Staub ausreichend mit Wasser zu besprengen und somit die Verbreitung einzubinden. Ein wichtiges Anliegen vieler Anwohner war aber die Lärm- und Verkehrsbelastung. Was den Baulärm angeht, kann man nur sagen, dass es ohne natürlich nicht geht. Aber die Abbruchfirmen müssen sich an die gesetzlich geregelten Ruhezeiten halten, sodass abends und früh morgens kein belästigender Baulärm entstehen wird. Was die Verkehrssicherheit angeht, wird es natürlich hier und da zu Einschränkungen kommen, da Baufahrzeuge beim Rangieren die Straße blockieren. Dirk Korbach-Wirz und Pater Kiefer sicherten aber zu, die Idee der Anwohner aufzunehmen und bei der VG prüfen zu lassen, ob für diese Zeit eine Parkverbot- und Einbahnstraßenregelung denkbar wäre. Sicher ist aber, dass Fußgänger weiterhin sicheren Fußes durch die Büngerten bzw. die Gartenstraße laufen können.

Beweissicherungsfachmann soll Begutachtung durchführen

Auch weiterhin sind wir bestrebt, das Bistum von der Beauftragung eines Beweissicherungsfachmannes zu überzeugen, um eventuelle spätere Schäden von früheren Schäden unterscheiden zu können. Sollte dies der Fall sein, werden die Hausbesitzer frühzeitig darüber in Kenntnis gesetzt. Und was die Sorge angeht, das Gebäude würde gesprengt werden, konnte Korbach-Wirz beruhigen, denn eine Sprengung ist in der Ausschreibung eindeutig untersagt. Abschließend verdeutlichte Pater Kiefer noch einmal, dass alle Urbarer sich darüber freuen können, dass der Abriss nun endlich losgeht und dass alles, was danach kommt, mit Spannung erwartet werden darf. Außerdem bedankte er sich schon jetzt für das Verständnis aller betroffenen Anwohner.

Am Donnerstag, 2. Juli entschied der Verwaltungsrat Urbar, dass die Firma Hefterich den Rückbau übernehmen wird, die mit Steigern arbeitet und deshalb eine Gerüststellung überflüssig ist.

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