Residenz Humboldthöhe lädt Angehörige von Verstorbenen ein
Lebensspirale und Gedenkfeier
Vallendar. Im Park der Residenz Humboldthöhe findet man eine Besonderheit. Auf einer Fläche von etwa fünf Metern im Durchmesser liegen spiralförmig angeordnet Rheinkiesel. Wie ein steinerner Weg, der zur Mitte führt, wirken die Steine, die etwa hand- bis faustgroß sind. Zwischen den Kieseln wurden hübsche Blumen gepflanzt, Rosen und Lavendel verbreiten ihren Duft. In der Mitte des Kreises findet sich ein Rosenstrauch, der von einem dekorativen Metallgebilde umgeben ist. Alles wirkt sehr dekorativ und gepflegt – Lebensspirale heißt dieses gartenbauliche Kunstwerk.
Schaut man sich die Steine genauer an, entdeckt man auf einigen Steinen einen Namen. Wenn ein Bewohner der Residenz Humboldthöhe stirbt, holt der soziale Dienst einen passenden Rheinkiesel aus der Lebensspirale. Dann wird, wenn möglich auch mit Angehörigen oder Freunden des Verstorbenen, der Name auf dem Stein verewigt. Jeder Stein sieht in Form, Farbe und Größe anders aus – ein schönes Symbol für die Unterschiedlichkeit und Einmaligkeit des menschlichen Lebens.
Einmal jährlich, so wie auch in der vergangenen Woche, sind Angehörige der Verstorbenen zu einer meditativen Gedenkfeier eingeladen. „Je schöner und voller Erinnerungen, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie ein Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich“, sagte Veranstaltungsleiterin Dagmar Hett zur Begrüßung der Gäste. Im Vortragssaal stand hübsch dekoriert ein langer Tisch, geschmückt mit bunten Blumensträußen und leuchteten Kerzen. Dreiundfünfzig mit Namen versehene Steine kuschelten sich förmlich aneinander. Dreiundfünfzig Gedenksteine für dreiundfünfzig verstorbene Bewohner von Mai 2016 bis Juni 2017. Meditative Musik war zu hören. Die Leiterin des Sozialen Dienstes, Gudrun Gast, las langsam und bedächtig die Namen der Verstorbenen, unterbrochen wurde das Gesagte durch den feinen und wohltuenden Ton einer Klangschale. Dagmar Hett zitierte aus dem Lied „Geboren, um zu leben“: „Es fällt mir schwer, ohne dich zu leben, jeden Tag zu jeder Zeit einfach alles zu geben. Ich denke oft zurück an das, was war an jenem so geliebten Tag ...“ Eine sehr feierliche und bewegende Zeremonie. „Nun möchten wir sie einladen, für ihre Verstorbenen eine Kerze anzuzünden, sie symbolisiert, dass das Licht der Seele des verstorbenen Menschen noch leuchtet und dass er unvergessen ist.“ Nach einem Moment der Stille und einem gemeinsamen Vaterunser waren die Gedenkfeiergäste eingeladen, den personalisierten Kieselstein zurück in den Park zur Lebensspirale zu bringen und ihn dort an der residenzeigenen Gedenkstätte niederzulegen. Bei einem anschließenden gemeinsamen Kaffeetrinken gab es Gelegenheit, sich auszutauschen.
Pressemitteilung der
Residenz Humboldthöhe
Die Gedenksteine feierlich angeordnet.
