Allgemeine Berichte | 07.07.2015

Dreharbeiten zum Film über Pater Franz Reinisch stehen kurz vor dem Abschluss

Märtyrer des Gewissens

P. Franz Reinisch SAC. Archiv

Vallendar. Seit Mai 2013 läuft im Bistum Trier der Seligsprechungsprozess für den Pallottinerpater Franz Reinisch. Der Tiroler fand in Vallendar-Schönstatt seine spirituelle Heimat. Hier liegt er auch begraben.

Seit vergangenem Jahr dreht ein Team Medienschaffender rund um den Postulator des Seligsprechungsprozesses, Prof. P. Dr. Heribert Niederschlag SAC, einen Dokumentarfilm über den mutigen Ordensmann, der 1942 von den Nazis hingerichtet wurde. Die Dreharbeiten führten die „Reinisch-Reisenden“ an verschiedene Orte in Deutschland, Österreich und Italien. Ende Juni dokumentierten die Filmemacher die Kindheitstage und Priesterjahre Reinischs.

Von Vallendar nach Bruchsal über Immenstaad am Bodensee nach Rankweil, Feldkirch und Salzburg. Die dritte Etappe der so genannten „Reinisch-Reise“, die das Filmteam bereits im April 2014 begonnen hat, führte die Mitstreiter von P. Heribert Niederschlag an die Orte der frühen Kindheit Reinischs und seiner späteren Priesterjahre. Erst im vergangenen April hatten sie sich zuletzt auf seinen „Schicksalweg“ begeben. P. Franz Reinisch hatte bei seiner Einkleidung in der Kaserne in Bad Kissingen den Fahneneid auf Hitler verweigert. Daraufhin wurde er mit einem Zwischenstopp in Bamberg nach Berlin-Tegel ins Gefängnis gebracht, nach einigen Wochen nach Brandenburg-Görden verlegt und dort mit dem Fallbeil hingerichtet.

Nach der Dokumentation der Stationen seiner letzten Lebensmonate und der bereits im April 2014 abgedrehten Aufnahmen an den Orten seiner Jugend-, Noviziats- und Jungpriesterzeit in Innsbruck, Brixen und Bozen ging es für die Filmemacher nun zunächst nach Bruchsal. Hier kam P. Reinisch vor allem in den Jahren 1931 und 1932 zur Erholung ins St. Paulusheim der Pallottiner. Aber auch Aushilfen standen dort mehrfach auf seinem Programm, im Gefängnis oder im sogenannten Siechenhaus, umliegenden Gemeinden und natürlich im Paulusheim.

Ab August 1932 ist Franz Stellvertreter des Rektors in Bruchsal. Doch nur einen Monat lang, denn im September zieht es ihn nach Salzburg zum Studium. Als Pallottinerpater wird er sich in den folgenden Jahren immer wieder für kurze Zeitabstände in Bruchsal aufhalten.

Auf dem Hersberg in Immenstaad am Bodensee, dem nächsten Halt für das Drehteam, lebt einer der wichtigsten Reinisch-Kenner, der durch seine jahrelange Recherchearbeit als Postulator für die Vorbereitung des Seligsprechungsprozesses eine fundierte Basis geschaffen hat: P. Dr. Werner Weicht SAC. Akribisch hat der Pallottiner in den vergangenen Jahrzehnten die Arbeit seiner Vorgänger weiterverfolgt und Reinischs Lebenswege nachgezeichnet. Auf Schloss Hersberg war Reinisch unter anderem, um Exerzitienkurse zu halten.

Knapp 75 Kilometer entfernt liegt das österreichische Rankweil, wo Reinischs Eltern Maria und Franz getraut wurden. Direkt angrenzend der Ort Feldkirch, wo der kleine Franz geboren wurde und die ersten Monate seines Lebens verbrachte.

Elternhaus, Taufkirche und Kapuzinerkloster zeugen von der beginnenden Existenz eines Menschen, der mit seiner Gewissensentscheidung Geschichte schreiben sollte.

Der letzte Drehort auf dieser Etappe der „Reinisch-Reise“: das Johannes-Schlößl in Salzburg. Hier studierte Franz Theologie. Wegen des Predigtverbotes in Deutschland, das ihm die Nazis aufgrund seiner offenen Worte auferlegt haben, wird er von August 1937 bis Februar 1941 erneut auf dem Mönchsberg in der Mozartstadt eingesetzt, diesmal aber in der Berufungspastoral und als Vizerektor und Präfekt der Studenten.

Der Film über den schicksalhaften Lebensweg des Pallottinerpaters Franz Reinisch von Angela Marlier und Pascal Nachtsheim wird voraussichtlich im kommenden Jahr auf DVD erscheinen. Ausführliche Informationen zu den Drehorten finden Sie im Reise-Tagebuch der „Reinisch-Reisenden“, das in der vergangenen Woche auf der Facebook-Seite für P. Franz Reinisch https://www.facebook.com/PaterFranzReinisch veröffentlicht wurde. Ab dieser Woche steht das aktuelle Reisetagebuch auch auf der Homepage für den Pallottinerpater www.franz-reinisch.org zur Verfügung.

Hintergrund: In Vallendar-Schönstatt fand der Tiroler Pallottiner-Pater Franz Reinisch seine spirituelle Heimat. Sein Gewissen verbat es ihm, den Fahneneid auf Hitler zu leisten – eine einsame Entscheidung, die er in der Kapelle von Schönstatt fällte und die ihn am 21. August 1942 auf das Schafott brachte. Am 28. Mai 2013 wurde in Trier der Seligsprechungsprozess für P. Franz Reinisch offiziell eröffnet.

P. Franz Reinisch SAC. Archiv
Dreharbeiten in Herrgottsruh in Friedberg bei Augsburg.

Dreharbeiten in Herrgottsruh in Friedberg bei Augsburg.

P. Franz Reinisch SAC. Foto: Archiv

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