Kirchenmusik an St. Marzellinus und Petrus
Ökumenischer Brückenschlag mit Musik
Dritter Vallendarer Evensong war erneut ein voller Erfolg
Vallendar. „Und führe zusammen, was getrennt ist“ - unter diesem Leitgedanken stand auch in diesem Jahr wieder der Ökumenische Evensong, der am 1. September in der Pfarrkirche St. Marzellinus und Petrus Vallendar stattfand. Diese Veranstaltung, die 2013 bereits im dritten Jahr in Folge stattfand, hat auch bei ihrer neuerlichen Auflage wieder viel Zuspruch durch die Bevölkerung erhalten, war die große Vallendarer Kirche doch erneut sehr gut besetzt. Viel Zuspruch erfuhr der Evensong aber auch dadurch, dass nun acht verschiedene Chöre und Chorgemeinschaften aus Vallendar, Urbar und Niederwerth das Abendgebet musikalisch gestalteten und jeder Chor dem Abend einen ganz besonderen musikalischen Glanz verlieh. Auch in diesem Sinne war die Zusammenarbeit dieser verschiedenen Chöre eine Zusammenführung dessen, was sonst eher getrennt ist, stammten die Chöre doch nicht nur aus verschiedenen Orten, sondern auch aus verschiedenen Traditionen: Weltliche und kirchliche Chöre, katholischer und evangelischer Chor, Sängerinnen und Sänger jeden Alters vom Kind bis zum Senior.
Und natürlich versuchte der Evensong auch in diesem Jahr wieder den ärgerlichen Graben zwischen katholischer und evangelischer Kirche mit den Mitteln der Musik zu überbrücken und Ökumene musikalisch hörbar, aber auch im gemeinsamen Wort von Pfarrer Kiefer und Pfarrer Götz erlebbar zu machen.
Es ist das Verdienst des Kantors und Organisten der Pfarreingemeinschaft Vallendar-Urbar Johann Schmelzer, der die Veranstaltung nicht nur ins Leben rief und ihr mit seinem virtuosen Orgelspiel am Begin und Ende auch in diesem Jahr wieder einen würdigen Rahmen verlieh, dass die Veranstaltung wieder ein großer Erfolg wurde, da er sie mit großem Engagement und Herzblut vorbereitet hat und das Zusammenspiel der verschiedenen Chöre organisierte. Nicht zuletzt leitete er auch mit dem Kirchenchor Cäcilia Vallendar, dem Kinderchor Marzellinusspatzen und dem Chor „Cantate“ drei der Chöre selbst. Hinzu kamen neben dem Gospelchor der evangelischen Kirchengemeinde Vallendar unter der Leitung von Stefan Fetsch, dem Kirchenchor Cäcilia Eintracht Niederwerth unter der Leitung von Jürgen Hofstötter und dem ad-hoc-Chor aus der Pallottikirche an Haus Wasserburg unter der Leitung von P. Alexander Diensberg SAC, die bereits in den vergangenen zwei Jahren mitwirkten, erstmals die Familian Harmonists aus Urbar unter dem Dirigat von Florian Strub sowie die Singgemeinschaft Urbar unter der Leitung von Jens Konieczny.
Zusammengeführt wurden beim diesjährigen Evensong aber auch wieder verschiedenartige Musikstücke und Musikstile: So stand am Beginn der Veranstaltung ein stimmgewaltig vorgetragener Hymnus nach dem Gottesloblied „Eine große Stadt ersteht“ in einem Satz von Klaus Wallrath, der nach einem eindrücklichen Rezitativ, dass von Judith Scherer aus dem Kinderchor solo vorgetragen wurde, in der dritten Strophe, die von allen Chören und Zuhörenden gemeinsam musiziert wurde, den Kirchenraum fast zum Erbeben brachte. Auch die drei folgenden Psalmvertonungen konnten unterschiedlicher nicht sein: Zu Gehör gebracht wurden die Liedkanate „Dies ist der Tag“ von Klaus Heizmann, ein im Wechsel vor Chor und Gemeinde vorgetragenes Psalmlied „Wenn Gott uns heimführt“ nach dem Text von Huub Oosterhuis und das achtstimmige Chorwerk „Richte mich Gott“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Mit dem „Nunc dimittis“ von Charles Villiers Stanford, dem Hymnus „Lobt den Herrn der Welt“ von Henry Purcell und dem „Magnificat“ von Alan Wilson waren drei Werke aus der anglo-amerikanischen Tradition verschiedener Epochen zu hören.
Den Abschluss bildete das gemeinsam von allen 200 Mitwirkenden der acht Chöre vorgetragene Segenslied „Bewahre uns Gott“ von Anders Ruuth, das direkt ins Herz der Zuhörenden ging und dessen einfache, aber eindrückliche Melodie und der mitreißende Satz in den Anwesenden noch lange nachklang.
Kirchenchor Niederwerth.
Pfarrer Kiefer und Pfarrer Götz.


