Lokalsport | 08.10.2013

SV 1936 Niederwerth e.V. – SF Höhr-Grenzhausen 0:0 (0:0)

Sieg in der Schlussphase verpasst

Niederwerth. Nach zwei Niederlagen gegen ATA Urmitz und FC Metternich hat der SV Niederwerth wieder in die Spur gefunden - das ist die größte Erkenntnis, die 300 begeisterte Zuschauer auf der Südspitze ziehen konnten. Das Brace-Team konnte gegen eine arrivierte Westerwald-Elf aus Höhr ein hoch verdientes Remis verbuchen - und roch zum Schluss sogar am Dreier.

Derby-Stimmung herrschte auf dem Werther „Wembley-Rasen“ vor einer stattlichen Kulisse: Die Sportfreunde aus Höhr brachten viele Fans mit auf die Insel, der SVN hielt mit gewohnt starkem Anhang dagegen. Der SVN, zum ersten Mal mit Lukas Hoffmann (Jahrgang 95), der ein tolles Spiel ablieferte, in der Anfangsformation, hatte den besseren Start und entwickelte Druck auf das Höhrer Gehäuse, doch Nobel und Schäfer scheiterten knapp. Dann aber kamen die Gäste besser ins Spiel, erarbeiteten sich im Mittelfeld durch intensive Zweikämpfe Neutralität und erste Möglichkeiten; doch der SVN verfügte über eine formidable Defensive und verhinderte einen Rückstand, allen voran der fehlerfreie Torwart Linde. Beide Teams bearbeiteten sich mit Härte, aber auch mit Fairness, sodass der souveräne Schiedsrichter Benjamin Klapper aus Andernach lediglich mit zwei Gelben Karten auskam. Das Spiel ging rauf und runter, doch bis zur Halbzeit beschäftigten sich beide Mannschaften in der neutralen Zone, Torchancen waren Mangelware und so blieb es beim 0:0.

Nach dem Wechsel kam zunächst Höhr, oft über die schnellen Außen, schien sich ein Übergewicht zu erspielen, auch begünstigt durch überhastete Abspielfehler der Blau-Weißen. Aber hier wurde die Stärke des SVN als Team deutlich: Mit Lauf- und Hilfsbereitschaft erkämpften sich die Insel-Kicker immer wieder den Ballbesitz zurück. Beide Teams wechselten ab der 65. Minute durch, und zwar offensiv, denn beide hatten nur ein Ziel: Drei Punkte, beide Mannschaften wollten den Sieg. Robby Brace ermutigte seine Mannschaft zum Angriff.

Furiose Schlussphase

Die Schlussphase wurde furios: Zunächst setzte Johannsen zu einem starken Kopfball an, der jedoch gehalten wurde. Dann rettete Linde katzenartig gegen Blatt. Der eingewechselte Karst chipte die Kugel über den Winkel, anschließend verzog Schäfer. Auf der Gegenseite brachte Pineker die Kugel immer wieder gefährlich vor das SVN-Gehäuse, jedoch an „Freund und Feind“ vorbei. Ein Tor lag in der Luft, die Zuschauer hielten den Atem an, fieberten mit ihren Teams, die immer agiler wurden.

Die letzten zehn Minuten waren an Spannung kaum zu überbieten, der SVN setzte alles auf Sieg; auch Sitto wurde nun eingewechselt und verstärkte somit die Offensive. Doch zunächst war Höhr im Vorteil, mehrfach brannte es lichterloh im Werther Torraum, Ecke auf Ecke flog rein, immer wieder abgeblockt. Dann kam der SVN, angetrieben von Ossi Lau und dem eifrigen Smock, überfallartig und mit guten Schusspositionen – diese gingen aber knapp vorbei. Auch hier gab es drei Ecken hintereinander, sie wurden aber geklärt durch Höhrs souveräne Hintermannschaft.

Dann erfolgte der letzte Konter der Sportfreunde, aber Keeper Linde war auf dem Posten. Auf der Gegenseite lief der letzte SVN-Angriff: Lau passte auf Nobel, ein Haken, die finale Schusschance, aber Höhrs Torwart Klauer kratzt den platzierten Schuss um den Pfosten.

Vorschau

Am Ende war es ein gerechtes Unentschieden für zwei Teams, die sich nichts geschenkt und den vielen Zuschauern einen wunderbaren Fußball-Sonntag beschert hatten. Das Brace-Team steht zurecht in der Bezirksliga Mitte, muss nun aber nach Oberwinter zum „Über-Team“ der Liga - dort sollte es auf Schadensbegrenzung aus sein. Danach kommen die Gegner, die für den SVN auch mal einen Dreier bringen können. Mit dem Teamgeist und der tollen Unterstützung sind die Insel-Kicker nur schwer schlagbar und wollen zu einer festen Größe der Bezirksliga werden.

Es spielten: Dennis Linde, Patrick Keul, Micki Parschau, Lars Johannsen, Dominik Schmengler, Lukas Hoffmann, Alex Schäfer, Marcel Smock, Sascha Nobel, Ossi Lau, Philipp Wasserburger, Fadi Sitto, Timmy Karst, Christian Groß, Björn Bähner, Joshua Lang. Trainer: Robby Brace und Zimbo Zimmermann.

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