Deutscher Hausfrauen-Bund OV Vallendar e.V.
Sophie von La Roche: Eine Hausfrau wird zur literarischen Berühmtheit
Fesselnder Vortrag berichtete über das Leben und Werk der La Roche
Vallendar. Viele Gäste, die zum Teil auch schon andere Vorträge von Herrn Mayer-Sommer über Goethe besucht hatten oder auf Fahrten zu Goethes Spuren mit Herrn Meyer-Sommer dabei waren, fanden sich im Café „Altes & Neues“ in Vallendar ein, um dieses Mal etwas über Goethes Zeitgenossin Sophie von La Roche und ihr Leben und Werk zu erfahren. Der - wie immer gut vorbereitete - Vortrag von Herrn Meyer-Sommer begann mit einer Beschreibung und einer Darstellung auf der Leinwand der im Mittelpunkt des Vortrages stehenden Person Sophie von La Roche.
„Sie war die wunderbarste Frau…“, so beschrieb Goethe die Schriftstellerin in seinem Werk „Dichtung und Wahrheit“ und so titelte auch der angekündigte Vortrag.
Sophie von La Roche wurde 1730 in Kaufbeuren geboren und war ein ungewöhnlich begabtes Kind. Gerne möchte sie unterrichtet werden, aber in dieser Zeit steht für Mädchen nur „vernünftige Haushaltsführung“ auf dem Ausbildungsplan. Frühe Heiratspläne mit Bianconi und später mit Wieland werden von der Familie vereitelt. Im Jahre 1753 heiratet sie schließlich Georg Michael Frank La Roche. Seine Berufstätigkeit erfordert viele Reisen und damit verbunden ist seine häufige Abwesenheit. Ihre beiden Töchter werden im Internat erzogen. Dadurch vermisst sie das bisherige abwechslungsreiche, gesellschaftliche Leben.
Erst dann, im Alter von 40 Jahren, beginnt sie mit dem Schreiben. Sie schafft sich „papierne Mädchen“ und entwickelt ihre eigene, Sophies Geschichte mit dem Titel „Die Geschichte des Fräuleins von Sternheim“. Die Heldin des Romans verliebt sich, heiratet aber einen anderen, führt eine unglückliche Ehe, verliert aber trotzdem nicht den Lebensmut. Wieland ist von ihrem Werk begeistert. Er schreibt die Vorrede zum Buch und ebnet ihr so als Herausgeber den Weg zum Publikum. Der Erfolg ist überwältigend. Es folgen weitere Auflagen und Übersetzungen in mehrere Sprachen.
Sophie von La Roche wird zur literarischen Berühmtheit. In ihrem neuen Zuhause in Koblenz-Ehrenbreitstein trifft sich alles, was in der deutschen Literatur Rang und Namen hat. (Das Haus steht heute noch an der B42-Durchfahrt, ist aber leider nur zu erkennen, wenn man das Bild des ursprünglichen Gebäudes vor Augen hat.)
Nach der Entlassung ihres Mannes und der damit einhergehenden finanziellen Notlage gründet sie die erste deutsche Zeitschrift von Frauen für Frauen, genannt „Pomona für Teutschlands Töchter“. Hierin finden sich Gedichte und Erzählungen, Gedanken zu guten Umgangsformen und Mode, Ideen zum zeitgemäßen Schulunterricht für Mädchen und Reiseberichte. Sie möchte mit ihrem Magazin das Selbstbewusstsein ihrer Leserinnen bestärken. Mit dieser Einstellung ist sie ihrer Zeit Riesenschritte voraus. Leider ermöglicht sie ihren beiden Töchtern nicht, ihre Lebenswege selbstbestimmt zu gehen. Beide Töchter gehen Ehen ein, in denen sie wirtschaftlich versorgt aber nicht glücklich sind.
Herr Meyer-Sommer fesselte mit seinem Vortrag - veranschaulicht mit Bildern von Sophie La Roche, ihren Zeitgenossen und den verschiedenen Wohnorten der Schriftstellerin - die Zuhörer von Anfang an. Mit großem Applaus wurde der außergewöhnliche Vortrag honoriert. Mit einem Weinpräsent bedankte sich Frau Pfahl im Namen des Vereins ganz herzlich bei Herrn Meyer-Sommer.
Kommende Veranstaltungen
Mittwoch, den 26. April: Wir besuchen die Filiale der Deutschen Bundesbank in Koblenz. In einem Vortrag erfahren wir, welche Aufgaben die Deutsche Bundesbank hat. Weitere Informationen gibt es zum derzeit aktuellen Thema „Barer und unbarer Zahlungsverkehr“.
Treffpunkt 11.50 Uhr vor dem Gebäude der Deutschen.Bundesbank, Neustadt 5 (Nähe Stadttheater); Vorschlag: Anfahrt Buslinie 8 ab Vallendar Bhf.11.05 Uhr. Eine verbindliche Anmeldung ist bis zum 13. April erforderlich, da die Teilnehmer namentlich vorab gemeldet werden müssen.
Donnerstag, den 18.Mai: Nach der Eröffnung des Besucherzentrums „Krupp´sche Halle“ wird uns Frau Barbara Friedhofen, die Leiterin des Rheinischen Eisenkunstguss-Museums und nunmehr zertifizierte „Drei-Sterne-Gäste-Begleiterin“ durch das Denkmalareal Sayner Hütte führen. Wir fahren mit Buslinie 8 ab Vallendar Bhf. Treff 13.50 Uhr (Abfahrt 14 Uhr). Bei eigener Anfahrt Treffpunkt 14.35 Uhr an der Gießhalle, anschließend gemeinsames Kaffeetrinken im Schloss Sayn. Bitte Anmeldungund Einzahlung von 10 Euro bis 3.Mai.
Fotos: Privat
