Karnevalsverein 1948 Niederwerth e.V. „Mir were nimmi goot“
Unsre Heimat, Werth im Rhein…
Sitzungsbericht Teil 3
Niederwerth. Im Rahmen der sechsten Sitzung auf der närrischen Insel Niederwerth, sollten die Aktiven des KVN einige Überraschungen erleben, von denen an dieser Stelle natürlich unbedingt berichtet werden muss. Unser Aktiver, Norbert Weber, ist nunmehr seit 40 Jahren auf der Bühne aktiv zu bewundern und sollte deshalb, anlässlich der Sitzung am 22. Januar durch den ersten Vorsitzenden des KVN, Karl-Josef Mettler, zum Ehrenmitglied ernannt werden. Des Weiteren erhielt er aus den Händen des Ehrenpräsidenten der rheinischen Karnevalskooperation, Herrn Peter Schmorleiz, für seine besonderen Verdienste um die Brauchtumspflege und um den rheinischen Karneval, die silberne Verdienstmedaille des RKK am Bande. Norbert Weber stammt aus einer Karnevalsfamilie. Sein Vater Helmut Weber gehörte zu den Gründern des Vereins und war 34 Jahre lang der erste Vorsitzende des KVN. Daher spielte sich natürlich viel im Hause Weber ab, ob Vorstandssitzungen oder Proben, viele Jahre war der Keller im Hause Weber die erste Anlaufstelle der Karnevalisten. Auch seine Mutter musste da öfter einmal zur Nähnadel greifen, wenn es in den Anfängen des Karnevals um das Nähen von Deko oder Kostümen ging. Kein Wunder also, dass für Norbert Weber der Karnevalsverein Niederwerth zur Herzenssache und die Brauchtumspflege zu seiner Leidenschaft wurde. Auch in der Zeit, als er beruflich in Groß-Ostheim wohnte, ist er dem Karneval auf der Insel stets treu geblieben. So pendelte er viele Jahre lang von Groß-Ostheim an den Rhein, um beim Karnevalstreiben dabei zu sein und auch so manche Probe fand in Groß-Ostheim selbst statt. Im November 1976 wurde er in den Verein aufgenommen. Seit dieser Zeit ist Norbert Weber aktiv auf der Bühne zu bewundern. Er hat angekündigt, dass er in dieser Session sein „Versmaß“ an den Nagel hängen möchte. Dies wäre ein großer Verlust für unseren Verein, steht er doch alljährlich mit einem Einzelvortrag und in der Gruppe „Die 3 Schlawiner“ auf der Bühne und hat mit seiner Art des Vortrages wesentlichen Anteil am Gelingen und am Zuspruch unserer Sitzungen. Norbert Weber ist mit seinen Vorträgen ein Garant der guten Laune. Er hat schon viele Charaktere dargestellt. Ob als Tagesschausprecher, Besucher in Bonn oder „Mündiger Bürger“, er präsentiert alljährlich einen politischen Vortrag der besonderen Art. Dass da alle politischen Größen und Parteien glossiert werden, versteht sich von selbst. Ein politischer Kokolores, der so weder in Mainz noch in Köln zelebriert wird. Sein zweites Gesicht zeigt er im Zwiegespräch, zum Beispiel mit Georg Fries, oder in der Gruppe. Dieser Klamauk der besonderen Art, meist noch zu später Stunde, sucht seines Gleichen. Ob als Lebenskünstler mit Rainer Coßmann, Erich Stein oder Lori Becher, Horst Klöckner, Josef Jächel und Georg Fries oder als Schlawiner mit Toni-Peter Pütz und Jürgen Portugall, er ist als „Chef“ verantwortlich für den Inhalt und die Zusammensetzung. Dabei kommt ihm auch seine musikalische Ausbildung zu Gute, denn er begleitet die Gruppen mit seiner Gitarre bei Liedvorträgen. Da bleibt kein Auge trocken und ohne Zugabe oder Rakete geht er nie von der Bühne. An Schwerdonnerstag 2009 erhielt Norbert Weber die „Silberne Narrenkappe der Verbandsgemeinde Vallendar“ für seine hervorragenden Leistungen in der Bütt. Verbandsbürgermeister Fred Pretz würdigte Norbert Weber als einen verdienten Karnevalisten, der sich mit den Fernsehgrößen in Mainz und Köln ohne Probleme messen könne. Norbert Weber verkörpert ein Stück Werther Karneval, denn der Verein ist bekannt für seine vielen Vorträge und die Lebensfreude, die die Aktiven ausstrahlen. Wir meinen, es ist noch zu früh, um mit 64 Jahren in den „karnevalistischen Ruhestand“ zu gehen und hoffen, dass Norbert Weber uns vielleicht doch noch ein klein wenig erhalten bleiben wird.
50 Jahre aktiv
Auch unser Aktiver Rolf Rockenbach erlebte an diesem besonderen Abend eine Überraschung, denn er wurde ebenfalls durch den Ehrenpräsidenten des RKK, Herrn Peter Schmorleiz, anlässlich seines 50 jährigen Bühnenjubiläums, mit der silbernen Verdienstmedaille am Bande geehrt. Er ist ein echter Niederwerther Jung, der vor vielen Jahren in Weitersburg seine neue Heimat gefunden hat und dort auch bis zur letzten Kommunalwahl, 22 Jahre lang, als Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde lenkte. Seine große Leidenschaft war und ist der Karneval auf der Insel und somit feiert er in dieser Session sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Dies bedeutet, dass er nach seinem Wohnortwechsel zu allen Auftritten, Proben und sonstigen Aktivitäten von Weitersburg stets nach Niederwerth kommen und auch die „gesunden Sticheleien zwischen Weitersburg und Niederwerth“ aushalten musste. Im November 1966 wurde er in den Verein aufgenommen. Seit dieser Zeit ist Rolf Rockenbach im Elferrat und jedes Jahr aktiv auf der Bühne zu bewundern. Am 23. Februar 2007 wurde er vom Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Er ist ein echtes „Werther Urgestein“. Sein erster Vortrag auf der Bühne der „Rheinschanz“ hieß damals „Fernsehkrankheit“. Einmal Prinz zu sein, diesen Traum erfüllte er sich 1969, denn da bestieg er unter dem Jubel des närrischen Volkes den Thron als Prinz Rolf I von der Seppelburg. Eigentlich ist er bis heute noch der letzte amtierende Prinz im Werther Karneval, denn mit Rolf Rockenbach ging auch die Ära der Karnevalszüge am Veilchendienstag zu Ende. Der damalige Karnevalszug musste wegen ungeheurer Schneemassen aus Rücksicht auf die Sicherheit der Teilnehmer und der Zuschauerabgesagt werden und in den kommenden Jahren haben keine weiteren Umzüge mehr stattgefunden.
Ob mit Einzelvorträgen oder in der Gruppe, wie zum Beispiel den Klapphörnern, den Rittersleut oder dem Schängel-Sextett konnte Rolf Rockenbach das närrische Volk begeisterten. Sein Auftritt als Bierkönig im Jahre 1984 wird allen noch in guter Erinnerung sein. Einen ständig vollen Maßkrug über die kurze Dauer eines Karnevalsvortrages zu trinken, war schon eine Meisterleistung der Extraklasse. Im Jahr 2000 betrat er als „Bauherr“ die Bütt. Dies war bis zum heutigen Tag sein letzter Einzelvortrag. Doch den Gesangsgruppen ist er stets treu geblieben und auch heute singt er noch bei den Schängelsängern und im Finale. Rolf Rockenbach war viele Jahre auch unser Vizepräsident, in der Zeit unseres Präsidenten und heutigen Ehrenpräsidenten Albert Klöckner, und vertrat ihn auch bei der Jubiläumsveranstaltung zum 40 jährigen Vereinsjubiläum. Mit der Session 2016 steht er nun bereits 50 Jahre auf der närrischen Bühne und wir hoffen, dass noch viele weitere Jahre, an der Seite seiner Sangesbrüder, dazu kommen werden.
Sitzungspräsident ausgezeichnet
Und last but not least wurde noch ein Aktiver des KVN an diesem Abend überrascht. Kein geringerer als unser Sitzungspräsident Thomas Stein, sollte ebenfalls durch Ehrenpräsident Peter Schmorleiz mit der silbernen Verdienstmedaille des RKK ausgezeichnet werden. Unser Thomas ist nun seit 25 Jahren aktiv im Verein tätig und bereits seit 20 Jahren gehört er dem Vorstand an. Sieben Jahre begleitete er davon das Amt des Schriftführers und seit weiteren dreizehn Jahren ist er als erster Kassierer einfach unentbehrlich. Schon im ersten Jahr seiner Vereinszugehörigkeit glänzte er mit seiner unnachahmlichen, einzigartigen Mimik und Gestik und begeisterte sein Publikum. Daneben trat er als Sänger der Band „Die fantastischen Vier" „stimmgewaltig“ in Aktion. Somit hatte „Steiner“, wie er auch genannt wird, die Bretter, die die Welt bedeuten, für sich entdeckt. Unser damaliger Präsident und heutiger Ehrenpräsident, Albert Klöckner, erkannte schon früh, welche weiteren Talente in Thomas schlummerten. So kam es nicht von ungefähr, dass er als „würdiger Nachfolger des großen Abbes“ (Albert Klöckner war 50 Jahre Präsident des KVN) in seine Fußstapfen treten sollte.
Seit nunmehr 10 Jahren lenkt er nun bereits das Narrenschiff, bei alljährlich neun ausverkauften Karnevalssitzungen, sicher und souverän durch die Wogen der Fröhlichkeit und führt in gereimter Form durch das Programm. Dabei zeichnet ihn auch seine große Spontanität aus, denn er geht auf die Belange des Publikums ein und ist stets für einen Spaß zu haben. Natürlich lässt er es sich auch nicht nehmen alljährlich in die „Bütt“ zu steigen. Ob im Einzelvortrag, im Sketch oder mit seinem Freund „Klötzje“ Bernd Kesselheim, seine Ideen sind einfach unerschöpflich und das Publikum dankt es ihm mit einer „närrischen Rakete“. Wenn es nach den Werther Narren geht, würden wir uns freuen, wenn er auch weitere 40 Jahre lang unser Präsident bleiben würde, denn er lebt für den KVN mit Leib und Seele. Er ist stets zur Stelle und mit seiner menschlichen Art hat er die Herzen aller Narren im Sturm erobert. Doch wie er in dieser Session die Zuschauer als Spargeltarzan begeistert und wie er das Publikum mit seinem Tarzanschrei erzittern lässt, erfahren Sie in der nächsten Ausgabe, denn… off em Werth wird gefeiert und Erdbeere geblickt und ist der Spargel mal blau, wird er nach Valler vertickt. Helau!!!
Rolf Rockenbach und Thomas Stein wurden ebenfalls durch Peter Schmorleiz ausgezeichnet!Fotos: privat
