Almuth Sax vom Lauftreff Urbar beendet ihren ersten Marathon in Dresden
„Von 0 auf 42 in zwölf Monaten“
Urbar. Zurzeit läuft wieder sehr erfolgreich der Laufkurs des TV Urbar von 0 auf 6 km. Diese Woche ist Abschluss und alle haben schon vor drei Wochen ihr Ziel erreicht (6 km am Stück laufen) und so konnten wir in Ruhe und gelassen an der „Formfestigung“ arbeiten. Genau vor einem Jahr gehörte auch Almuth Sax zu dieser Laufanfänger-Gruppe. Drei Minuten laufen, drei Minuten gehen, so fing alles an. Nach zwölf Wochen waren es dann schon 8 km am Stück und zu Sylvester 2012/2013 der erste „10er“.
Spätestens da hatte ich „Lunte gerochen“ und wollte mehr. Es folgte der erste Halbmarathon im Mai und langsam reifte ein Traum: der erste Marathon und dann auch noch in ihrer Heimatstadt Dresden. Und so kam der 2. Halbmarathon und noch einige 10er als Vorbereitung dazu. Immer unterstützt von unseren Laufbetreuern und den Mitgliedern des Lauftreffs vom TV Urbar, die immer gerne mit Rat und Tat zur Seite standen. Und dann war es soweit... Mit 1370 weiteren Läufern startete ich über die „Königsdistanz“ von 42 km meinen ersten Marathon bei besten Laufbedingungen. Der Start ist beeindruckend, ein riesiges buntes Meer aus Läufern ergießt sich über die 1. Elbbrücke und das Elbufer - ein Anblick, den leider nur die langsameren Läufer am Ende genießen können. Und genau das, was mir die „alten Hasen“ vom Lauftreff immer erzählt haben, kommt hier zum Tragen: die Schnellen gewinnen zwar, aber die Langsamen haben mehr Spaß. Und so lasse ich es langsam angehen, genau so wie’s mir Frank, Pit und alle anderen geraten haben, genieße die erste Runde durch die barocke Altstadt, vorbei an Zwinger, Semperoper und entlang am Elbufer. Auf etwa der Hälfte kommt ein Kenianer, der spätere Sieger, an mir vorbeigeflogen. Also doppelt so schnell wie ich....Bei Km 22 fangen bei mir langsam die „Wehwehchen“ an.
Die Füße „brennen“ und Waden fangen an zu zwicken. Leichte Panik macht sich breit, denn immerhin habe ich noch 20 km vor mir und gerade jetzt ist auch keine musikalische Unterstützung von einer der zahlreichen Musikgruppen entlang der Strecke zu hören. Ich laufe auf einen Läufer, geschätzt M 35, auf und beginne ein Schwätzchen getrost dem Motto „geteiltes Leid, ist halbes Leid“. Wir erreichen die berühmt, berüchtigte Waldschlösschen-Brücke mit ihrer dezenten Architektur. Ich merke, wie mein „Leidensgenosse“ langsamer wird und so lasse ich ihn bei Km 27 „stehen“, denn mein Ziel ist klar: Ankommen und das möglichst unter 5 Stunden. Und siehe da, es läuft wieder einigermaßen rund und bei Km 28 gibt’s auch wieder Unterstützung von den Samba-Trommlern. So erreiche ich relativ schmerzfrei Km 30 mit der Erkenntnis, dass meine „Probleme“ nicht mehr schlimmer werden. Dann kommt für mich der schönste Teil der Strecke, der „große Garten“ und vorbei an der „gläsernen Fabrik“ von VW. Ich passiere Km 35...Seit einiger Zeit „sammle“ ich geschaffte Mitläufer ein. Ich selbst fühle mich schon lange nicht mehr ganz frisch, aber die hier schauen wirklich nicht gut aus. Und noch 7 km.... Publikum ist kaum noch an der Strecke, aber die Streckenposten feuern unermüdlich und nett an: das schaut gut aus, locker, noch 4 Km... Dann die letzte Verpflegung bei Km 39, aber ich nehme nichts. Ich will nur noch ins Ziel..! Km 40, 41, die „Erdinger-Energy-Meile“ mit Cheerleader-Spalier, bei cooler Musik durch’s Tor mit der Aufschrift „Ihr seid alle Helden“.
Kurz vor dem Start zum Dresdner Marathon.Fotos: privat
Almuth mit Siegermedaille und wohlverdienter Zielverpflegung.
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