CDU-Frauen-Union (FU) Vallendar
Wanderung in die Vergangenheit von Vallendar
Vallendar. Das Wetter drohte zwar mit Ungemach, doch trotzdem machten sich 23 historisch interessierte Bürgerinnen und Bürger unter Führung von Marlies Huber vom Burgplatz aus auf den Weg, um in die nicht immer friedlichen Tiefen der Vallendarer Historie einzutauchen.
Die Siedlungsfläche der Stadt Vallendar breitet sich am rechten Ufer des Mittelrheins gegenüber der bewohnten Rheininsel Niederwerth aus, dort, wo mehrere Bachtäler des Westerwaldes auf das Rheintal stoßen. Die Lage in den Bachtälern ist der Ursprung des Namens, wobei die Silben „val“ und „ndar“ zu unterscheiden sind.
Beide Silben besitzen indogermanische Wurzeln: „val“ bedeutet so viel wie „fließend“, während „ndar“ auf „sumpfiges Gelände“ hinweist.
Vallendar wird erstmals um 830/840 als Besitz der Erzbischöfe von Trier erwähnt, es wird jedoch angenommen, dass es keltischen Ursprungs und damit weitaus älter ist (700-600 v. Chr.). Die Trierer Kurfürsten ließen ihren Besitz durch Vögte verwalten, die jedoch den Besitz immer mehr dem Zugriff des Kurfürsten entziehen konnten.
So sind schließlich seit 1232 die Grafen von Sayn Landesherren und erbauten 1240 am Nordausgang von Vallendar eine Burg, auf deren Grundmauern heute das „Haus d`Ester“, die so genannte „Marienburg“ steht. Zusätzlich erhielt Vallendar zu dieser Zeit Stadtmauern.
Vallendar war seit frühen fränkischen Zeiten alter Königsbesitz. Hier muss es wohl schon seit den Tagen der fränkischen Einwanderung und Eroberung einen „Vallendarischen Königshof“ gegeben haben, der zwar erst seit 1049 urkundlich erwähnt wird und im Jahre 1052 von Kaiser Heinrich III durch Schenkungsurkunde abgetreten worden ist.
Das Königshof-Gelände zog sich vermutlich im heutigen Löhrbachgebiet, etwa vom Wiltsberger-Bau bis zum Rheinufer und dort rheinaufwärts hin, wo hauptsächlich die Weinberge lagen.
Ehemals war Vallendar sowohl als auch die Ortschaften Weitersburg und Mallendar den Grafen von Wittgenstein zugehörig und hieß daher mit Einschluss mehrerer Gemeinden „Die Herrschaft Vallendar“, so hieß es in der amtlichen Ortschronik von Vallendar. Warum Vallendar fast bis zum Beginn der Neuzeit mit einer kleinen Anzahl von Nachbargemeinden fast einen autonomen Kleinstaat bildete und daraus diese souveräne Selbstherrlichkeit entstanden ist, ist dokumentarisch nicht genau nachzuweisen.
Dies ist aber meistens bei so kleinen Herrschaftsgebilden der Fall, deren es ja, im alten Deutschen Reiche, bekanntlich unzählige gegeben hat. Bei Vallendar führt der Grund wohl zweifellos auf die ursprüngliche Vallendarische Reichsunmittelbarkeit zurück.
1143 kam es zur Gründung des Schönstätter Klosters der Augustinerinnen, das 1567 wieder aufgelöst wurde. 1802 gelangte der Ort an das Fürstentum Nassau-Weilburg, 1815 schließlich an das Königreich Preußen.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine reiche Gewerbetätigkeit, die ein Grund dafür war, dass Vallendar am 2. November 1856 die Stadtrechte erhielt.
Marlies Huber führte uns an diversen Gebäuden des 16. und 17. Jahrhunderts vorbei und würzte ihre fundierten Ausführungen mit Anekdoten, die die Gruppe immer wieder zum Schmunzeln brachten. Fast zwei Stunden lang schlug sie uns mit ihren Ausführungen in Bann, sodass nach Abschluss der Führung die Zuführung von Kaffee und Kuchen als zwangsläufig angesehen werden musste.
Das Wetter hatte wohl auch ihren Ausführungen gelauscht, denn mehr als drei Tropfen Regen wollte es uns nicht zukommen lassen.
Pressemitteilung
CDU-FU Vallendar
Der Stadtchef hört die Worte.
„Erfreuliche“ Anekdoten.
Die Gruppe vor dem Start.
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