Allgemeine Berichte | 09.12.2014, 10:11 Uhr

Große Biotop-Pflegeaktion am Dächelsberg in Wachtberg

… jetzt kann der Uhu auf Balz gehen

Dächelsberg - in einer großen NABU-Pflegeaktion legten Mitglieder und freiwillige Helfer das schützenswerte Biotop an mehreren Stellen frei und sicherten damit den Fortbestand dortiger seltenen Tier- und Pflanzenarten.
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Wachtberg. In einer großen, über drei Tage angelegten Aktion haben Mitglieder und freiwillige Helfer der Bonner Kreisgruppe des Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) im November umfangreiche Maßnahmen zur Biotop-Pflege des zwischen Nieder- und Oberbachem gelegenen Naturschutzgebietes Dächelsberg durchgeführt. „Eine so große Aktion hatten wir seit zehn Jahren nicht mehr“, blickt Alexander Heyd vom NABU zufrieden zurück auf die am 21., 22. und 29. November stattgefundenen Aktivitäten. Insgesamt 19 Personen hätten sich beteiligt, eine Gesamtleistung von 170 Arbeitsstunden sei dabei zusammen gekommen. Zum Einsatz seien Motorsägen und Freischneider gekommen, führt Heyd weiter aus. Rund 900 Quadratmeter hätten die Naturfreunde freigelegt, darunter Weiden, Erlen und Robinien. Etwa 1.500 Quadratmeter seien gemäht worden. Besonders nötig sei dies geworden durch starken Brombeer- und Schlehenaufwuchs in den Wiesen. Stolze 80 Kubikmeter Schnittgut seien anschließend verbrannt worden.

Flachwasserzone freigelegt

Die ganze Aktion war in zwei Bereiche aufgeteilt. Unten am See legte die Gruppe die Flachwasserzone frei. Hier mussten Erlen und Weiden entfernt werden, die durch ihren Schattenwurf das Schilf zurückgedrängt hatten. „Der Bereich ist wertvoll als Bruthabitat für Zwergtaucher, Teichrohrsänger und Wasserralle, außerdem natürlich für Libellen und Amphibien“, erläutert Heyd diesen Rückschnitt. Die am Ufer stehenden Gehölze seien so hoch geworden, dass sie auch die umliegenden Magerstandorte beschatteten. Nach dem Schnitt bekommen diese jetzt mehr Licht, so dass sich die sonnenhungrigen Arten dort wieder wohlfühlen, wie zum Beispiel Golddistel, Dost, Ragwurz, Berufskraut, aber auch Tiere wie Schlingnatter und Rote Keulenschrecke.

Der Gipfel

Der zweite Schwerpunkt widmete sich der oberen Sohle auf dem Dächelsberg, dem Gipfel des Hügels.

Hier legten die NABU-Aktiven eine südwestponierte Löss-Wand frei, die vielen Solitärbienen als Niststatt dient. Auch wachsen hier Seltenheiten wie der Hügel-Baldrian, das Schopf-Kreuzblümchen und die Taubenskabiose.

Dies dürfte die Nachtfalter, nachtaktive Schmetterlinge, freuen, besuchen sie doch die nachts blühende Taubenskabiose.

Die Arbeiten seien soweit abgeschlossen, freut sich Heyd über die jüngste Biotop-Pflegeaktion am Dächelsberg, in Kürze beginne schließlich die Balzzeit des Uhus. „Und den wollten wir natürlich nicht stören.“

Der Dächelsberg – nach der NABU-Pflegeaktion.

Der Dächelsberg – nach der NABU-Pflegeaktion.

Dächelsberg - in einer großen NABU-Pflegeaktion legten Mitglieder und freiwillige Helfer das schützenswerte Biotop an mehreren Stellen frei und sicherten damit den Fortbestand dortiger seltenen Tier- und Pflanzenarten.

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