Allgemeine Berichte | 27.08.2015

Musikalische Lesung und Kunst-Retrospektive im Köllenhof

„Charlotte und Friedrich von Schiller“ vor moderner Kunst

„Charlotte und Friedrich von Schiller“ vor moderner Kunst

Wachtberg-Ließem. Ein Besuch im Haus von Friedrich von Schiller in Weimar hat Beatrice Fermor inspiriert, sich auf intensive Spurensuche nach dem Leben Schillers und seiner ebenso wunderbaren wie außergewöhnlichen Liebe zu den Schwestern Charlotte und Caroline von Lengefeld zu begeben. Das Ergebnis ihrer Recherchen konnten die interessierten Zuhörer bei einer Lesung im Rahmen der 9. Wachtberger Kulturwochen erleben. Abwechselnd im Dialog mit Peter Thomas las sie aus Tagebüchern und Briefen, die sich mit Schillers Zeit nach dessen wilden, hemmungslosen jungen Jahren befassen, also der Zeit, in der er sich kaum zwischen den beiden Schwestern entscheiden konnte: Beide lieben ihn und beide liebt er. Die ruhige, sanfte Charlotte und die quirlige, erotische, aber verheiratete Caroline. Erst die Vernunft und die Erkenntnis, dass „bei einer ewigen Verbindung, die er eingehen soll, Leidenschaft nicht sein darf“, lässt ihn sich später - auf Drängen von Caroline - für Charlotte von Lengefeld entscheiden. Auch wenn Schiller glücklich verheiratet ist, lebt er mehr als ungesund und selbstzerstörerisch. Dennoch geht er in seiner Liebe zu Charlotte und seiner Vaterrolle für seine vier Kinder voll auf. Mit ihren sanften und sonoren Stimmen brachten Fermor und Thomas den Zuhörern einen bisher so nicht gekannten Schiller nahe. Musikstücke von Haydn, Mozart und Beethoven, virtuos von Christian A. Lemmer auf dem Klavier gespielt, rundeten die Lesung klangvoll ab.

Retrospektive von Christian A. Lemmer

Damit war der Abend aber noch nicht zu Ende. Peter Thomas leitete mit Schillers Definition von Kunst über zur Ausstellung von Christian A. Lemmer: „Schiller definiert die Kunst als den Ort, wo der Mensch seine Freiheit erlebt. Diese Ansicht gipfelt in dem Satz: „Um es endlich auf einmal heraus zu sagen: der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Christian A. Lemmer zeigt 64 Exponate von seinen künstlerischen Anfängen 1989 bis heute. „Das scheinbar Verspielte und kaleidoskophaft Verschlungene der Grafiken und Malereien in kräftigen Farben soll dem Betrachter die Assoziation zu Schillers besonderer Auffassung des „homo ludens“, spielend und damit schöpferisch, nahe bringen“, so Thomas.

Die Ausstellung ist noch zu sehen bis Sonntag, 30. August

Jeweils zu Veranstaltungen im Köllenhof sowie nach telefonischer Terminvereinbarung Tel. (0 22 8) 34 32 50. Köllenhof, Marienforster Weg 14, Wachtberg-Ließem.

Pressemitteilung der

Gemeinde Wachtberg

Christian A. Lemmer mit musikalischer Begleitung am Flügel, Beatrice Fermor und Peter Thomas als Sprecher bei der Lesung. Foto: Gemeinde Wachtberg

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