Allgemeine Berichte | 17.12.2015, 10:37 Uhr

Volkshochschule trägt zur Integration bei

Deutschlehrer für Flüchtlinge in Wachtberg dringend gesucht

Noch in diesem Jahr soll der dritte Einsteigerkurs starten. Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, dem Iran und dem Irak werden unterrichtet.

Zwei Dutzend Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, dem Irak und dem Iran lernen derzeit im Köllenhof in Ließem die deutsche Sprache bei der Volkshochschule.Jost
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Wachtberg. Wachtberg. „Mann. Zei-Tung.“ Brav sprechen die zwei Dutzend Männer, Frauen und Kinder nach, was Lehrkraft Evgeni Goshev ihnen gerade mit deutlicher Aussprache vorgesagt hat: Ein Mann von der Zeitung ist da. Er interessiert sich für den Sprachunterricht Deutsch für Flüchtlinge der Volkshochschule Meckenheim, Rheinbach, Swisttal mit Wachtberg (VHS) im Köllenhof Ließem, der gerade zum ersten Mal läuft.

Ein weiterer Kurs läuft zeitgleich im Hotel Wiesenau bei Pech, ein dritter soll kommende Woche starten. Dafür sucht die VHS allerdings noch händeringend weitere Menschen, die Deutsch unterrichten können. „Der Kurs soll lediglich einen Einstieg in die deutsche Sprache bringen, es handelt sich keinesfalls um einen Integrationskurs“, stellt VHS-Fachbereichsleiterin Tanja Waldeck klar.

Die Einsteigerkurse gehen dennoch jeweils über 300 Stunden und werden von der Bundesarbeitsagentur finanziert. „Damit die Neuankömmlinge zumindest die grundlegenden Dinge in Deutschland verstehen“, erläutert der Wachtberger VHS-Ortsbeauftragte Ulf Hausmanns. Bis Mitte April haben die größtenteils erwachsenen „Schüler“ auf freiwilliger Basis täglich vier Stunden Unterricht und lernen so die Grundzüge der deutschen Sprache.

Die meisten kennen das lateinische Alphabet nicht

Es handelt sich dabei ausschließlich um Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, dem Iran und dem Irak, die eine Bleibeperspektive haben und an deren Integration konsequent und unverzüglich gearbeitet werden soll, so Waldeck.

Daher kommt erschwerend hinzu, dass die allermeisten lediglich Arabisch, Kurdisch, Armenisch und Tigrinia sprechen und somit das lateinische Alphabet überhaupt nicht kennen. Eine extra Herausforderung für die Lehrkräfte wie den 26-jährigen bulgarischen Studenten Evgeni Goshev, der demnächst sein Promotionsstudium im Fach Islamwissenschaften aufnehmen möchte. Zusammen mit 17 weiteren Lehrkräften kümmert er sich darum, dass die derzeit acht Sprachkurse der VHS mit zusammen 180 Flüchtlingen ordentlich über die Bühne gehen.

Jeweils zwei Lehrkräfte kümmern sich um einen Kurs, von denen in jeder der VHS angeschlossenen Kommune zwei stattfinden. „Wenn in der kommenden Woche der dritte Kurs in Wachtberg startet, sind wir Spitzenreiter“, freuen sich Bürgermeisterin Renate Offergeld (SPD) und Hausmanns gleichermaßen.

Förderung durch die Arbeitsagentur

Was auch dem Ökumenischen Arbeitskreis zu verdanken sei, der sich mit seinem Leiter Kurt Zimmermann stark um die Betreuung der Flüchtlinge im Drachenfelser Ländchen kümmert. Allerdings muss der Kurs dieses Jahr auch tatsächlich noch starten, um die Förderung der Arbeitsagentur zu sichern. Deshalb sind weiterhin kurzfristig Leute gesucht, die in der Lage sind, regelmäßig Deutschunterricht zu erteilen und die idealerweise schon einschlägige Erfahrungen gesammelt haben.

Die Kurse finden montags bis freitags zwischen 15 und 18.30 Uhr statt. Anschließend wird noch in kleinen Gruppen nachgearbeitet, wenn dies gewünscht wird oder für den einen oder anderen erforderlich scheint. Wo und wann die dritte Gruppe stattfindet, richtet sich sowohl nach den zeitlichen Möglichkeiten der künftigen Unterrichtskräfte als auch nach der Verfügbarkeit von geeigneten Räumen. In dieser Hinsicht scheint sich eine Klärung abzuzeichnen, so Offergeld, die kurz darauf gemeinsam mit Zimmermann eine angebotene und sehr gut geeignete Räumlichkeit in Augenschein nahm.

Von organisatorischer Seite wird jedenfalls auf größtmögliche Flexibilität Wert gelegt, betonte Hausmanns. Damit sollen auch Lehrkräfte angesprochen werden, die mit einem reduzierten Stundenkontingent in festen Arbeitsverhältnissen unterrichten und noch Kapazitäten frei haben, um am Unterricht für Flüchtlinge mitzuwirken.

Lehrkräfte mit Migrationshintergrund sind besonders gerne gesehen.

Wer an einer solchen Tätigkeit interessiert ist, möge sich an Tanja Waldeck wenden unter Telefon (0 22 26) 92 19 25, Email: tanja.waldeck@vhs-rheinbach.de, oder an Ulf Hausmanns, Telefon (02 28) 32 72 36, Email: ulf.hausmanns@t-online.de.

-JOST-

Zwei Dutzend Flüchtlinge aus Syrien, Eritrea, dem Irak und dem Iran lernen derzeit im Köllenhof in Ließem die deutsche Sprache bei der Volkshochschule.Foto: Jost

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