Es gibt nichts Gutes, außer man tut es …
Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Wachtberg zum Dank für langjährige Unterstützung anderer
aus Wachtberg
Wachtberg-Berkum. Das Goldene Buch, original Libro d’Oro, war ursprünglich ein prunkvoll verziertes Verzeichnis, in das in Italien im Mittelalter eingetragen wurde, wer zum regierenden Adel gehörte. Das Goldene Buch der Gemeinde Wachtberg dagegen hat weder ein edles Schloss noch ist es mit wertvollen Steinen besetzt. Bei diesem Buch steckt das Gold in den Seiten: Es ist ein Buch der besonderen Menschen. Menschen, die Wachtberg reich machen. Reich machen durch ihr Tun und Handeln.
Und so ist es ein besonderer und berührender Moment, als sich am Abend des 2. November im Berkumer Rathaus drei Menschen in dieses Buch eintragen, denen äußerer Goldglanz nicht wichtig wäre. Ihr Gold liegt im Menschsein, in der Unterstützung anderer Menschen. Seit Jahren setzen sie sich dafür in Wachtberg ein, leben dies: Andrea Neu und Marianne und Heiner Pilger. Wichtig ist ihnen, dass sie diesen Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde Wachtberg stellvertretend für die Teams der „ZUGABE“ und des Kleiderpavillons in Ließem vornehmen, auch für die, die nicht mehr da sind.
„Sie waren Herz, Kopf und Hände der ´ZUGABE´ – mit großem persönlichem Einsatz, viel Einfühlungsvermögen und einem offenen Blick für die Bedürfnisse anderer“, so würdigt Bürgermeister Swen Christian das Engagement von Andrea Neu in der ZUGABE. Sie selbst sagt, dass diese Arbeit sie immer wieder aufs Neue Nächstenliebe und Gottvertrauen gelehrt habe. Und genau das spiegelt sich in den anerkennenden Worten des Bürgermeisters wider: „Sie haben mit Ihrem Engagement nicht nur vielen Menschen geholfen, sondern auch den Zusammenhalt in unserer Gemeinde gestärkt. Sie haben gezeigt, dass Nächstenliebe keine abstrakte Idee ist, sondern durch konkretes Handeln jeden Tag gelebt werden kann.“
Als sich Andrea Neu in das Goldene Buch einträgt, tut sie dies in Gedenken an Josi Duell, die an ihrer Seite lange in der „ZUGABE“ engagiert war und im letzten Jahr verstorben ist.
Marianne und Heiner Pilger – ihre Namen sind eng verbunden mit dem Kleiderpavillon in Ließem und ihrem Wohnort Gimmersdorf. „Sie, lieber Herr Pilger, haben sich mit der Dorfchronik ,Von Ingermarestorp zu Gimmersdorf‘ um die Bewahrung der Geschichte ihres Heimatortes verdient gemacht. Mit großer Sorgfalt haben Sie historische Ereignisse und Geschichten zusammengetragen und damit einen wichtigen Beitrag geleistet, das Wissen um die Wurzeln Gimmersdorfs für kommende Generationen zu erhalten. Darüber hinaus bereichern Sie mit Ihren künstlerischen Arbeiten das kulturelle Leben Wachtbergs. Ihre Aquarelle halten typische Szenen unserer Ortsteile fest und machen sichtbar, was unsere Heimat so besonders macht“, mit diesen Worten würdigt Swen Christian das Engagement von Heiner Pilger, der lange Zeit auch für die SPD Wachtberg im Rat der Gemeinde aktiv war. Marianne Pilger, seine Ehefrau, ist seit Jahrzehnten im Kleiderpavillon in Ließem ehrenamtlich engagiert und hatte viele Jahre dessen Leitung inne. Ihr ist es zu verdanken, dass der Kleiderpavillon zu dem wurde, was er ist – ein Ort der Begegnung, der Unterstützung, der Hilfe und des Willkommens. „Ihr Engagement steht für praktische Hilfe, für Solidarität und für die Überzeugung, dass Zusammenhalt im Alltag beginnt“, führt Swen Christian aus.
Im Namen der geflüchteten Menschen, für die sowohl die „ZUGABE“ als auch der Kleiderpavillon wichtige Anlaufstellen der Hilfe und Unterstützung sind, überreichten Tülün Kahlenberg, Sozialarbeiterin im Sachgebiet Asyl, und Katja Ackermann, Ehrenamtskoordinatorin der Gemeinde Wachtberg, ein „DANKESCHÖN“ in Wort und Bild.
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, so lautet ein berühmter Satz von Erich Kästner. Und dieses Zitat schreiben Marianne und Heiner Pilger zu ihrer Seite ins Goldene Buch. Ein Satz, der das Lebenswerk der drei zeichnet. Ein Satz, der mit ihnen verbunden bleibt.
v.l.n.r.: Bürgermeister Swen Christian, Andrea Neu, Heiner Pilger, Marianne Pilger, Tülün Kahlenberg, Katja Ackermann Foto: J. Höhne