Allgemeine Berichte | 14.01.2016, 08:10 Uhr

Die Gemeinde Wachtberg informiert

Kleiner Wald im Aufwind

Infoveranstaltung für Waldbesitzer am Donnerstag, 21. Januar in Villiprott

Wachtberg. Ministerium sagt Waldflurbereinigung für die Gemeinde Wachtberg zu. Was lange währt, wird endlich gut, könnte gesagt werden – denn schon seit einigen Jahren bemühen sich die Forstbetriebsgemeinschaft Drachenfelser Ländchen, allen voran der Vorsitzende Dr. Christoph Abs, und das betreuende Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft um ein solches Verfahren. Es wird die Möglichkeit bieten, die Waldbesitzstrukturen und damit die Voraussetzungen für die Bewirtschaftung entscheidend zu verbessern.

Infoveranstaltung „Flur- bereinigung und Gemeinschaft- liche Waldbewirtschaftung“

Die Bezirksregierung Köln als zuständige Flurbereinigungsbehörde und Wald und Holz NRW werden am Donnerstag, 21. Januar um 18 Uhr in der Schützenhalle, Beckers Kreuz in 53343 Wachtberg-Villiprott im Rahmen einer Informationsveranstaltung über die Themen Flurbereinigung und Gemeinschaftliche Waldbewirtschaftung aufklären. Dazu ist jeder Waldeigentümer der Gemeinde Wachtberg eingeladen. Für Rückfragen steht Herr Ahlmeier von Wald und Holz NRW unter Tel. (0 25 1) 91 79 72 73 zur Verfügung. Auch beim Forstbetriebsbezirk Venne können erste Auskünfte bei Herrn Wild unter Tel. (0 22 8) 31 47 93 erfragt werden.

Rückblick

Aber von vorn: Seit einigen Jahrzehnten schon sind es vor allem zwei Dinge, die eine Bewirtschaftung der ganz überwiegend privaten Wälder in der Gemeinde Wachtberg schwierig machen: Da wirkt einerseits ein Holzmarkt, der mit immer größeren nachgefragten Holzmengen an einem Ort und immer speziellerer Sortierung des Holzes für verschiedene Verwendungen den „kleinen“ Waldbesitzern buchstäblich davonläuft. Andererseits sind die Flächen der Waldbesitzer im Durchschnitt durch Erbteilung immer kleiner geworden, oder es teilen sich Erbengemeinschaften kleinste Waldflächen. Das Ergebnis sind Besitzverhältnisse, die nur sehr schwer eine Wertschöpfung ermöglichen, weil die Bewirtschaftung dieser Klein- und Kleinstflächen sehr kostspielig ist.

Dass es unter den Waldeigentümern die Bereitschaft und auch den Wunsch nach einer Strukturverbesserung gibt, hat schon 2012 der Forstwissenschaftler Christian Langfeldt nachgewiesen, der im Rahmen seiner Masterarbeit an der Universität Freiburg mit einer umfangreichen Befragung die Ziele und Wünsche der Wachtberger Waldbesitzer untersucht hat. Danach würden zum Beispiel 60 Prozent der Befragten einen Flächentausch zur Arrondierung zersplitterter Flächen begrüßen.

Mögliches Flurbereinigungsverfahren

Umso erfreulicher ist es, dass es nun vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV) des Landes Nordrhein-Westfalen die Zusage gibt, in einem möglichen Flurbereinigungsverfahren die Waldflächen in der Gemeinde neu zu ordnen und ungünstige Strukturen zu verbessern. Auch der Beigeordnete der Gemeinde, Jörg Ostermann, ist erfreut über die gute Nachricht: “Ich freue mich, dass das Land Nordrhein-Westfalen in eine ländliche Wertschöpfung investiert, und hoffe auf reges Interesse bei den Waldbesitzern.“

Eine wichtige Voraussetzung für die förmliche Einleitung eines solchen Verfahrens ist die hinreichende Bereitschaft der Eigentümer, daran mitzuwirken. Dabei trägt das Land die Verfahrenskosten wie die Vermessung und Bewertung der Flächen, während die Grundeigentümer einen Eigenanteil zum Beispiel für Erschließungsmaßnahmen zahlen. Selbstverständlich sollen die Wünsche jedes einzelnen Eigentümers in intensiven Gesprächen erfragt und in die Neuordnung eingearbeitet werden. Für Eigentümer, die sich selbst nicht mehr um die Bewirtschaftung ihrer Waldflächen kümmern können oder wollen, ist über eine bloße Arrondierung hinaus noch mehr möglich: parallel zur Abfrage der Wünsche zur Neuordnung soll für sie die Möglichkeit bestehen, an einem Projekt bei Wald und Holz NRW teilzunehmen. Ziel dieses Projektes ist es, durch gemeinschaftliche Waldbewirtschaftung für mehr Holznutzung und damit einen besseren Pflegezustand der Wälder zu sorgen. Dazu soll versucht werden, interessierte Kleinprivatwaldbesitzer durch Kooperationen miteinander zu stärken.

Pressemitteilung der

Gemeinde Wachtberg

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