Allgemeine Berichte | 03.09.2015

Lesetheater von Monika Clever

Machen Sie es schön für ihn

Lesetheater mit von Monika Clever ausgesuchten Überraschungstexten. Gemeinde Wachtberg

Wachtberg-Niederbachem. Die Ratschläge, die ein Pastor in seinem 1881 verfassten Ratgeber für ein glückliches Zuhause seinerzeit jungen Ehefrauen mit auf den Weg gab, muten heute mehr als befremdlich an. Da wird die Persönlichkeit der Frau den allgemeinen Tugenden untergeordnet. Fleißig und reinlich, sparsam, sittsam und dem Manne untergeordnet hatten die Ehefrauen damals zu sein. Ein derartiges Frauenbild gibt es schon lange nicht mehr. Oder doch? Im Rahmen der diesjährigen Wachtberger Kulturwochen hatte Monika Clever erneut zu einem Lesetheater in ihren Bildergarten eingeladen. Rund ein Dutzend Gäste fand sich bei der Niederbachemer Künstlerin ein, ausschließlich weibliche Lesebegeisterte. Das mag auch am Thema gelegen haben, hatte Clever doch den Abend mit „Vom häuslichen Glück und anderen Märchen“ angekündigt. So gar nicht märchenhaft, aber heute irgendwie doch auch wieder wie ein Märchen, klangen dann auch die Tipps aus dem Ratgeber des ausgehenden 19. Jahrhunderts, mit denen Clever die Lesung begann. Abwechselnd lasen sie und die Gäste die von der Gastgeberin vorgegebenen Texte vor.

Die gute Ehefrau, Hausfrau und Mutter

Siebzig Jahre später, in der Mitte des 20. Jahrhunderts, so denkt man, gestaltete sich das Zusammenleben von Mann und Frau schon wesentlich glücklicher, befreit von derart antiquierten Ansichten wie denen des Ratgeber schreibenden Kirchenvertreters. Die Texte, die Clever anschließend in der Leserunde verteilte, hatte sie einer 1955 erschienenen Ausgabe des Magazins „Housekeeping monthly“ entnommen. In diesem Handbuch für die gute Ehefrau fanden sich Tipps und hilfreiche Ratschläge für vielerlei Lebens- und Alltagssituationen. „Bereiten Sie ihrem Ehemann ein schönes Heim. Halten Sie alles ordentlich, aufgeräumt, kochen Sie sein Leibgericht und ziehen Sie sich selbst und die Kinder hübsch an, bevor Ihr Ehemann nach Hause kommt“, derlei Empfehlungen galt es sich als gute Hausfrau zu Herzen zu nehmen. Sowohl in Dingen der Haushaltsführung gab es ‚nützliche‘ Belehrungen wie auch zur Familienbetreuung und zu Fragen des Berufs. Letzteres übte nur der Mann aus, er war der Herr im Haus, ihm galt es, nach einem anstrengenden Arbeitstag, zu Hause die wohlverdiente Ruhe zu bereiten. Alltagssorgen um Haus und Kinder sollten von ihm ferngehalten werden, die Rechtschaffenheit des Ehemannes anzuzweifeln war ein ebensolches Tabu, wie den spät oder nachts gar nicht heimkommenden Gatten nach dem Grund dafür zu fragen. 1881 bis 1955 waren die Texte des Pastors noch Garant für heiteres Kopfschütteln bei den Lesetheater-Gästen, so wechselten die amüsierten Mienen der Zuhörer beim Lesen der 50er-Jahre-Lektüre gleich mehrfach von Überraschtsein bis hin zu Fassungslosigkeit. Wer hätte das gedacht, schmunzelte Clever angesichts der erstaunten Gesichter. Das Lesetheater endete mit Gedichten über die Liebe von Kurt Tucholsky, Wilhelm Busch, Erich Kästner und mit zwei Stücken von Loriot, dem Meister der Beobachtung ehelichen Zusammenlebens.

Pressemitteilung der

Gemeinde Wachtberg

Lesetheater mit von Monika Clever ausgesuchten Überraschungstexten. Foto: Gemeinde Wachtberg

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 8

  • Winfried: Rheinbrücke bei Engers
  • Gerhard Stotzem: Die einzige mir bekannte Brückenbaustelle in Hönningen berührt zwar den Ahrradweg, aber sie unterbricht ihn nicht. Es handelt sich dabei um eine Ahrquerung vom Radweg in die Ortschaft. Der Radweg zwischen...
  • Jörg Kasper: Habe zehn Jahre rumgedocktert, war schon als Simmulant abgestempelt, dann 2021 war es soweit. Im November links, Hüfttep und weil es so schön war, sieben Monate später rechts, da hatte mein Arzt dann gemerkt das ich nicht simuliert habe.
  • Horst Peschell: Manschmal isch aber auch der Bein und der Knie inschgeschamt im Arrrrgehnnnn, ich hab Krääääätze und Schoooorf, Schnooooorrrrr!!! ESCH juckt so seeeehr, ob eine Prothese da hilft ? mit freundlichen Grüßen Eure Schorfkrätze
  • Heruete: Holt euch auf jeden Fall eine Zweit- oder Drittmeinung ein. So schnell wie in Deutschland wird in keinem anderen Land operiert und der Patient über den OP Tisch gezogen
Dauerauftrag 2026
100 Jahre KGO
Wir helfen im Trauerfall
sprudelndes Sinzig
Sprudelndes Sinzig
Feuerwehrfest in Heimersheim
Anzeigensponsoring Sommerbunt - o.B.
Empfohlene Artikel
Die Verbindung zwischen dem Reitverein und der Palliativmedizin hat in Metternich eine feste Tradition.Fotos: privat
14

Weilerswist-Metternich. Ein unvergessliches Erlebnis für die kleinsten Pferdefreunde und gleichzeitig ein starkes Zeichen für die Region: Der Reit- und Fahrverein (RFV) Metternich e.V. veranstaltete ein großes, geführtes Ponyreiten auf seiner Vereinsanlage am Ginsterberg. Das Besondere an dieser Aktion: Die gesamten Einnahmen des Reitens, wurden zu 100 Prozent an das Palliativ-Netz Südlicher Erftkreis e.V. gespendet.

Weiterlesen

Symbolbild.
226

Mit dem Übergang in den Frühsommer verdichten sich die Energien: Die Tage werden länger, Entscheidungen klarer und Beziehungen intensiver. Rund um die Sommersonnenwende am 21. Juni zeigt sich für viele Sternzeichen eine Phase zwischen Aufbruch und innerer Standortbestimmung. Während berufliche Themen Fahrt aufnehmen, verlangen persönliche Beziehungen nach Aufmerksamkeit und ehrlichen Gesprächen.

Weiterlesen

Symbolbild.
76

Region. Der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) erweitert seine Maßnahmen zur Qualitätssicherung im Schienenpersonennahverkehr (SPNV): Ab Mitte Juni kommen erstmals sogenannte Profitester*innen zum Einsatz, um die Qualität der Verkehrsleistungen anhand objektiver Kriterien überprüfen zu können. Bereits heute enthalten die Verkehrsverträge umfangreiche Qualitätsvorgaben.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Auch Ehrengäste kamen zum Gratulieren vorbei.  Foto:Stadtverwaltung / Wolfgang Horrmann
2276

Bad Neuenahr-Ahrweiler. In Beisein der Pflegekräfte des Seniorenheim St. Maria-Josef gratulierten die Beigeordneten der Stadtverwaltung, Wolfgang Horrmann (l.), und des Kreises Ahrweiler, Horst Gies (r.), der Jubilarin Annedore Hildebrandt zum 100. Geburtstag und überbrachten ihr die besten Wünsche. Ihre Freude darüber war sehr groß, dass sowohl die Stadt als auch der Kreis sie mit einem Präsentkorb sowie einer Orchidee überraschten.

Weiterlesen