Allgemeine Berichte | 25.02.2015, 12:33 Uhr

„Kloatscheeten“ mit dem Bürgerverein Arzdorf

Spaß an westfälischem Sport

Norddeutsche Sitten und Gebräuche wurden einstimmig gelobt

Der Parcours lief rund um Arzdorf.
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Arzdorf. Bei noch einigermaßen gutem Wetter versuchten sich die Mitglieder des Arzdorfer Bürgervereins an einer norddeutschen Sportart. Auf einer etwa fünf Kilometer langen Strecke kämpften zwei Gruppen des Bürgervereins Arzdorf mit je elf Sportlern gegeneinander. Der Parcours rund um Arzdorf konnte unter ordentlichen Bedingungen bewältigt werden. Auf dem trockenen Boden sprang und rollte der Kloat mit großer Dynamik. Nach jeder Runde konnte bei Gespräch und kühlen Getränken entspannt werden. Nach zwei Stunden fordernden Sports trafen die Teilnehmer mit weiteren Mitgliedern des Bürgervereins zusammen, um den Tag in großer Runde mit einem zünftigen Grünkohlessen mit roten Beeten und Essiggurken zu beenden. Eine Grünkohlvariante, wie man sie aus Westfalen kennt. Kloatscheeten ist ein uralter Brauch, über dessen Beginn aber wenig bekannt ist. In zufällig gefundenen Einträgen in einem Kirchenratsprotokoll aus den Jahren 1630 und 1631 wird bereits der Kloet und das „Spielen mit dem Bollen und Kloet“ erwähnt. Auf dem deutschen Turnfest in Leipzig wurde das Kloatscheeten 1913 als Sportart vorgestellt. Das Sportgerät ist der Kloat, eine etwa 380 bis 450 Gramm schwere und 40 bis 45 Millimeter dicke, abgerundete Scheibe im Durchmesser von 70 bis 80 mm.

In der Mitte befindet sich ein Bleikern.

Er wird mit einem Unterschulterwurf möglichst weit geworfen, um durch das anschließende Ausrollen dann an Länge zu gewinnen. Von November bis Ende März ist die Saison der Hobby-Kloatscheeter in Norddeutschland. Das Gesellige steht hierbei ganz eindeutig im Vordergrund. Vor Spielbeginn werden zwei Mannschaften gebildet und die Reihenfolge der Werfer ausgelost. Die Strecke führt über Wirtschafts- und Feldwege. Begonnen wird mit dem ersten Spieler einer Mannschaft, der den Kloat mit Schwung über die Strecke rollt. Der erste Werfer der gegnerischen Mannschaft versucht mit einem zweiten Kloat eine weitere Strecke zu schaffen. Der jeweilige Endpunkt des Wurfes ist der Startpunkt für den nächsten Spieler der gleichen Mannschaft. Gewonnen hat die Mannschaft, deren Kloat nach einem Durchgang die weitestete Strecke zurückgelegt hat. Die norddeutscher Sitten und Gebräuche wurden einstimmig gelobt. „Auch Westfalen können Frohsinn, Geselligkeit und Sport miteinander in Einklang bringen“, so der Organisator Dieter Klocke.

Der Parcours lief rund um Arzdorf.

Der Parcours lief rund um Arzdorf.

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