Trinkwasserbrunnen Wachtberg
Trinkwasserbrunnen als Klimaanpassung in Wachtberg gefordert
Wachtberg. Die extremen Hitzeperioden in diesem Jahr, die sich infolge des eingetretenen Klimawandels wohl dauerhaft einstellen dürften, haben die Wachtberger Parents for Future erneut auf den Plan gerufen. Nach drei Jahren verwaltungsinternem Stillstand mahnen sie die Wiederbelebung eines dort offensichtlich versandeten Bürgerantrags an. Danach wurde angeregt, in zentralen Orten, namentlich auf dem Vorplatz des Henseler Hofs in Niederbachem, Trinkwasserbrunnen für die Bevölkerung aufzustellen.
Die Sommermonate dieses Jahres werden statistisch weltweit die mit den heißesten Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen werden. Unter Verweis auf die weiteren globalen Entwicklungstendenzen, die bei der Hitze von noch höheren Temperaturen im Sommer und auch längeren Dauern und größeren Häufigkeiten von Hitzeperioden ausgehen, wurde bereits im Sommer 2023 ein Bürgerantrag, den die Wachtberger Parents for Future unterstützten, bei der Gemeinde Wachtberg eingereicht. Darin wurden im Zuge der Klimawandelanpassung in Wachtberg schützende und präventive Maßnahmen vorgeschlagen.
In diesem Bürgerantrag wurden öffentliche Trinkwasserbrunnen angeregt, die an zentralen Stellen in den Wachtberger Ortsteilen errichtet werden sollten, um die fußläufige Bevölkerung im Bedarfsfall kostenlos und punktuell mit Trinkwasser zu versorgen.
Trinkwasserbrunnen können überlebenswichtige Funktionen wahrnehmen
„Trinkwasser ist bei extremen Hitzetagen das wichtigste Gut für Menschen, insbesondere für Senioren und vulnerable Bevölkerungsgruppen. Ein zu wenig kann für Menschen zu lebensbedrohlichen Situationen führen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Parents. Die überlebenswichtige Bedeutung solcher Trinkwasserbrunnen könne durchaus mit dem Vorhalten von Defibrillatoren verglichen werden, die bereits im Rathaus und in Schulen vorgehalten werden. Trinkwasserbrunnen wären ein wichtiger Schritt, unaufschiebbare Klimaanpassungsmaßnahmen umzusetzen.
Doch dieser Bürgerantrag ist offensichtlich in den Mühlen der Berkumer Verwaltung untergegangen. Der Haupt- und Finanzausschuss hat den Antrag zunächst dem Verwaltungsrat AöR zugeleitet. Dieser lehnte ohne erkennbare Begründung den Antrag einstimmig in seiner Sitzung am 28.11.2023 ab, wie Recherchen der Antragsteller ergeben haben. Der Antragsteller wurde darüber nicht informiert.
Es fehlt immer noch die politische Entscheidung
Da nicht der Verwaltungsrat AöR sondern die Gemeinde selbst die letztliche Entscheidung trifft, hätte man erwarten können, dass die Gemeinde eine erneute Vorlage in einem der Ausschüsse einstellt. Dieses ist jedoch bis heute nicht geschehen.
Angesichts der immer mehr zunehmenden Extremhitzeperioden stellt sich für viele Wachtberger die Frage, ob das Thema bei der Gemeinde in der notwendigen Tiefe und Konsequenz in vollem Umfang überhaupt angekommen ist.
Leider ist in den Vorlagen der Gemeinde zu den jeweiligen Ausschüssen das Thema „Trinkwasserbrunnen“ überwiegend ablehnend beschrieben worden. Es wurde beispielsweise kein Wort über die Sinnhaftigkeit, ja fast Notwendigkeit, von solchen Anlagen erwähnt. Es erfolgte auch kein Hinweis zu der Verantwortung der Gemeinde bezüglich des Schutzes der Bürgerinnen und Bürger in extremen Hitzelagen.
Stattdessen wurde überwiegend von Hemmnissen, wie von drohenden Unterhaltungskosten und Vandalismus gesprochen, was von den Parents kritisiert wurde.
In einem Schreiben an den Bürgermeister Swen Christian und die Beigeordnete der Gemeinde, Jeannette Herrmann, wurde jetzt gebeten, den Antrag nunmehr baldmöglichst den zuständigen Entscheidungsgremien zuzuleiten. Angepeilt ist dabei die Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 30. September 2026.
Die Wachtberger Parents sind angesichts der dramatischen Hitzeperioden zuversichtlich, dass die Mehrheit des Gemeinderats die Zeichen des Klimawandels erkannt hat und dem Antrag zur Errichtung von Trinkwasserbrunnen im Zuge der Klimafolgenanpassung grundsätzlich positiv gegenüber steht. Damit würde ein dreijähriger Stillstand beendet und Wachtberg könnte besser für die kommenden Hitzeperioden gewappnet sein.
Wachtberg könnte dann „Refill“-Gemeinde werden.
Das Refill-System ist eine einfache Idee mit großer Wirkung: Geschäfte mit dem Refill-Aufkleber bieten kostenfreies Leitungswasser für jedes mitgebrachte Trinkgefäß an. Ziel ist es, aktiv zur Reduzierung von Plastik beizutragen und auf die Probleme der Ressourcenverschwendung und Umweltverschmutzung durch Plastik aufmerksam zu machen. Ein Netzwerk von Refill-Stationen ermöglicht es Menschen in ganz Deutschland, ihre Flaschen kostenfrei aufzufüllen. In allen Refill-Stationen, kann man sein mitgebrachtes Trinkgefäß (Flasche, Becher, Marmeladenglas…) kostenlos mit Leitungswasser befüllen lassen. Refill-Stationen sind Einrichtungen mit klaren Öffnungszeiten, die sich dem Refill-Netz angeschlossen haben. Man kann sie z.B. am Refill-Sticker an Tür oder Fenster erkennen. Bundesweit gibt es aktuell rund 8.000 Refill-Stationen. Es wäre ein sehr lobenswerter, wenn auch verspäteter, Schritt Wachtbergs in die Zukunft.
Als gelungene Beispiele für Trinkwasserbrunnen:
Stadt Bornheim
https://www.bornheim.de/aktuelles/erster-trinkbrunnen-bornheims-eingeweiht
Stadt Rheinbach:
https://www.rheinbach.de/aktuelles/nachricht/detail/ein-oeffentlicher-trinkwasserbrunnen-fuer-rheinbach
Auch für Tiere sollten Trinkwasserbrunnen bei Bedarf zugänglich sein Foto: (c) piixabay, sinawa
Eine improvisierte Erfrischung in einem Nachbarland erfreut auch gerne Kinder, Hierzulande könnten kurzfristig geeignete Hydranten schnell helfen. Foto: (c) pixabay, nowatz
Seit Jahrhunderten im südlichen Ausland auf öffentlichen Plätzen eingerichtet: Trinkwasser für alle. Foto: (c) pixabay: mmilpek75
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Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Trinkwasserbrunnen, die auch für Wachtberg sehr gut geeignet wären Foto: (c) trinkbrunnen-kalkmann.de