Allgemeine Berichte | 22.10.2015, 12:34 Uhr

Ausstellung im Universitätsmuseum Bonn

Von Bonn bis zum Nanga Parbat

Geoökologische Hochgebirgsforschung in der Tradition Alexander von Humboldts 29. Oktober bis 24. März 2016

Wilhelm Lauer am Paramo de Papallacta, Ecuador, 4.200 Meter über den Meer, er nimmt physiologische Messungen an Polsterpflanzen vor. Die Daten ergänzen Klima- und bodenkundliche Daten zur Erklärung der geoökologischen Gesamtsituation und des Landschaftshaushaltes.Foto: D. Rafiqpoor
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Bonn. Die Ideen Alexander von Humboldts zur Geoökologie des Hochgebirges wurden seit vielen Forschergenerationen von Bonner Geografen fortentwickelt. Deshalb widmet das Geografische Institut der Universität Bonn diesem Thema nun die von Apl. Prof. Dr. Manfred Nutz kuratierte Sonderausstellung „Geoökologische Hochgebirgsforschung in der Tradition Alexander von Humboldts“, zu sehen im Universitätsmuseum Bonn vom 29. Oktober bis 24. März 2016.

Für die Geographie ist das Hochgebirge ein Forschungsgebiet, seit Alexander von Humboldt seine „Reisen in das tropische Amerika“ unternommen hatte und später auch Leser daran teilhaben konnten. Der Kurator der Ausstellung, Apl. Prof. Dr. Manfred Nutz: „Das Interesse der Geografie am Hochgebirge gehört zur traditionsreichen Forschung über das Mensch-Umwelt-System.“ Die Ausstellung „Geoökologische Hochgebirgsforschung in der Tradition Alexander von Humboldts“ verweist zugleich auf die Bonner Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte. Dr. Thomas Becker, Leiter des Bonner Universitätsmuseums: „Seit 1835 wird an der Universität Bonn Geografie gelehrt; 1875 wurde die erste Professur eingerichtet.“ Apl. Prof. Dr. Nutz: „Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die Bonner Geografie zu einer führenden Institution der geoökologischen Hochgebirgsforschung.“

Von Humboldt über Troll, Lauer und Winiger bis Löffler

Die Entwicklung der vergangenen 80 Jahre verdeutlicht das Geografische Institut mit der neuen Sonderausstellung im Universitätsmuseum anhand von fünf Stationen der geoökologischen Hochgebirgsforschung. Über die Humboldt’schen Ideen der „Empirischen Geländearbeit“ und der „Beobachtung von Höhenstufen“ hinaus stellt die Schau die „Dreidimensionalität tropischer Hochgebirge“ dar, also die Ideen des Bonner Geografie-Professors Dr. Carl Troll. Auf ihn geht der Begriff der Landschaftsökologie zurück. Trolls Nachfolger Prof. Dr. Wilhelm Lauer brachte prägend in die Entwicklung der Lehr- und Forschungsarbeit die „Klimazonierung und die Analyse des Landschaftshaushalts“ ein. Dem vormaligen Rektor der Universität, Prof. Dr. Matthias Winiger, sind Ideen zu „Mensch-Umwelt-Interaktionen und Hochland-Tiefland-Beziehungen“ zu verdanken. Der amtierende Lehrstuhlinhaber schließlich, Prof. Dr. Jörg Löffler, steht für die bedeutende Entwicklung der „Skalenübergreifenden raum-zeitlichen Prozessforschung“, wie die Ausstellung zeigen wird.

Sonderveranstaltungen

Die Ausstellung umfasst auch ein Modell des als Schicksalsberg der Deutschen benannten Himalaya-Gipfels Nanga Parbat. Es handelt sich um einen der zehn höchsten Berge weltweit. In einer Sonderveranstaltung führt Apl. Prof. Dr. Manfred Nutz zum Nanga Parbat einen restaurierten Expeditionsfilm aus dem Jahr 1937 vor und gibt eine Einführung in die nationalsozialistische Expeditionspolitik. Die Veranstaltung unter dem Filmtitel „Kampf um den Himalaya“ findet statt am Mittwoch, 4. November, 18 Uhr, im Geografischen Institut der Universität Bonn. Sie ist die erste von insgesamt drei Sonderveranstaltungen zur Ausstellung. Für Dienstag, 26. Januar 2016, 18 Uhr, im FAZ-Café, bereiten Schüler der Kooperationsschule Tannenbusch-Gymnasium eine Lesung zum Thema „Faszination Hochgebirge“ vor; zu den ausgewählten Texten werden auch solche des Forschers Alexander von Humboldt zählen. Am Montag, 1. Februar 2016, widmet sich ab 17 Uhr eine der Kinderuni-Veranstaltungen des kommenden Studienjahres dem Hochgebirge: Prof. Dr. Jörg Löffler vom berichtet den 9- bis 13-Jährigen vom „Aussterben oder Überleben im Hochgebirge: Wie Rentiere mit Klimaänderungen umgehen“.

Vollautomatische Klimastation des Geografischen Instituts im norwegischen Hochgebirge liefert Klimadaten zur Interpretation geoökologischer Prozesse. D. Wundram

Vollautomatische Klimastation des Geografischen Instituts im norwegischen Hochgebirge liefert Klimadaten zur Interpretation geoökologischer Prozesse. Foto: D. Wundram

Wilhelm Lauer am Paramo de Papallacta, Ecuador, 4.200 Meter über den Meer, er nimmt physiologische Messungen an Polsterpflanzen vor. Die Daten ergänzen Klima- und bodenkundliche Daten zur Erklärung der geoökologischen Gesamtsituation und des Landschaftshaushaltes. Foto: D. Rafiqpoor

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