Allgemeine Berichte | 03.09.2015, 10:57 Uhr

Günter Perkams und Ilse Fuß im Rahmen der 9. Wachtberger Kulturwochen

Von der Liebe und vom Teufel

Günter Perkams las gemeinsam mit Ilse Fuß aus seinen Büchern. Die Lesung wurde musikalisch von Cordelia Loosen-Sarr begleitet. Gemeinde Wachtberg
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Wachtberg-Adendorf. Erlebtes und Erdachtes in Poesie und Prosa stand auf dem Programm der Lesung, zu der Günter Perkams und Ilse Fuß im Rahmen der 9. Wachtberger Kulturwochen nach Adendorf in die „Neue Tonwerkstatt“ der Töpferei Thomas Hansen eingeladen hatten. Dort erwartete die zahlreich erschienenen Gäste nicht nur ein schön gestalteter Veranstaltungsraum, sondern auch, wie die beiden Akteure des Abends zu Beginn der Lesung verkündeten, die Möglichkeit, das sich im Nebenraum befindende kleine Museum und die dort ausgestellte Sammlung der Familie Hansen von historischen Adendorfer Töpferwaren während der Pause zu besichtigen.

Von Liebesschwüren und von Hoffnungen

Den ersten Teil des Abends widmete Autor Perkams der Liebe. Im Wechsel mit Ilse Fuß las er aus seinen Büchern „Gedichte und Gedanken“ - II und IV. Die Verse offenbarten dabei die vielen Facetten der Liebe, sprachen von tiefen Blicken ebenso wie von Liebesgeheimnissen. Die Niederbachemer Flötistin Cordelia Loosen-Sarr begleitete die poetischen Liebesreime mit zarten Klängen auf verschiedenen Flöten, stellenweise zusätzlich untermalt von Vogelgezwitscher und Waldgeräuschen. Aber auch Prosaisches zur Liebe hatte Perkams dabei. In „Eine nicht alltägliche Begegnung“ erzählte er von einem Erlebnis, das ihm beim Einkaufen im Supermarkt ereilt hatte. Den nur auf einen intensiven Blickwechsel reduzierten Kontakt mit einer Dame mittleren Alters meint er, wenig später und für ihn äußerst irritierend, im Gesicht einer hübschen, wesentlich jüngeren Frau im Nebengang wiederzuerkennen. Diese spricht ihn sogar an. Wie sich herausstellte, waren, auf unerklärliche Weise für den Erzähler, ihre beiden Einkaufswagen vertauscht worden. Diese Begegnung, beendete Perkams mit einem Schmunzeln die Geschichte, habe später noch zu einem sehr schönen gemeinsamen Tag geführt.

Vom Teufel und von Bösem

Wer sich über die Liebesgedichte gefreut habe, sei jetzt gewarnt, begann Perkams den zweiten Teil des Abends, denn nun gehe es um den Teufel. In seiner „Geschichte vom Teufel“ wird der Zuhörer Zeuge einer Begegnung ganz anderer Art. Eine unheimliche Erscheinung glaubt der Erzähler in einer dunklen Ecke seines Gartens wahrzunehmen, schnell festigt sich der Eindruck, dass es sich hierbei nur um den Teufel höchstpersönlich handeln kann. Der Plan, das Ungetüm zu fangen, ist schnell gefasst, und das Böse ist bald schon tatsächlich in des Freizeit-Jägers Hand.

Doch was soll mit ihm geschehen? Einen Pakt gar, bei dem der Teufel ihm im Gegenzug für die Freiheit ein Leben frei von allem Bösem verspricht, mag er nach reiflicher Überlegung nicht eingehen, würde doch sein Leben dann in ewig gleichem Einklang verlaufen. Schließlich ermöglicht er dem Teufel die Flucht, wohl wissend, dass das Böse ebenso wie das Gute im Menschen ist und der Teufel nur eine Metapher für eine dieser beiden Seiten. Loosen-Sarr verstand es brillant, den Disput von Mensch und Teufel um den Zwiespalt von Gut und Böse auch musikalisch umzusetzen. Die Zuhörer würdigten diesen interessanten Leseabend mit lang anhaltendem Applaus.

Pressemitteilung der

Gemeinde Wachtberg

Günter Perkams las gemeinsam mit Ilse Fuß aus seinen Büchern. Die Lesung wurde musikalisch von Cordelia Loosen-Sarr begleitet. Foto: Gemeinde Wachtberg

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