Politik | 22.07.2014

Neue Mehrheit in Wachtberg

Wunsch und Wirklichkeit

Wachtberg. Mit drastischen Worten, der General-Anzeiger nennt es eine „Mischung aus Spott und Zorn“, nimmt die CDU Wachtberg Stellung zu den geänderten Mehrheitsverhältnissen in Wachtberg. Anlass war der von SPD, UWG, Grünen und „Unser Wachtberg“ eingebrachte Antrag, auch in Wachtberg eine Ehrenamtskarte einzuführen. Ein Vorhaben, das die CDU in den Jahrzehnten einer eigenen Mehrheit längst hätte durchsetzen können. Nun aber, da die Idee nicht von dort kommt, wird die Beschlussfassung als „Zeichen der Schwäche“ kommentiert, das dieser neuen Mehrheit „auf der Stirn geschrieben“ stehe. Hierin kommt der vom General-Anzeiger beschriebene Zorn über die verlorene Kommunalwahl zum Ausdruck. Die CDU hat ihre Wahlniederlage nicht verwunden und ist nach wie vor in altem Lagerdenken verhaftet.

Tatsache ist zwar, dass es im neuen Wachtberger Rat keine fest gefügte Mehrheit gibt. SPD, UWG, Grüne und „Unser Wachtberg“ haben auch keine Koalition vereinbart. Wir wollen uns aber themenbezogen abstimmen und wenn möglich zusammenarbeiten.

Ziel aller im Rat vertretenen politischen Kräfte muss sein, Politik im ausschließlichen Interesse aller Wachtberger Bürgerinnen und Bürger zu gestalten. „Das bedeutet nicht, dass dafür eine Koalition eingegangen werden muss“, so Thomas Franz, Fraktionsvorsitzender der Wählervereinigung „Unser Wachtberg“. „Der von der CDU vermisste Koalitionsvertrag dient doch im Ergebnis nur dem Erhalt der Macht, wird er doch regelmäßig bemüht, um in Sachfragen anders Denkende „auf Kurs“ zu bringen. Bei SPD, UWG, Grünen und „Unser Wachtberg“ herrscht dagegen der Wille vor, sich auf Sachfragen zu konzentrieren und tragfähige Kompromisse im Interesse der Bürgerinnen und Bürger zu finden.“

Beispiel Schulstandort Berkum: Die CDU vertritt die Auffassung, nicht für alle Schüler sei das Abitur das richtige Ziel und die örtlichen Betriebe auch nicht nur Abiturienten suchen würden. Stimmt, soll dies so aber verstanden werden, dass der Schulstandort Wachtberg nur dazu dient, örtliche Betriebe mit Nachwuchs auf mittlerem Bildungsniveau zu versorgen?

Nach Auffassung von „Unser Wachtberg“ ist die Sekundarschule in Berkum in ihrer derzeitigen Form eine Sackgasse. Es fehlt das Angebot einer zweiten Fremdsprache und so wird ein Schulwechsel faktisch nahezu unmöglich. Probleme kann es schon bei einem Umzug geben. Daher ist es unerlässlich, eine zweite Fremdsprache möglichst zeitnah anzubieten. Dann ist in Ruhe zu prüfen, ob die Schule das Potential hat, in eine Gesamtschule weiter entwickelt zu werden. Wachtberg verdient jedenfalls eine auf Nachhaltigkeit angelegte Schulentwicklung. Und wenn man dann auf die in der letzten Ratsperiode nicht erledigten Punkte schaut, wird schnell klar, dass hier jede Menge Arbeit vor allen Beteiligten liegt.

„Ich hatte nach der Wahl kurzfristig den Traum, dass wir parteiübergreifend in der Lage sein könnten, die Probleme der Gemeinde gemeinsam anzugehen“, so Ulrich Feyerabend. „Nur wenn ich mir die Veröffentlichungen der CDU ansehe, ist von dort wohl wenig konstruktives zu erwarten. Dennoch bin ich überzeugt, dass wir viel werden erreichen können.“

Pressemitteilung

„Unser Wachtberg“

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Dauerauftrag Imageanzeige
Dauerauftrag 2026
Dauerauftrag 2026
Titelanzeige
Empfohlene Artikel
Weitere Artikel
Das Pop-Up-Schwimmbad Remagen
4990

Remagen. Während das Freizeitbad Remagen derzeit umfassend saniert wird, kann ein eingeschränkter Schwimmbetrieb in diesem Sommer dennoch fortgeführt werden: Die DLRG Remagen hat in Kooperation mit der Stadt Remagen ein mobiles Lehr- und Sportschwimmbecken organisiert, das auf dem Gelände des Freizeitbades errichtet wurde und der Bevölkerung in den Sommermonaten zur Verfügung steht.

Von Stadtverwaltung Remagen aus Remagen

Weiterlesen

es ist angerichtet: faires Frühstück am 20. Juni 2026
534

Andernach. Die Stadt Andernach engagiert sich aktiv für den fairen Handel und beteiligte sich in diesem Jahr an der Fairtrade-Kampagne „Faires Frühstück“ von Fairtrade Deutschland. Dazu findet am Samstag, 20. Juni, von 10 bis 12 Uhr vor dem historischen Rathaus im Herzen der Altstadt das öffentliche faire Frühstück statt.

Von Hans-Georg Hansen aus Andernach

Weiterlesen

Der neu gewählte Vorstand des Funkencorps
175

Linz am Rhein. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung blickte das Funkencorps Blau-Wiess 1968 e.V. aus Linz am Rhein auf eine erfolgreiche Karnevalssession zurück und stellte zugleich die Weichen für die kommenden Jahre. Zahlreiche Mitglieder waren der Einladung gefolgt und nutzten die Gelegenheit, sich über die Vereinsarbeit zu informieren sowie aktiv an den Entscheidungen für die Zukunft des Traditionsvereins mitzuwirken.

Von Niklas Brockhaus aus Dattenberg

Weiterlesen