Gymnasium Mülheim-Kärlich
„Aus Nachbarn werden Freunde“
Beim ersten deutsch-französischen Austausch lernte man Land und Leute kennen
Mülheim-Kärlich. Wie gelingt es, Schülern die französische Sprache und Kultur näherzubringen? Am besten wohl durch persönliche Kontakte mit dem Nachbarn Frankreich. In diesem Sinn fand zum ersten Mal ein deutsch-französischer Schüleraustausch zwischen dem Gymnasium Mülheim-Kärlich und zwei Collèges aus der Nähe von Lyon statt, an welchem 30 Schüler der Jahrgangsstufe acht teilnahmen. Nachdem die Organisatorin des Austausches, Kathrin Rötz, über das deutsch-französische Jugendwerk eine interessierte französische Kollegin für das Projekt gewonnen hatte, wurden durch einen ersten Briefwechsel der Schüler sowie Mails und Telefonate der beiden Lehrkräfte mögliche Partnerschaften gebildet. Im März fuhr die deutsche Schülergruppe dann in Begleitung ihrer Französischlehrerinnen Frau Lattwein und Frau Rötz zunächst acht Tage nach Frankreich. Die beiden etwa 15 Kilometer voneinander entfernten Collèges in Saint-Just-en-Chevalet und Noirétable, an denen Isabelle Therme Deutsch unterrichtet, können dabei mit einer Schülerzahl von je 250 Schülern als überschaubar gelten. Auf dem Programm des Schüleraustausches in Frankreich stand das Museum der Messerindustrie in Thiers, in welchem den Schülern das einst entbehrungsreiche Leben der Messerschleifer dieser Region eindrucksvoll vor Augen geführt wurde. Die französischen und deutschen Schüler erlebten an einem weiteren Tag eine gemeinsame Fahrt in die Universitätsstadt Saint-Etienne, welche als Zentrum der Metallverarbeitung gilt. Dort besuchten sie das Kunst- und Industriemuseum, in dem die Seidenweberindustrie, das Handwerk des Waffenschmieds sowie die Geschichte des Fahrrads quasi unter einem Dach erkundet werden können. Ein Bowling-Nachmittag schloss sich an. Auch der Besuch des Unterrichts verschiedener Fächer und Jahrgangsstufen sowie das gemeinsame Mittagessen in der Schulkantine gehörten zum Programm. Für die deutschen Schüler war es äußerst interessant, den Alltag Gleichaltriger und deren obligatorischen Schulbesuch bis 16.30 Uhr zu erleben und somit Erfahrungen zu sammeln, die ein herkömmlicher Urlaub im Kreis der eigenen Familie nicht bieten kann. Das Wochenende verbrachten die Schüler in den französischen Gastfamilien, welche sich für ihre Schützlinge etwas Besonderes, wie Skilanglauf, eine Fahrt in die Hauptstadt der Auvergne Clermont-Ferrand (mit dem Besuch des Michelin-Museums) oder eine Filmvorführung im Kinosaal der Schule in Saint-Just-en-Chevalet, überlegt hatten. Obwohl man am letzten Tag aufrichtig den Abschied bedauerte, hatte man bereits den in Kürze folgenden Gegenbesuch der Franzosen in Mülheim-Kärlich im Blick. Nach den Osterferien, nur einige Wochen später, waren dann die französischen Schüler mit ihrer Deutschlehrerin Isabelle Therme und ihrem Französischlehrer Sylvain Revolon ebenfalls acht Tage zu Gast in Mülheim-Kärlich. Innerhalb des Programms in Deutschland ist sicherlich allen Teilnehmern des Austausches die gemeinsame Fahrt nach Köln mit dem Besuch des Schokoladenmuseums und der Besichtigung des Doms sowie der Turmbesteigung in besonderer Erinnerung geblieben. Weitere Bestandteile des Programms waren der Besuch der Marksburg und ein Stadtrundgang durch Koblenz mit anschließender Rhein-Mosel-Fahrt. Die gemeinsame Zeit bis zur Rückreise der französischen Gruppe verging viel zu schnell. Diesmal fiel der Abschied noch schwerer, denn die Schüler haben nach eigenen Aussagen Freundschaften schließen können, welche sie pflegen möchten. Eine weitere Austauschfahrt nach Saint-Just-en-Chevalet und Noirétable ist bereits in Planung.
