Allgemeine Berichte | 04.04.2013

Das Vereinshaus Mülheim-Kärlich - Gebäude mit langer Tradition

„Bei die Perd gehen“

Lange und wechselvolle Geschichte um das Gebäude am Kolpingplatz

„Bei die Perd gehen“

Mülheim-Kärlich. Während der Kapellenplatz mit dem Rathaus heute als das Zentrum der Stadt Mülheim-Kärlich bezeichnet wird, ist der Kolpingplatz der historische Ortsmittelpunkt der ehemals selbstständigen Gemeinde Mülheim. Dort, an der sogenannten „Jemänsbröck“ (Gemeindebrücke) befindet sich heute das Vereinshaus. Das Gebäude, in dem auch das „Alte Brauhaus“ untergebracht ist, besitzt eine äußerst interessante Geschichte.

Der Bereich des Kolpingplatzes ist gemeinsam mit der Bach- und Rübenacher Straße der älteste Siedlungsbereich des Stadtteils Mülheim. Wann erstmals ein Gebäude an der Stelle des heutigen Vereinshauses stand, lässt sich nicht mehr feststellen. Auf einer Karte aus dem Jahr 1786 ist jedoch ersichtlich, dass das Anwesen damals schon bebaut war. Aufgrund des Baustils ist davon auszugehen, dass das heutige Gebäude um 1900 errichtet wurde. Markant ist die repräsentative Klinkerfassade. Wie der Mülheim-Kärlicher Stadt-Archivar Dirk Hamann feststellte, wurden vergleichbare Gebäude in den umliegenden Kommunen im Zeitraum 1890 bis 1905 errichtet. Bei dem Anwesen Kapellenstraße 2 handelte es sich offenbar von Anfang an nicht um ein „normales Wohngebäude“, sondern um ein Haus, welches als Gastwirtschaft geplant wurde. Ursprünglicher Inhaber war die Familie Geisler. Während Heinrich Geisler einen landwirtschaftlichen Betrieb führte, kümmerte sich seine Schwester um die Gastwirtschaft. Dieser Tatsache verdankt Mülheim-Kärlich einen Ausspruch, den man noch heute bei älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern hört: „Ich geh´ mal bei die Perd (ich gehe mal zu den Pferden).“ Die Toiletten der Gastwirtschaft befanden sich nämlich in dem Bereich, wo Heinrich Erbar seine Pferde untergestellt hatte. Vielen Mülheim-Kärlichern noch in guter Erinnerung ist die Familie Hahn, die nach der Familie Geisler die Gastwirtschaft „Zur Stadt Koblenz“ übernahm. Der singende Wirt „Ebb“ (Eberhard Hahn) ist vielen Menschen noch ein Begriff. Auch der große Veranstaltungssaal im Obergeschoss des Hauses wurde rege genutzt und entwickelte sich zu einer wichtigen Stütze des kulturellen Lebens im Ort. Dort fanden Karnevalssitzungen, Radball-Turniere, Theatervorstellungen und natürlich die beliebten Tanzveranstaltungen statt. Das Gebäude war das Vereinshaus zahlreicher örtlicher Organisationen, die auch teilweise noch an der ehemaligen Eingangstür zur Kapellenstraße hin zu erkennen sind. Die heutige Eingangstür zur hinteren Ringstraße wurde erst nachträglich geschaffen, nachdem der ursprünglich offen durch Mülheim verlaufende Bach in unterirdische Rohre verlegt wurde. Bis in die jüngste Vergangenheit erfreute sich die Gaststätte der Familie Hahn einem regen Zuspruch. Im Februar 2007 verabschiedeten sich Änni und Erika Hahn mit einem großen Fest für Freunde und Förderer des Gasthauses als Betreiber der Gaststätte. Einem Mülheimer Mitbürger ist zu verdanken, dass das Haus in seiner jetzigen Form erhalten blieb. Die Stadt Mülheim-Kärlich hat sodann umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt, sodass das „Vereinshaus“ von den kulturtreibenden Vereinen sehr vielfältig genutzt werden kann. Im Gebäude wurden auch eine Aufzugsanlage sowie eine leistungsstarke Belüftung eingebaut, sodass sich insbesondere der große Saal wieder für publikumsstarke Veranstaltungen lohnt. Bei den zurückliegenden Aufführungen der Theatergruppe „Da capo“ Anfang März dieses Jahres wurde dies besonders deutlich.

Zum Vereinshaus gehört heute auch eine gastronomisch nutzbare Außenfläche, von der bei wärmeren Temperaturen auch rege Gebrauch gemacht wird. Früher setzte sich die Bevölkerung gerne auf die Mauern der „Jemänsbröck“. Hier war der Ortsmittelpunkt von Mülheim, hier war immer etwas los. Heute kann die örtliche Bevölkerung bei einem kühlen Getränk die ganz besondere Atmosphäre genießen, die am Kolpingplatz besteht.

Die historische Aufnahme zeigt das ehemalige „Gasthaus zur Stadt Koblenz“. Gut zu erkennen ist der Eingang in Richtung Kapellenstraße.Foto: privat

So präsentiert sich das Vereinshaus nach der Renovierung.Foto: GH

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