Museumsbesuch einiger Schüler des Gymnasiums Mülheim-Kärlich
Der Skulptur auf der Spur
Mülheim-Kärlich. Wie zu Eis erstarrt, stehen sie da. Einer liegt bewegungslos am Boden. Drumherum viele Jugendliche. Schweigen. Ein Mädchen tritt hervor und tippt dem Jungen am Boden an die Schulter. Er richtet sich etwas auf und sagt: „Ich bin ein Drache, der mit einer Lanze getötet wurde!“ „Was ist denn hier los?“ Das fragten sich wohl im ersten Moment die Besucher des Mittelrhein Museums Koblenz. Sie sahen Siebtklässler des Gymnasiums Mülheim-Kärlich, wie sie sich mit den Skulpturen der Sammlung auseinandersetzten. Mit Bleistift, Fotokamera und vor allem mit viel Körpereinsatz begaben sich die Schülerinnen und Schüler der siebten Jahrgangsstufe auf Spurensuche im Kunstmuseum. Zum Einstieg erkundeten sie das ganze Museum, um bestimmte Skulpturen zu finden. Die Dauerausstellung schlägt einen spannungsvollen Bogen vom Mittelalter bis zur zeitgenössischen Kunst. Die entdeckten Plastiken konnten kaum unterschiedlicher sein. Die Jugendlichen hielten ihre Eindrücke, Vorstellungen und Ideen zu den Kunstwerken zeichnerisch und schriftlich fest. Nach der Museums-Rallye tauschten sich alle über ihre persönlichen Ergebnisse aus. Aber warum hat der Mann ein Loch in seinem Kopf? Was bedeuten die Posen der Tänzerinnen? Und wo ist hier der Drache zu sehen? Um die Fragen zu klären, teilten sich die Siebtklässler in Gruppen auf. Jede Gruppe hatte das Ziel, den anderen durch ein Standbild die Plastik verständlich zu machen.
Rollenspiel im Museum
Mithilfe von zusätzlichen Informationen und dem selbst Gesehenem legten die Schülerinnen und Schüler die Rollen fest. Palmwedel niederlegen. Verschiedene Tanzhaltungen ausprobieren. Ein Schweißtuch reichen. Einen Pilger ausrauben.
Den Drachen bezwingen. Anhand von Fotos überprüften die Gruppen die erzeugte Wirkung und optimierten ihre Darstellung. Bei der Präsentation der Standbilder vor den Originalen waren Konzentration und Präzision gefragt. Nach eingehender Betrachtung der anderen Gruppen wurden die Darsteller nacheinander angetippt. Kurzes „Auftauen“. Erklären, wer oder was dargestellt ist und was gerade passiert. Danach zurück in die Standbild-Pose. Nach und nach verstehen die Jugendlichen das plastische Kunstwerk. Die Geschichten, Aussagen und Funktionen sind jetzt greifbar. Die Museumsmitarbeiterin Carolin Falk erklärte zudem bildhaft die kunstgeschichtlichen Zusammenhänge. Aber manches in der Kunst lässt sich nicht eindeutig klären. Wie zum Beispiel, wo der Drache in der abstrakten Plastik zu sehen ist. Das bleibt eine spannende Frage. Der sprechende Drache auf dem Museumsboden war jedoch leicht zu finden.
Bei der Präsentation der Standbilder vor den Originalen waren Konzentration und Präzision gefragt.
