Politik | 23.10.2015

Landrat Dr. Alexander Saftig informierte sich über die Belastungen durch Bahnlärm

"Der Zustand ist nicht länger zu ertragen"

Georg Hollmann (v.l.) , Rolf Papen, Hermann Winter und Dr. Alexander Saftig beim Ortsbesuch in Weißenthurm. privat

Weißenthurm. „Der zunehmende Güterzugverkehr mit seinem Lärm und seinen Erschütterungen stellt eine Belastung für die Menschen, die Umwelt und Natur in unserem Mittelrhein- und Moseltal dar und sorgt mich sehr" - mit diesen Worten leitete Landrat Dr. Alexander Saftig seinen Besuch in Weißenthurm ein, um sich erneut vor Ort in der Bahnhofstraße über die Belastungen der Bahnanwohnerinnen und Bahnanwohner zu informieren und über Lösungen zu diskutieren.

Bürgermeister Georg Hollmann erläuterte, warum die Menschen in Weißenthurm ganz besonders unter dem Bahnlärm und den damit einhergehenden Erschütterungen leiden: „Die Bahntrasse der Strecke Köln-Koblenz durchschneidet Weißenthurm, meist erhöht auf einem Damm verlaufend, kerzengerade auf einer Länge von drei Kilometern. Daher können hier Güterzüge, die derzeit immer länger und schwerer werden, mit bis zu 120 Stundenkilometern und Personenzüge mit bis zu 160 Stundenkilometern durch die Stadt rasen, was Tag und Nacht zu besonders hohen Immissionswerten von über 100 Dezibel führt“. Er fügte an, dass es aller Anstrengungen auf kommunaler, Landes- und Bundesebene bedarf, um unter anderem zügig Immissionsobergrenzen auch für Bestandsstrecken gesetzlich zu verankern, um auch in diesem Bereich Rechtssicherheit für alle Beteiligten zu schaffen.

Was die Menschen an der Hauptgüterzugtrasse zwischen den Häfen Antwerpen/Rotterdam und Genua im Mittelrheintal erwartet, wenn der St. Gotthardt-Tunnel in der Schweiz für den Güterzugverkehr 2016 freigegeben wird, haben die Bahnanwohnerinnen und Bahnanwohner aufgrund der zeitweiligen Sperrung der rechtsrheinischen Bahntrasse im August und September leidvoll erfahren müssen. „Züge folgten einander im Drei-Minuten-Takt. Zeitweise haben wir in der Nacht 30 bis 40 Zugbewegungen stündlich in beide Richtungen gezählt, was bedeutete: Alle eineinhalb bis zwei Minuten fuhr ein Zug durch Weißenthurm, ein Zustand, der nicht mehr zu ertragen ist“, erläuterte Hermann Winter, der nur wenige Meter vom Bahnkörper entfernt lebt, gegenüber dem Landrat. Rolf Papen, Vorsitzender der Bürgerinitiative „WIR gegen Bahnlärm in der VG Weißenthurm“, ergänzte: „Während Bürger, Bürgervertreter und Bürgerinitiativen alle Anstrengungen unternehmen, um dem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit auch für Bahnanwohner Geltung zu verschaffen, bringt die Deutsche Bahn AG mit ganzer Energie den konsequenten Ausbau des Mittelrheintals zur meistbefahrenen Güterzugstrecke voran.“

Am Ende seines Besuches vor Ort zeigte sich Dr. Alexander Saftig erneut betroffen von den erheblichen Belastungen und Gefährdungen, denen die Menschen auch im Kreis Mayen-Koblenz entlang der Bahntrassen im Rhein- und Moseltal ausgesetzt sind. Den Anwesenden versprach er weiterhin seine volle Unterstützung im Kampf gegen den unhaltbaren Bahnlärm und dankte Bürgermeister Georg Hollmann und Rolf Papen mit den Worten: „Was Ihr hier gemeinsam, Bürgervertreter und Bürgerinitiative, seit Jahren mit großem Engagement und in vertrauensvoller Zusammenarbeit für die betroffenen Menschen in der Verbandsgemeinde Weißenthurm und in unserem Landkreis Mayen-Koblenz leistet, verdient Respekt und volle Unterstützung.“Pressemitteilung

„WIR gegen Bahnlärm in

der VG Weißenthurm e.V.“

Georg Hollmann (v.l.) , Rolf Papen, Hermann Winter und Dr. Alexander Saftig beim Ortsbesuch in Weißenthurm. Foto: privat

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