Die wertvollsten Weihnachtsgeschenke
Nein, es wäre eine Sünde gewesen, wäre dieser Jahrestag unkommentiert geblieben: Vor exakt 50 Jahren, im Dezember des Jahres 1962, verstarb im Koblenzer Kemperhof im Alter von 87 Jahren der vorletzte Mülheimer Ausscheller Peter Linden (von der Bevölkerung liebevoll „Lindemann“ genannt). Insgesamt 26 Jahre übte er sein Amt aus. Charakteristisch für ihn war sein eigensinniger Humor, der teilweise sogar als schwarz bezeichnet werden durfte. Die (meisten) Menschen mochten ihn, er war ein echtes „Müllemer Original“, das schon zu Lebzeiten Kultstatus hatte. Sein Leben und Wirken wurde vor gut einem Jahr im Rahmen des „Lindemann-Abends“ im Vereinshaus ausführlich vorgestellt. Der Abend, den Dieter Aurass moderierte, wurden von den drei Vereinen gestaltet, zu denen der beliebte Ausscheller zu Lebzeiten eine besondere Beziehung hatte: Dem Möhnen-Club 1950 Mülheim e.V., der Mülheimer Karnevals-Gesellschaft 1951 e.V. und der St. Sebastianus Schützenbruderschaft 1872 Mülheim. Es war ein Abend, der vielen Besuchern in guter und langer Erinnerung geblieben ist. Eben genauso, wie der Ausscheller „Lindemann“ selbst. Der 50. Jahrestag seines Todes sollte daher auch in der hektischen Vorweihnachtszeit nicht vergessen werden und verdient in der Glosse eine besondere Erwähnung. Ich hoffe, dass Sie, liebe Leserinnen und Leser, in den nächsten Tagen noch alle Geschenke für Ihre Liebsten besorgt bekommen. Apropos Geschenke: An dieser Stelle muss ich unbedingt eine Geschichte erzählen, die sich im Jahr 1961 zugetragen hat. Der Ausscheller Peter Linden wurde damals im Rahmen einer Gemeinderatssitzung offiziell durch den damaligen Bürgermeister Andreas Nickenich verabschiedet. Gemäß dem Willen des Rates überreichte dieser dem Gemeindediener als Abschiedsgeschenk einen Umschlag mit 200 DM, was für die damalige Zeit ein beachtlich hoher Betrag war. Der Bürgermeister fragte den „Lindemann“, was er denn mit dem Geld machen werde. Der 86-Jährige gibt ihm spontan folgende Antwort: „Datt Geld heb´ ich mir für mein alte Tag off!“. Was lernen wir aus der Geschichte? Die 200 DM waren gut gemeint, aber das beste Geschenk an diesem Tag war die lustige Antwort des Ausschellers. Freuen wir uns an Weihnachten also nicht nur über die materiellen Geschenke. Viel wichtiger sind die Menschen, die uns im Leben begleiten und deren Gegenwart wir schätzen. Insbesondere Freunde, die unser Leben mit Humor bereichern oder die uns hilfreich zur Seite stehen, sind ganz besondere und „wertvolle Geschenke“. Wer diese nicht nur an Weihnachten, sondern an jedem Tag des Jahres bekommt, kann sich glücklich schätzen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser von „Blick Aktuell Weißenthurm“, schöne und erholsame Feiertage mit vielen „wertvollen“ Geschenken im ganzen Neuen Jahr 2013! GH
Ihr Ausscheller
