Evangelische Kirchengemeinde Urmitz-Mülheim
„Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren“
40 evangelische Gemeindemitglieder nahmen an einem Literaturgottesdienst teil
Urmitz-Mülheim.Die Zehn Gebote sind vielen präsent, die Forderung Vater und Mutter zu ehren, ist den meisten Menschen zumindest bekannt. „Aber was bedeutet dieses Gebot konkret in einer Gesellschaft die rapide „altert“ und deren demografische Entwicklung das Gleichgewicht zwischen den Generationen entscheidend verändern wird?“
Aktuelle Fragen, die verwoben mit dem Buch „Zwei alte Frauen“ von Velma Wallis im Zentrum des Literaturgottesdienstes der evangelischen Kirchengemeinde Urmitz-Mülheim standen. G. Frey hat dieses Buch gewählt und gemeinsam mit seiner Ehefrau und Frau Kröhner vorgelesen. Der Ausschuss für Erwachsenenbildung und Ökumene (EBÖ) unter der Leitung von H. Schroers gestaltete den Rahmen dieses Abends, zu dem über 40 Gemeindemitglieder kamen.
Das Buch beschreibt die Situation eines Nomandenstammes im hohen Norden von Alaska. In einem bitterkalten Winter werden dort zwei alte Frauen zurückgelassen, weil einige aus dem Stamm nicht mehr bereit sind, diese „unnötigen Esser“ mitzunehmen.
Die Frauen selbst kannten diese Tradition aber der Schock, dass Sie diese Erfahrung selber zu spüren bekommen, war immens. Zu zweit schafften sie es, all ihre Kräfte, ihr Wissen und ihre Fertigkeiten wieder zu mobilisieren und zur Überraschung des Stammes überlebten sie diesen strengen Winter, alleine, zurückgelassen, scheinbar verloren in der Wildnis Nordamerikas.
Wie eine Gruppe von Menschen mit ihren „schwächsten“ Mitgliedern umgeht, mit Kranken, Älteren, Kindern und Fremden, daran zeigt sich der ethische und moralische Zustand einer Gesellschaft. Die Forderung des alten und Neuen Testaments, nach Achtung und Versorgung der älteren Menschen, der Kranken und der Fremden zeigt, dass jede Epoche und jede Gesellschaft in der Gefahr steht, die Achtung des Menschen nur unter der Ägide der Nutzbarkeit und Rentabilität zu begreifen. Der christliche Glaube hat immer wieder versucht, die Würde des Menschen an nichts anderem festzumachen, als an seiner Gottebenbildlichkeit: „Nicht wer etwas leistet oder etwas kann, sondern jeder der geschaffen wurde, hat ein Recht auf Leben, auf Menschenwürde.“
