Weihnachtsmarkt in Weißenthurm
Ein Weihnachtswunderland am Thur
Bunter Budenzauber an der Dreifaltigkeitskirche war ein voller Erfolg
Weißenthurm. Die Vorweihnachtszeit ist ja immer eine Sache für sich: Die Geschäfte sind voller Menschen, die letzte Geschenkidee fehlt immer noch und das Weihnachtsmenü steht auch noch nicht fest. Wer diesem altbekannten Stress entfliehen wollte, fand kürzlich eine vollkommen gemütliche und urige Weihnachts-Oase mitten in Weißenthurm. Der Weihnachtsmarkt stand am Samstag im Kalender und das Ergebnis konnte sich mehr als sehen lassen. Insgesamt 32 Aussteller verwandeln den Kirchplatz in einen bunten Budenzauber mit allem, was vorweihnachtlichen Charme versprüht. Alle zwei Jahre, im Wechsel mit der Ortsgemeinde Kettig, dreht sich am Thur am Samstag vor dem dritten Advent alles um Glühwein, Gesangseinlagen und gebrannte Mandeln.
Neben diesen obligatorischen Stimmungsmachern, die zu jedem weihnachtlichen Markt einfach dazugehören, gibt es in Weißenthurm etwas Besonderes: Hand in Hand stemmen die Thurer alle Organisation im Vorfeld und dies ganz selbstlos im Ehrenamt. In der Vorbereitungsphase haben sich die vielen Helfer um „Chef-Planer“ Werner Schumacher in vielen Sitzungen ein gemütliches Konzept einfallen lassen, dass die Besucher zum Bummeln und Genießen einlud. Ein ganz besonders wichtiges Standbein waren dabei die vielen Vereine, die in ihren Weihnachtsmarktbuden die Gäste gut gelaunt bewirteten und für volle Mägen und fröhliche Gesichter sorgten.
Ein gut sichtbares Zeichen dieses Zusammenhalts stand mitten auf dem Kirchplatz. Ein wunderschöne und völlig funktionstüchtige Weihnachtspyramide war neben der Dreifaltigkeitskirche das prächtigste „Gebäude“ am Platz. Diese wurde gebaut und gestiftet von Siggi Burmeister und zierte bereits so manchen heimischen Garten. Dieses Jahr, am Kirchplatz, funktionierten die Karnevalisten vom „Jedöhnsrat“ die Pyramide ganz einfach zur Glühweinbude um und dieses geniale Konzept wurde auch begeistert angenommen. Große Begeisterung machte sich übrigens bereits um 14 Uhr breit. Denn dann wurde der Weihnachtsmarkt auf der großen Bühne von Bürgermeister Gerd Heim mit einem freundlichen Willkommensgruß feierlich eröffnet. Bereits am Nachmittag mischten sich einige Ehrengäste wie MdL Josef Dötsch in die jetzt schon beachtliche Besucherschar. Später stattet auch Landrat Dr. Alexander Saftig dem Weihnachtsmarkt mit Geheimtipp-Charakter einen Besuch ab. Der MYK-Chef zeigte sich begeistert angesichts der liebevollen Ausarbeitung des Budendorfes. Und natürlich war auch Bürgermeister Heim mehr als stolz auf das weihnachtliche Highlight im Jahreskalender. „Der Weihnachtsmarkt ist toll geworden. Dank der vielen Helfer natürlich“, wusste Gerd Heim das Engagement zu schätzen.
Auch auf musikalische Weise kam dank des zauberhaften Musikprogramm Gänsehautstimmung auf. Auf der Bühne intonierten der Frauensingkreis, der Kirchenchor und der MGV „Eintracht“ von 1874 weihnachtliche Klassiker und auch Simone Schrörs sorgte als Solistin für schönstes Weihnachtsfeeling.
Hand in Hand zum Erfolg
Nicht nur auf der Bühne gab es in den vielen festlich erleuchteten Buden einiges zu entdecken - und zu schmecken! So konnte die Besucher am Stand des Umweltzuges leckeren Flammkuchen erstehen und das Menü bei Kaffee, Kuchen und Waffeln bei den Damen der Möhnen und des Frauensinkreises abrunden. Wer neben den vielen Glühweinständen eine kühle Erfrischung suchte, wurde in der „Kleinen Kneipe“ des gleichnamigen Freundeskreises fündig. Hier gab´s kaltes Bier vom Fass, natürlich begleitet von weihnachtlichen Keyboardklängen. Ganz heiß wurde es dann wieder am Tresen der Karnevalisten von Blau-Gold: Dort servierten die Narren „Heißen Hugo“, während der Elferrat nur ein paar Meter weiter mit Bratwurst und Kartoffelauflauf begeisterte. Tatsächlich darf man hier von wirklicher Begeisterung sprechen, denn die leckere Wurst vom Grill war sehr gefragt und schließlich ausverkauft, sodass die Männer vom Elferrat bereits am frühen Abend den „Wurst-Notstand“ ausrufen mussten.
Wer für Glühwein und Bratapfellikör noch zu jung war, konnte sich trotzdem auf die Organisatoren verlassen. Bei den Kids sorgte nicht nur ein nostalgisches Karussell für Verzückung. Ganz besonderer Hingucker war die „Gartenbahn“ des Modelleisenbahnclubs Rhein-Lahn aus Lahnstein. Auf der 5-Zoll-Bahn konnten Kinder und Junggebliebene auch selber Lokführer spielen und ihre Runden drehen. Mit besonderer Sehnsucht wurde natürlich auch der Nikolaus erwartet, der sich selbstverständlich einen Besuch nicht nehmen ließ und mit Schokolade und Clementinen nicht nur die Kinderherzen höher schlugen ließ. Wem das noch nicht genug war, konnte bei der Weihnachtstombola sein Glück herausfordern. Hier lockten attraktive Preise und diese ließen schon einen Vorgeschmack auf die nahende Bescherung an Heiligabend erahnen.
Eine große (Weihnachts)-Familie
Angesicht des herausragenden Programms und des urigen Gesamtkonzepts strömten die Gäste auf den Kirchplatz. Das liegt, neben der rührigen Organisation der vielen freiwilligen Helfer, auch daran, dass der Weihnachtsmarkt am Thur stets etwas Besonderes ist. Der Markt findet schließlich nur alle zwei Jahre statt - da ist Vorfreude einfach vorprogrammiert. In den Jahreszahlen mit gerader Endziffer sorgen die Nachbarn aus Kettig für weihnachtliche Stimmung. Und Weißenthurm und Kettig arbeiten auch hier Hand in Hand. So tauschen sich die beiden Orte rege aus und unterstützen sich nur allzu gerne, falls Not am Mann ist. Wenn noch beispielsweise Buden benötigt werden, hilft die Nachbarschaft aus. „Wir sind hier eben in der Verbandsgemeinde eine große Familie“, erklärt Bürgermeister Heim unisono mit seinem Kettiger Amtskollegen Peter Moskopp. Und wie es sich eben für eine große Familie gehört, wurde noch bis in den späten Abend gefeiert, gelacht und eine sicherlich unvergessliche Zeit auf dem Weihnachtsmarkt verbracht. 2017 kehrt der Weihnachtsmarkt dann wieder in die „3-B-Stadt“ zurück und wahrscheinlich rauchen bald wieder die kreativen Köpfe, um das diesjährige Weihnachtsprogramm noch zu toppen. Eines ist sicher: Angesichts des grandiosen Weihnachtsmarktes 2015 liegt die Messlatte beachtlich hoch. ROB
Deftige Gulaschsuppe gab´s am Stand des Orgelfördervereins - und auch die dazugehörigen Dessert-Rezepte. Gisela Höfer hat in ihrem Kochbuch 120 Backrezepte zu Papier gebracht und der Erlös der Verkäufe fließt natürlich in den Topf zum Erhalt der Kleist-Orgel.


Beste Stimmung am Glühweinstand zu Füßen der Weihnachtspyramide: (v.l.n.r.) Werner Schuhmacher, Gerd Heim, Josef Dötsch, Gabriele Schmalenbach und Martin Meyen. ROB

Weihnachtlicher geht’s nicht mehr: Neben der Pfarrkirche war die Weihnachtspyramide ein festlich erleuchteter Hingucker.

