Zehnkämpfer Kai Kazmirek wurde von seiner Heimatgemeinde St. Sebastian für seine sportlichen Erfolge geehrt
Ein bodenständiger Sportler, der seine Wurzeln nicht vergisst
St. Sebastian. Vom 22. bis 30. August finden in Peking die Leichtathletik-Weltmeisterschaften statt. Eine der großen Medaillenhoffnungen ist Kai Kazmirek, der in der „Königsdisziplin“ der Leichtathletik antritt. Der Zehnkämpfer, der für die LG Rhein-Wied startet, lebt seit vielen Jahren in St. Sebastian. Seine Heimatgemeinde ehrte den Sportler nun für seine herausragenden Erfolge in der Vergangenheit und wünschte ihm zugleich für das wichtige Turnier in Peking alles Gute.
Zahlreiche Vertreter der örtlichen Vereine und der Politik hatten sich zu Ehren des Junioren-Europameisters von 2013 im Mehrzweckraum der Mehrzweckhalle St. Sebastian eingefunden und wurden dort von Ortsbürgermeister Marco Seidl begrüßt. Dieser freute sich, dass auch Vater und Trainer des zu Ehrenden anwesend waren (André Kazmirek und Jörg Roos).
St. Sebastian ist teilweise auch schon international bekannt
Marco Seidl betonte, dass der St. Sebastianer vom SWR zum „Sportler des Jahres 2014“ gewählt wurde und nicht zuletzt aufgrund dieser besonderen Auszeichnung auch eine besondere Ehrung durch seine Heimatgemeinde gerechtfertigt sei. Der 24-jährige Kazmirek habe den Namen von St. Sebastian nicht nur landes- und bundesweit, sondern zwischenzeitlich auch schon international bekannt gemacht, wobei er aber auch stets bodenständig geblieben sei. Ein Beweis dafür sei auch die Tatsache, dass er derzeit eine Ausbildung bei der Polizei absolviere. Die Entlohnung im Bereich Leichtathletik sei leider in keiner Weise mit Sportarten wie Fußball oder Tennis vergleichbar, insofern sei dies auch ein richtiger Schritt, so Seidl.
Lobende Worte für den Kommissar-Anwärter fand auch VG-Bürgermeister Georg Hollmann. Er erinnerte daran, dass Kazmirek von 2007 bis 2010 auch Mitarbeiter der Verbandsgemeindeverwaltung Weißenthurm gewesen sei: „Ohne Ihre damalige Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten wären Ihre sportlichen Erfolge sicher nicht denkbar gewesen“, scherzte der VG-Chef, der Kai Kazmirek als einen „besonderen Werbeträger mit Vorbild-Charakter“ bezeichnete.
Der Kreisbeigeordnete Rudi Zenz erinnerte in seiner Ansprache an die großen Leichtathletik-Sportfeste, die einst in Koblenz-Oberwerth stattfanden, aber leider der Geschichte angehören: „Sie sind auf dem besten Weg, bei solchen Sportevents der Spitzenklasse auch die Hauptrolle zu spielen“, so Zenz. Auch Arno Ackermann, seines Zeichens erster Vorsitzender des TuS St. Sebastian, berichtete von den ersten sportlichen Aktivitäten des Zehnkämpfers, die damals jedoch im Bereich Fußball lagen. Er sei beeindruckt, dass der Sportler trotz seiner Erfolge nie vergesse, „wo er herkomme“. Damit auch das Wappen von St. Sebastian im Fernsehen bekannt werde, überreichte er Kazmirek eine entsprechende Kappe für die WM im August. „Und wenn Sie zur diesjährigen Weihnachtsfeier des TuS St. Sebastian mit einer Medaille erscheinen, versprechen wir, für diese auch eine Art Fronleichnamsprozession zu organisieren“, so Arno Ackermann mit einem Augenzwinkern.
Als Geschenk hatte der TuS St. Sebastian für seinen Sportler noch etwas ganz Besonderes mitgebracht: Die „Tanzkids“ unter der Leitung von Laura Heidemeyer zeigten ihr Können in Tanz und Akrobatik. Der Geehrte selbst freute sich über die vielen lobenden und motivierenden Worte. Auch durch seine Dankesworte präsentierte er sich als bodenständiger und sympathischer Sportler, der trotz seiner Erfolge am Boden der Tatsachen geblieben ist. „St. Sebastian ist für mich ein Ruhepol. Ich bin oft im In- und Ausland unterwegs. Und ich freue mich immer wieder, wenn ich hier in St. Sebastian Ruhe und Kraft für anstehende Wettkämpfe tanken kann“, so Kazmirek, der gerne auch noch im anschließenden geselligen Teil für Autogramme und persönliche Gespräche zur Verfügung stand. Dort erfuhr man beispielsweise, dass die Disziplinen Hochsprung und 400-Meter-Lauf seine Lieblingsdisziplinen sind.
Die „Tanzkids“ des TuS St. Sebastian unter der Leitung von Laura Heidemeyer (vorne rechts) bereicherten den Festakt mit einer musikalisch-akrobatischen Darbietung.
