Politik | 07.09.2026, 08:44 Uhr

Billige Importware verdrängt heimische Früchte

Josef Oster: Unsere Obstbauern stehen unter Druck

Der Koblenzer CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Oster (links) tauschte sich beim Streifzug über die Obstplantagen mit Thomas Kreuter (Mitte) und dessen Sohn Tim Kirch vom Obsthof Spurzem-Kreuter in Mülheim-Kärlich aus.
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Mülheim-Kärlich. Kirschen, Zwetschgen, Äpfel in verschiedenen Sorten und von hoher Qualität: Der Obsthof Spurzem-Kreuter in Mülheim-Kärlich gehört mit seinen gut 40 Hektar Anbaufläche zu den größeren Betrieben in Deutschland – aber steigende Kosten für Löhne, Energie und Betrieb, dazu die Konkurrenz durch billige Importware in den Supermarktregalen, sind auch im traditionsreichen Familienunternehmen deutlich zu spüren. Über die aktuelle Situation, die Hintergründe und die Perspektiven informierte sich der Wahlkreisabgeordnete Josef Oster (CDU) nun persönlich bei den Fachleuten vor Ort. „Der Obstbau ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Mülheim-Kärlich und prägt die Kulturlandschaft im Landkreis seit Generationen“, betonte der Abgeordnete. „Wir müssen bessere Rahmenbedingungen für unsere Obstbauern schaffen.“

Gemeinsam mit Thomas Kreuter und dessen Sohn Tim Kirch, der den Betrieb übernehmen möchte, streifte Josef Oster über die Plantagen. Tim Kirch ist Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Obstbau im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau und gab dem Politiker einen umfassenden Überblick über die vielfältigen Herausforderungen. Mit Herbert Netter und Norbert Schäfer waren weitere Vertreter des Verbands beim Ortstermin dabei.

Zu beißen haben demnach die Obstbauern, die auf Saisonarbeiter angewiesen sind, an dem in diesem Jahr auf 13,90 Euro gestiegene gesetzlichen Mindestlohn und an der Aussicht auf eine weitere Erhöhung. Da der Obstbau besonders arbeitsintensiv ist – ein Großteil der Ernte erfolgt nach wie vor per Hand –, schlagen steigende Lohnkosten hier unmittelbar durch.

Im internationalen Wettbewerb geraten die regionalen Erzeuger dadurch zunehmend ins Hintertreffen: Ausländische Anbieter können günstiger produzieren, denn sie müssen sich nicht an deutsche Sozial- und Produktionsstandards halten. Verschärft wird die Lage durch den Lebensmitteleinzelhandel, der regionales Obst häufig nur zu jenen Preisen abnimmt, die auch für importierte Ware gezahlt werden – ungeachtet der höheren Produktionskosten hierzulande.

Besonders schwierig ist laut Kreuter und Kirch derzeit der Verkauf von Zwetschgen. Die Preise deckten gerade einmal das Pflücken und die Vermarktung ab. Ein Obstbaum macht aber das ganze Jahr über Arbeit. Mulchen, Schnitt, Neupflanzungen oder Pflanzenschutz – das alles bleibt am Erzeuger hängen. Gepflückt wird trotzdem – obwohl sich die Zwetschgenernte nicht auszahlt. Denn: Das angestammte Saisonarbeiter-Team soll schließlich auch nächstes Jahr wiederkommen, wenn die Lage hoffentlich wieder besser ist.

Zusätzlicher Unmut entsteht durch „Etikettentricks“, also irreführende Kennzeichnungen im Handel: Bezeichnungen wie „Apfelmus mit (statt „aus“) Äpfeln aus Rheinland-Pfalz“ suggerierten eine regionale Herkunft. Der Großteil der verwendeten Früchte könne aber auch aus dem Ausland stammen. Ähnlich sei dies bei Kennzeichnungen wie „verpackt in Deutschland“, „Obst aus deutsch-moldavischer Ernte“ oder Ähnliches – für Verbraucher kaum zu durchschauen.

Die Obstbauern fordern daher vor allem eines: faire, verlässliche Bedingungen, Planungssicherheit beim Mindestlohn sowie – mit Blick auf die besondere Situation der Branche – die Prüfung einer Sonderregelung für Saisonarbeitskräfte. „Ich nehme viel mit aus diesem Austausch“, sagte Josef Oster, der die Themen in Berlin bei den entsprechenden Fachgremien anbringen wird.

Einige Obstbauflächen wurden schon aufgegeben. Zwischen Zwetschgenbaumreihen liegt dieses abgeerntete Maisfeld.

Einige Obstbauflächen wurden schon aufgegeben. Zwischen Zwetschgenbaumreihen liegt dieses abgeerntete Maisfeld. Foto: Büro Josef Oster/Michaela Cetto

Cacaks Fruchtbare gehört zu den beliebtesten Zwetschgensorten, weil sie groß und köstlich ist und gebacken wie naturell hervorragend mundet – auch dem Abgeordneten.

Cacaks Fruchtbare gehört zu den beliebtesten Zwetschgensorten, weil sie groß und köstlich ist und gebacken wie naturell hervorragend mundet – auch dem Abgeordneten. Foto: Büro Josef Oster/Michaela Cetto

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Der Koblenzer CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Oster (links) tauschte sich beim Streifzug über die Obstplantagen mit Thomas Kreuter (Mitte) und dessen Sohn Tim Kirch vom Obsthof Spurzem-Kreuter in Mülheim-Kärlich aus. Foto: Büro Josef Oster/Michaela Cetto

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