Leichtathleten haben´s nicht leicht
In dieser Woche lege ich mal die Schelle aus der Hand und mache mit meinem Zeige- und Mittelfinger das berühmte „V-Zeichen“. Bei mir sollte die bekannte Handgeste jedoch nicht für das „Victory“ (englisch: Sieg), sondern für den Namen „Viktoria“ stehen. Die Stadt Mülheim-Kärlich hat nämlich einen neuen Star: Viktoria Müller. Die junge Dame hat vor wenigen Tagen bei den Deutschen Meisterschaften in Rostock in der 4x100-Meter-Sprintstaffel mit ihren Team-Kameradinnen die Deutsche U18-Meisterschaft gewonnen. Und so ganz nebenbei stellten die vier Sportlerinnen mit der erzielten Zeit (47:30 Sekunden) einen neuen Rheinland-Pfalz-Rekord auf. In Mülheim-Kärlich ist Viktoria Müller keine Unbekannte: Bereits im Jahr 2010 wurde das vielversprechende Leichtathletiktalent im Rahmen des Ehrenamtspreises als Sportlerin ausgezeichnet. Diese Ehre war für die damals 14-Jährige offenbar eine gute Motivation. In den letzten Jahren lieferte sie konstant gute Leistungen, die auch für die weitere Zukunft noch viel erwarten lassen. Dabei ist die Sportart, die sie ausübt, alles andere als „Leicht-Athletik“.
Wer diesen Sport leistungsmäßig betreibt, muss viel Zeit für Training und Wettkämpfe investieren. Leider steht die Leichtathletik auch nicht so im Blickpunkt, wie z.B. Mannschaftssportarten.
Im Gegensatz zu Fußball und Tennis kann auch nur ein ganz geringer Teil der Spitzensportler mit Leichtathletik seinen Lebensunterhalt verdienen. Umso mehr sollten wir darauf stolz sein, dass wir aktuell mit Viktoria Müller ein hoffnungsvolles Talent besitzen. Nicht unerwähnt bleiben darf in diesem Zusammenhang natürlich der St. Sebastianer Kai Kazmirek. Der 22-Jährige tritt in der Königsdisziplin der Leichtathletik an: Dem Zehnkampf. Auch wenn er zwischenzeitlich für die Leichtathletik Gemeinschaft (LG) Rhein-Wied startet, wurde sein Talent zunächst von den örtlichen Vereinen SV Urmitz und TV 05 Mülheim entdeckt und gefördert. Seine Erfolge sind beachtlich: So errang er im vergangenen Jahr den ersten Platz bei den Deutschen Meisterschaften im Mehrkampf.
Sein Freund Marcel Kirstges, der in der Rheingemeinde Urmitz lebt, hat sich auf Sprint und Weitsprung spezialisiert und kann ebenfalls bereits zahlreiche herausragende Leistungen aufzeigen. Auch er wurde durch den SV Urmitz und den TV 05 Mülheim gezielt gefördert, wobei da vor allem der Name von Trainer Winfried Wirth zu nennen ist.
Das langfristige Ziel des 22-Jährigen ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016. Ich kann zu den drei genannten Sportlern nur Folgendes sagen: Weiter so, auch wenn Ihr es als Leichtathleten nicht leicht habt.
Ihr Ausscheller
