Wirtschaft | 17.08.2015

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Mary Bauermeister – Da capo-Werke aus 60 Jahren

Neue Sonderausstellung vom 29. August bis 1. November im Mittelrhein-Museum

Mary Bauermeister 1964 im New Yorker Atelier. Foto: Mittelrhein-Museum

Koblenz. Am Freitag, 28. August um 19 Uhr eröffnet das Mittelrhein-Museum, Zentralplatz 1, Koblenz die neue Sonderausstellung „Mary Bauermeister – Da capo-Werke aus 60 Jahren“.

Mary Bauermeister, geboren 1934, wurde in Frankfurt geboren und ging in Köln zur Schule. Die Kindheitserfahrung von Krieg und Nachkrieg hatte prägenden Einfluss auf ihr Werk. Sie studierte an der Hochschule für Gestaltung in Ulm und an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken. Danach ließ sie sich als freie Künstlerin in Köln nieder, wo ihr Atelier ab 1960 ein Treffpunkt der Prä-Fluxus-Szene wurde. Maßgebliche internationale Künstler aus Literatur, Musik und bildender Kunst wie John Cage, Otto Piene, Arnulf Rainer, Daniel Spoerri oder Nam June Paik kamen dort zusammen.

Folgenreich war der übergreifende Charakter dieser Treffen, wo man die Grenzen zwischen den Künsten einriss, ja mit dem überkommenen Kunstbegriff brach. Hier kamen Künstler aus Literatur, Musik und bildender Kunst miteinander ins Gespräch. Bauermeisters Werk umfasst neben Zeichnungen und Gemälden vor allem Objektbilder und Installationen sowie später auch Landschaftsgestaltungen.

Schon in den 1960er Jahren erfuhr Mary Bauermeisters Werk internationale Resonanz. Sie wurde in Europa und Amerika durch prominente Ausstellungen wahrgenommen. Entscheidend für ihr Leben und Werk wurde die Begegnung mit dem Komponisten Karlheinz Stockhausen im Jahr 1957. Die Beziehung zu Karlheinz Stockhausen war nicht nur eine unkonventionelle Lebensgemeinschaft, sondern eine kreative Partnerschaft. Die beiden Künstler setzten sich mit dem Werk ihres Partners konzeptionell auseinander. Sie verfassten gemeinsam Programme zu seriellen Kompositionsprinzipien in bildender Kunst und Musik.

Mary Bauermeister - eine bedeutende deutsche Künstlerin der Nachkriegszeit

Das Mittelrhein-Museum ist der Künstlerin auf besondere Weise verbunden. Bereits im Jahr 1972 fand ihre erste große Retrospektive hier statt. Zur Ausstellung „Mary Bauermeister. Gemälde und Objekte 1952-1972“, die Karlheinz Stockhausen gewidmet war, erschien auch ein Katalog. Anlässlich der Eröffnung der Ausstellung am 30. Mai 1972 wurden drei Kompositionen von Karlheinz Stockhausen aufgeführt. In den vergangenen vierzig Jahren hat die Künstlerin ein umfangreiches Werk geschaffen und ist weiterhin aktiv. Am 7. September 2014 konnte sie ihren 80. Geburtstag feiern. Ihr Rang als eine der bedeutenden deutschen Künstlerinnen der Nachkriegszeit hat sich in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit weiter gefestigt.

Die Ausstellung wird neben einer Retrospektive auch aktuelle Arbeiten zeigen, die erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Künstlerin wird eine großformatige Rauminstallation unter dem Titel „Zuvielisation“ anfertigen, für die sie auch auf die Bestände des Museums zurückgreift.

Begleitprogramm:

Nachlese: „Ich hänge am Triolengitter“ – eine Kooperationsveranstaltung des Mittelrhein Musik Festivals mit dem Mittelrhein-Museum und der StadtBibliothek Koblenz. Mary Bauermeister & Karlheinz Stockhausen Lesung - Vortrag - Gespräch - Performance

Mit ihrer Autobiographie „Ich hänge im Triolengitter“ hat Mary Bauermeister der Partnerschaft mit dem Komponisten Karlheinz Stockhausen ein Denkmal gesetzt. In einem literarisch-musikalischen Abend werden das musikalische Vermächtnis Stockhausens und das anhaltend lebendige, vielgestaltige Schaffen Bauermeisters beleuchtet.

Moderation: Dr. Matthias von der Bank, Leiter des Mittelrhein-Museums Koblenz

3. September 2015 19:30 Uhr, Koblenz, Forum Confluentes, StadtBibliothek

Infos zum Kartenvorverkauf: www.mittelrhein-musik-festival.de/das_festival/vorverkauf/

Pressemitteilung

Mittelrhein-Museum Koblenz

Mary Bauermeister 1964 im New Yorker Atelier. Foto: Mittelrhein-Museum

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