Realschule plus Mülheim-Kärlich auf dem Rhein
Mit schwimmendem Klassenzimmer unterwegs
Hochinteressante Exkursion mit der "MS Burgund"
Mülheim-Kärlich. Die Flut hatte fast alle kleinen Wassertiere weggespült, trotzdem gelang es den Schülerinnen und Schülern der Realschule plus Mülheim-Kärlich auf den großen aus dem Rhein gebaggerten Gesteinsbrocken kleine Flusskrebse und andere Wassertiere zu entdecken. Die Tiere wurden vorsichtig mit Pinzette und Pinsel geborgen und zur näheren Bestimmung in eine Petrischale mit Rheinwasser gelegt.
Die Realschüler waren auf dem Mess- und Untersuchungsschiff MS „Burgund“, das zu bestimmten Zeiten seine Türen öffnet und im Auftrag der Umweltbildung zum Schwimmenden Klassenzimmer wird. So können Schüler den Rhein aus einer ganz neuen Perspektive erleben und werden mit seinen Aufgaben für Mensch und Tier vertraut. Während der Fahrt auf dem Rhein lernten die Schüler den Fluss als Verkehrsweg kennen und konnten die Aufgaben des Gewässerschutzes an vier Lernstationen praxisnah erkunden. Die MS „Burgund“ kontrolliert seit 1988 die umliegenden Flüsse unter anderem auf Schadstoffe und untersucht Gewässerproben. Dies ist nicht nur nach Hochwasser ein wichtiger Umweltauftrag.
Die Schüler wurden in vier Expertengruppen aufgeteilt. Nach jeder Runde wechselten die Schüler ihre Lernstation. Allerdings bleibt ein Schülerexperte zurück, der den nächsten Mitschülern die Stationsaufgaben erklärt. Diese Form des kooperativen Lernens hat den Vorteil, dass die Schüler das Gelernte besser behalten, da sie aktiv mitwirken. Im Rahmen der Inklusion bietet sie den Förderschülern die Möglichkeit, als Experten aufzutreten. „Das hast du richtig gut erklärt, Sarah!“, würdigte Aylin die ungewohnte Rolle ihrer Mitschülerin.
Zu den Lernstationen mit speziell entwickelten Aufgaben und Arbeitsmaterialien gehört die Untersuchung des Rheinwassers im Schiffslabor. Hier wurden die Temperatur, der Sauerstoffgehalt, der pH-Wert und die Leitfähigkeit bestimmt. An Deck erstellten die Rheinentdecker eine Rheinabschnittskarte, indem sie die Ortsnamen und Sehenswürdigkeiten rund um den Mittelrhein ergänzten. Außerdem wurde die Rheinbreite mithilfe eines Lasermessgerätes ermittelt. Auf der Brücke erklärte Kapitän Reißig die Instrumente im Ein-Mann-Fahrstand. Zusätzlich erfuhren die Schüler wie die Geschwindigkeit des Schiffes berechnet wird. Die Flussforscher bestimmten die Wassertiere unter der Becherlupe und ermitteln die biologische Gewässergüteklasse. Die Auswertung aller Ergebnisse ergab, dass der Rhein eine gute Wasserqualität hat.
Viel zu schnell vergingen die Stunden an Bord und alle waren sich einig, dass noch keiner eine so spannende, unterhaltsame und lehrreiche Schiffsfahrt gemacht hat.
