Politik | 07.04.2013

Warnung der Polizei vor Betrugsmasche „Schockanrufe“

Polizei warnt: Erst der Anruf, dann der Schock

Region. Auf die Betrugsmaschen „Enkeltrick“ und „Schockanruf“ hat die Polizei in den zurückliegenden Jahren immer wieder aufmerksam gemacht, leider sind sie wohl nicht auszumerzen. Das liegt insbesondere bei den „Schockanrufen“ auch daran, dass die potenziellen Geschädigten - vorwiegend handelt es sich um ältere Mitbürger mit russischen Wurzeln - aufgrund ihrer teilweise recht abgeschotteten Lebens- und Kulturkreise für die polizeiliche Präventionsarbeit nur schwer erreichbar sind.

Seit Februar sind allein bei der Andernacher Polizei rund 20 dieser Schockanrufe bekannt geworden – und die Dunkelziffer ist aufgrund der Scham der Opfer mutmaßlich hoch. Kennzeichnend ist, dass die Anrufe wellenartig in einer Stadt oder Region registriert werden. Im Raum Andernach war dies am 7./8. sowie 18./19. Februar der Fall und aktuell über die komplette Osterzeit hinweg. In den meisten Fällen bleibt es beim Versuch, aber in mindestens drei Fällen kam es zu Übergaben von vierstelligen Bargeldbeträgen, so auch am Mittwoch, 3. April:

Gegen 9.15 Uhr wurde eine 75-Jährige in Andernach am Telefon so massiv unter Druck gesetzt („Die Schwiegertochter hat einem Unfall verursacht, bei dem ein Kind schwer verletzt wurde. Die Verhaftung kann nur durch Hinterlegung eines hohen Bargeldbetrages vermieden werden…“), dass sie innerhalb weniger Minuten gleich zweimal Geld übergeben hat – an einen ihr völlig unbekannten Mann!

Opfer werden massiv psychischem Druck ausgesetzt

Besonders perfide: Der psychische Druck wurde während des kompletten Telefonates u.a. auch dadurch hoch gehalten, dass die vermeintliche Schwiegertochter schreiend und schluchzend am Telefon zu hören war. Der Geldabholer klingelte noch während des Telefonates an der Haustür, so dass die 75-Jährige überhaupt keine Chance hatte, die Situation in Ruhe zu überdenken, Kontakt zu Angehörigen oder gar der Polizei aufzunehmen.

Gerade dieser nochmals erhöhte zeitliche Druck bzw. der enge zeitliche Ablauf zwischen Anruf und Geldübergabe lässt kaum noch Raum für Hilfe von außen: Wenn der/die Angerufene die Masche nicht sofort erkennt, wird er/sie fast zwangsläufig auch Opfer. Damit hat diese Betrugsmasche eine neue Qualität erreicht, denn der Unsicherheitsfaktor „Gang zur Bank“ - wie etwa beim Enkeltrick - fällt für die Täter damit weg.

Von daher wundert es nicht, dass die Masche „Schockanrufe“ in Rheinland-Pfalz seit 2012 dem „Enkeltrick“ sowohl quantitativ als auch was die Schadenssummen betrifft den Rang abgelaufen hat.

Bei den Präventionsbemühungen setzt die Polizei in erster Linie auf die (jüngeren) Angehörigen der potenziellen Opfer, die die Senioren ihres Familienkreises wappnen.

Was tun, wenn Sie einen solchen Anruf erhalten:

 Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen.

 Gehen Sie nicht auf die Forderungen ein, prägen Sie sich jedoch die Stimme und sprachlichen Besonderheiten des Anrufers ein.

 Notieren Sie sich die Telefonnummer des Anrufers, wenn Sie in Ihrem Telefon angezeigt wird.

 Wenn Sie zu einem Rückruf aufgefordert werden: Notieren Sie sich die Rufnummer. Sie beginnt meistens mit der Vorwahl für Litauen 0037….

 Rufen Sie nicht zurück!

 Geben Sie kein Geld in fremde Hände!

 Wenden Sie sich unverzüglich an Ihre nächste Polizeidienststelle: Notrufnummer 110.

Da die Geschädigten fast ausnahmslos dem russischen Kulturkreis angehören, hält die Polizei die Präventionsflyer und -hinweise inzwischen auch in russischer Sprache vor.

Weitere Informationen zum Hintergrund der Betrugsmasche und mehr Präventionstipps finden Sie auch im Internet unter www.polizei-beratung.de

Pressemitteilung der

Polizeiinspektion Andernach

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Lena: Diversität ist wichtig: Der Wolf reguliert Überpopulationen ( z.B. Schwarzwild, Rehwild). Für schlecht geschützte Herdentiere sind die Besitzer verantwortlich.
  • Peter 1: Trotzdem ist der Wolf hier vollkommen überflüssig.
  • Walter Miller : Ein verpixeltes Bild von der durch den Wolf getöteten Ziege. Was will man damit ausdrücken ? Das ein Wolf besonders grausam ist ? Er ist ein Geschöpf der Natur - nicht mehr und nicht weniger. Im Gegensatz zu den 467.000 Jägern in Deutschland.
  • Michael Geiger, 56337 Eitelborn: Michael Geiger, Leider kann ich die Losnummern aus der Ziehung vom 28.03.26 im Globus Bubenheim nicht finden.. Warum nicht
  • Dietmar Gläsener: Leider kann ich meine Gewinnlos Nummern , Ziehung vom 28.03.26 im Clobus in KO-Bubenheim nicht abrufen im Internet. Woran liegt es? D. Gläsener, 56237 Nauort
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Dagmar Both: Guten Morgen Herr Winkelmann, herzlichen Dank für ihre Berichterstattung. Wenn sie von einer vertrauensvollen Abstimmung im Abstimmungsprozess zum Sondervermögen berichten, - dann gilt dies leider nicht für die Freien Wähler.
Dauerauftrag 2026
Rund um´s Haus
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Koblenz blüht
Tag der offenen Tür
First Friday Anzeige März
Anzeigenauftrag FMP-1P9L0-AD-351131
Feierabendmarkt Bad Neuenahr / o.B. Sponsoring
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige Personalreferent/in
Empfohlene Artikel
Jan Badinsky vor der Freiwilligen Feuerwehr
60

Mülheim-Kärlich. Die SPD-Fraktion im Stadtrat begrüßt Ausführungen der Verwaltung in der Ratssitzung vom 2.4. zur Einrichtung von Wärmeinseln im Falle eines länger andauernden Stromausfalls. Eine Publikation der VG wies hierzu drei Hallen aus. Die Stadt hat auf Anfrage der SPD wichtige Abläufe konkretisiert.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Verkehrssituation an der Aloisius-Grundschule stresst die Anwohnerschaft. Foto: ROB
2266

Immer wieder kommt es zu kritischen „Manövern“: Auch die Stadtverwaltung sieht zunehmende Belastung:

HeimatCheck: Ahrweiler: Eltern-Taxis stressen alle

Ahrweiler. Seit mehreren Jahren steht die Aloisius-Grundschule vor einer wachsenden Herausforderung: dem zunehmenden Verkehrsaufkommen durch sogenannte „Elterntaxis“. Leser von BLICK aktuell berichten, dass sich die Situation trotz wiederholter Hinweise und Appelle bislang nicht verbessert habe. Insbesondere zu den morgendlichen Bringzeiten sowie am Mittag beim Abholen der Kinder kommt es regelmäßig zu kritischen Verkehrssituationen rund um das Schulgelände.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Adobe Stock
132

Bonn. Am kommenden Samstag (04.04.2026) findet in Beuel und in der Bonner Innenstadt der „Bonner Ostermarsch 2026“ statt. Zu dieser Friedensdemonstration erwarten die Veranstalter rund 500 Teilnehmende. Die Versammlung beginnt um 13:00 Uhr auf dem Mirecourtplatz am Beueler Rheinufer. Von dort aus ist folgender Aufzugsweg vorgesehen:

Weiterlesen

Rund ums Haus
Kreishandwerkerschaft
Holz Loth-Entsorgung
Alles rund ums Haus
Anzeige "Rund ums Haus"
Rund ums Haus
Fahrer gesucht (m/w/d)
Ostergruß
Osterangebot
Kreishandwerkerschaft - Anzeige Pool
Innovatives rund um Andernach
SB Standesamt
Stellenanzeige mehrere Stellen
PR-Anzeige
Anzeige KW 14
Osteraktion
Unterstützeranzeige
Stellenanzeige Personalsachbearbeiter/in