Neue Spielzeit der Theatergruppe der Kolpingsfamilie St. Mauritius Kärlich
Seit Ostern läuft der Weihnachtsmann über die Theaterbühne
Komödie „Der Neurosenkavalier“ thematisiert Seelenheilkunde
Mülheim-Kärlich. Normalerweise sollte man meinen, dass ein Theaterstück, welches zur Weihnachtszeit handelt, nicht unbedingt zum Frühling passt. Doch da in diesem Jahr sogar noch am Karfreitag Schnee vom Himmel fiel, kann auch die neueste Komödie der Theatergruppe der Kolpingsfamilie St. Mauritius Kärlich als zeitgemäß bezeichnet werden. Im 36. Jahr ihres Bestehens zeigt die im Jahr 1978 gegründete Gruppe ihren 30. Mehrakter. Zur Handlung: Der als Weihnachtsmann verkleidete Felix Bollmann, der soeben die Hauptkasse eines Kaufhauses geknackt hat, verirrt sich auf der Flucht vor der Polizei in die Praxis eines Psychotherapeuten. Dort wird er für die Urlaubsvertretung gehalten. Er therapiert munter drauflos. Doch die Sprechstundenhilfe Frau Engel, der Finanzbeamte Novacek, Frau Bast, der Kriminalbeamte Maiwald, die Schriftstellerin Claudia Carrera und Doktor de Witt verstricken ihn immer tiefer in ein Netz aus Notlügen und absurden Situationen. Die Autoren Gunter Beth und Alan Cooper sparen in ihrem Werk nicht mit witzig-satirischen Hieben auf eine im Gewande wissenschaftlicher Ernsthaftigkeit daherkommende Seelenheilkunde. Die Uraufführung der Komödie „Der Neurosenkavalier“ fand 1986 in Stuttgart statt. Seitdem ist dieses Stück die meistgespielte deutsche Boulevardkomödie mit mehr als 70 Produktionen, unter anderem in der Spielzeit 1990/91 am Stadttheater in Koblenz.
Auf der Bühne im Kärlicher Pfarrsaal sind in diesem Jahr insgesamt 6 Darsteller zu sehen. Dem Publikum bestens bekannt sind Michael Müller, Ingo Rutschmann und Astrid Letsch, gehörten sie doch auch zu den 8 Darstellern, die beim Stück „Othello darf nicht platzen“ ebenfalls im Scheinwerfer-Licht standen und für den großartigen letztjährigen Erfolg mitverantwortlich waren. Nach mehrjähriger Pause konnte in diesem Jahr auch Marion Mülhöfer wieder für eine Mitarbeit bei der Kolping-Theatergruppe gewonnen werden. Die beiden weiteren Darsteller wurden bei Theatergruppen umliegender Orte gefunden: Elvira Matousek und Martin Witte. Letzterer spielt beim Stück „Der Neurosenkavalier“ sogar zwei Rollen: Die des „Doktor de Witt“ und den Kommissar Maiwald.
Für die Inszenierung der diesjährigen „Psycho-Komödie“ sind Friedrich Stock (der im Stück auch die Stimme eines Radio-Moderators spricht) und Michael Müller verantwortlich. Bau- und Ausstattung der Bühne übernahmen Peter Mülhöfer, Toni Diewald und das Team der Gruppe. Ton und Beleuchtung während den Aufführungen übernehmen Fabian Seebert und Friedrich Stock. Die Toneinblendungen erfolgen durch Sven Hartwig, Fabian Seebert, Julian Schambortski und Esther Witte. Für die musikalische Gestaltung ist Friedrich Stock verantwortlich, ebenso für die Tonaufnahmen. Bei der Requisite sind Jannis Schambortski und Esther Witte behilflich. Als Souffleusen fungieren Ursula Seidel und Doris Andernach. Die Arbeiten in der Maske übernehmen Michaela Burgmer-Strahl, Monika Degen, Susanne Hoffmann, Melanie Ritter und Claudia Schambortski. Die Öffentlichkeitsarbeit ist in den Händen von Lothar Spurzem.
Die rund zweistündige amüsante Komödie wird noch bis zum 10. Mai 2013 im Pfarrsaal unter der Kärlicher Pfarrkirche aufgeführt. Der Einnahmeüberschuss kommt wie in den Vorjahren Projekten der Bolivienpartnerschaft und anderen sozialen Zwecken zugute. Karten sind an der Abendkasse oder im Vorverkauf bei der Volksbank Mülheim-Kärlich erhältlich.
Wie Regisseur Friedrich Stock in der Premierenwoche mitteilte, wird er die Leitung der Gruppe nach Abschluss der diesjährigen Spielzeit in jüngere Hände geben. Die künstlerische Leitung übernimmt seinem Willen nach Michael Müller (Mendig). Ingo Rutschmann (Kaltenengers) soll sich zukünftig um die organisatorische Arbeit kümmern. Der 75-jährige Gründer der Theatergruppe machte jedoch kein Geheimnis daraus, dass er der Gruppe auch in Zukunft im Hintergrund behilflich sein möchte.
