Kindertagesstätte Mülheim-Kärlich / Hortkinder
Waldabenteuer trotz Minusgraden
Mülheim-Kärlich. Im Rahmen ihres Osterferienprogramms trotzten die Hortis (die in der Kita Mülheim-Kärlich betreuten Grundschulkinder) der klirrenden Kälte des diesjährigen Frühlings und verbrachten zwei komplette Tage im Wald rund um die Grillhütte Hümmeroth. Aber wie heißt es so schön? Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Bekleidung. Und so vermummten sich die hartgesottenen Naturliebhaber unter den Hortis getreu dem Zwiebelsystem in dicke Pullis, Skiunterwäsche, Daunenjacke sowie Matschhosen und genossen die Zeit in „freier Wildbahn“ - sozusagen auf ihrem „Natur-Spielplatz Wald“. Wo kann man als Kind schöner spielen als in der freien Natur? Hortis brauchen keine nach strengen Sicherheitsbestimmungen gebauten Spielplätze, denn diese sehen blass aus gegen ein natürlich wildes Waldgebiet, in welchem Bäume, Bäche, Buschwerk, Wildwuchs, Erdhügel, Böschungen und Totholz den Forscher- und Entdeckerdrang als auch die Fantasie und Kreativität beflügeln - gleichzeitig auch noch viele Möglichkeiten für kleine Abenteuer bieten. So streunten die jungen Abenteurer in unterschiedlichen Gruppen durch den Wald, nahmen Flora und Fauna mit allen Sinnen wahr und lernten nebenbei, wie man sich in der Natur bewegt bzw. verhält. Naturerleben macht Spaß - diese Erfahrung machten die Hortis bei ihren ausgiebigen Streif- und Eroberungszügen durch das Waldgebiet - zumindest diejenigen, die das Motto „es gibt keine schlechte Bekleidung“ befolgt hatten. So tobten die Sechs- bis Zehnjährigen nach Herzenslust durch ihr „waldiges Spielparadies“ und genossen all das, was ihre Eltern, Großeltern und Urgroßeltern schon in Kindheitstagen glücklich gemacht hat: Auf Bäume klettern und die Aussicht genießen, mit Gummistiefeln durch den Bach waten, Staudämme bauen und Wasser umleiten, Stöcke schnitzen, „Schätze“ suchen, heimlich auf „Wildschweinjagd gehen“, Tiere beobachten, z.B. Froschlaich inspizieren, Steine sammeln, über einen toten Baumstamm balancieren, dem Klopfen des Spechtes zu lauschen, Würstchen über dem Feuer grillen, aus Erd- und Lehmklumpen Figuren modellieren, Bilder aus Naturmaterial legen oder sich in spannende oder gruselige Rollenspiele, wie „Flucht vor einer Waldhexe“, vertiefen. Besondere Eindrücke, Lieblingsplätze wie in luftigen Höhen der Bäume, selbst geschaffene Naturkunstwerke wie ein gemeinsam gelegtes Naturmandala, ein Staudamm oder eine Lehmskulptur, wild wachsende Schneeglöckchen und Tausende von Frosch- oder Kröteneiern mussten selbstverständlich auf Wunsch der jungen Naturforscher fotografiert werden. Das oberste Gebot der Hortis: „Ein Horti schmeißt keinen Müll in den Wald - sondern befreit den Wald bestenfalls vom Müll anderer!“ So betätigten sich Groß und Klein als „Wald-Entrümpler“; sammelten riesige Mengen an leeren Sekt- und Bierflaschen, Zigarettenschachteln, Plastikverpackungen und sogar Sperrmüll. Dabei staunten sie gleichermaßen fasziniert als auch schockiert, was ihre älteren Mitmenschen alles in den Wald werfen. Die Waldtage werden immer wieder von den Hortis für das jeweilige Ferienprogramm gewünscht - und das ist eine gute Voraussetzung dazu, die Natur schätzen, respektieren und lieben zu lernen bzw. bereit dazu zu werden, Verantwortung gegenüber der Natur zu tragen. Unter dem Motto, die Natur zu schützen, gehen die Hortis mit gutem Beispiel voran.
Viele suchten auch die luftigen Höhen der Bäume auf.
