Projektarbeit der Vorschulkinder der Kindertagesstätte Chateau Renault Mülheim-Kärlich
„Wir bestimmen mit - wie in echt!“: Starke Kinder durch Partizipation
Mülheim-Kärlich. Eigene Interessen einbringen, Vor- und Nachteile abwägen, einen Konsens finden, Abstimmen und am Ende eine Entscheidung treffen. Die 26 Vorschulkinder der Maulwurfgruppe der städtischen Kindertagesstätte Chateau Renault in Mülheim erlebten zum Ende ihrer Kindergartenzeit, wie spannend und hilfreich Mitbestimmung für unser Zusammenleben ist, und wie durch sie das Selbstbewusstsein gestärkt wird. Pädagogisches Ziel der insgesamt vier Wochen dauernden Projektarbeit war es, die Kinder mit Lebenssituationen zu konfrontieren, in denen sie kognitive, soziale, motorische und emotionale Kompetenzen erwerben und dadurch nachhaltige Lern-Erfahrungen für ihre ganzheitliche Entwicklung sammeln konnten.
Die Themen waren vielfältig
Los ging es damit, dass die Kinder selbst die Themen festlegen sollten, mit denen sie sich während der Projektarbeit befassen wollten. Den Rahmen dazu bot eine Kinderkonferenz. Notwendige Verhaltensregeln wurden besprochen und gemeinsam aufgestellt. Jeder, der was sagen wollte, hatte sich zu melden, die anderen hörten aufmerksam zu, jeder durfte ausreden, jede Meinung wurde ernst genommen. Die Spanne der Themen, die vorgeschlagen wurden, war riesig. In geheimer Wahl, mithilfe eines Wahlzettels und mit eigens von den Kindern gemalten Symbolen zu den einzelnen Themengebieten, wurde abgestimmt und es setzten sich dann vier sehr „greifbare“ Themen durch: „Tiere“, „Blumen/Pflanzen“, „Sport“ und „Experimentieren“. Jetzt ging es darum, die vier Themen eine Woche lang mit Leben zu füllen. Die Projektmitglieder waren nun gefragt, die Projekte im Detail auszuplanen. In der gesamten Phase begleiteten die Erzieherinnen aktiv die Entwicklung notwendiger Partizipationsfähigkeiten. So unterstützen sie zum Beispiel die Kinder bei der Entwicklung der Gesprächs- und Streitkultur.
Die Kinder der Projektgruppe „Tiere“ entschieden sich, als „Unterwasserforscher“ dem Thema auf den Grund zu gehen. Die Beschäftigung mit Unterwassertieren sollte dabei im Mittelpunkt stehen. Unter anderem dadurch, dass die „Unterwasserforscher“ sich ein eigenes Aquarium mit Fischen bastelten, das Bilderbuch vom Regenbogenfisch betrachteten, Amerikaner backten und sie als Fische verzierten.
Bei der Projektgruppe „Blumen und Pflanzen“ beschlossen die fünf Kinder, sich dem Wachstum von Samen und Gemüse zu widmen. Sie säten Kresse und Blumensamen in zuvor bemalte Tontöpfe und legten Hochbeete an. Am Waldtag wurden Blumen gesammelt, danach bestimmt und gepresst.
Sechs Jungs und ein Mädchen legten sich auf eine Sport-Projektgruppe fest. Sie wollten unterschiedliche Sportarten wie Basketball und Tischtennis einmal näher kennenlernen. Beim Fußball l gaben die im Verein spielenden Jungen ihr Können und Regelwissen weiter, einen Fahrradparcours mit Rampen, Pylonen und weiteren Hindernissen bauten die Kinder selbst auf und drehten darauf unzählige Runden mit ihren Fahrrädern. Ein Ausflug zum Abenteuerspielplatz auf der Festung Ehrenbreitstein bildete den Abschluss der Projekte „Pflanzen und Sport“.
Die sechs Kinder der „Experimentier-Gruppe“ wollten erfahren, wie ein Stromkreis gebaut wird oder ob es gelingt, aus einem mit Wasserflaschen gebauten Hochhaus Wasser durch die Flaschen fließen zu lassen. Außerdem bauten sie aus Brausetabletten „Raketen“ und beobachteten deren Reaktion.
In Zukunft sollen und wollen alle Kinder mitbestimmen
Am Ende der einwöchigen Projektarbeit waren sich die Kinder einig: Partizipation taugt nicht nur für die Erwachsenen. Sie kann auch fair und auf Grundlage von Kompromissen die Welt der Morgenkreise, Rollenspiele und Legosteine regeln. Nicht immer der Lauteste und Stärkste muss bestimmen, wo es lang geht. Künftig sollen und wollen alle mitbestimmen.
Es gab so viel Spannendes zu entdecken.
