Rheinlandmeisterschaften im Tischtennis ausgetragen
Yannick Schneider und Annika Feltens setzen sich die Krone auf
Mülheims Defensivstrategin gewinnt auch das Double
Mülheim-Kärlich. König und Königin, ein kalterwischter Favorit, unbändiger Kampfgeist und ein dicker Klumpfuß - bei den Titelkämpfen der Elite des Tischtennis-Verbandes Rheinland in Mülheim-Kärlich gab es nicht, was es nicht gab. Spektakuläre Spiele auf durchweg hohem Niveau und überglückliche Sieger inklusive.
Eine faustdicke Überraschung gelang in der Herren-A-Konkurrenz Yannick Schneider vom Oberligisten TuS Weitefeld-Langenbach. In einem packenden Finale bezwang der Titelverteidiger den haushohen Favoriten Frederick Jost aus dem Drittligateam des TTC Zugbrücke Grenzau mit 4:2-Sätzen und konnte am Ende sein Glück zunächst gar nicht fassen.
„In den ersten beiden Sätzen hatte ich keine Chance“, sagte Schneider, „doch dann habe ich herausgefunden, wie ich ihn schlagen kann.“ Satz für Satz kämpfte sich der Vorjahressieger zum Sieg, hatte das nötige Fortune und schließlich bei 3:2-Satzführung und 10:8 seinen ersten Matchball. Und der saß. „Ich bin sehr glücklich. So einen Mann zu schlagen, das ist schon was“, jubelte der 25-Jährige, der nach dem letzten Ballwechsel minutenlang die Arme in die Luft reckte, seine Freude herausbrüllte und immer wieder die Faust ballte. „Unglaublich, dass mir das gelungen ist“, rang Schneider nach Worten.
Der gestürzte Favorit, der schon im ersten Turniereinzel gegen Dirk Petzold (TTG Daun-Gerolstein) eiskalt erwischt wurde und 0:3 unterlag, erwies sich als fairer Verlierer.
„Nur mein Turnierstart war schlecht. Im Finale lief es zunächst gut, doch Yannick hat überragend gespielt und war einfach besser“, räumte Jost ein. Gemeinsame Dritte der A-Klasse wurden Maikel Sauer (TTC Zugbrücke Grenzau) und Nico Strasser (TuS Weitefeld-Langenbach). Letzterer hatte sich mit einem dick geschwollenen Fuß ins Halbfinale gekämpft, nachdem der 18-Jährige im ersten Gruppenspiel - aus „Versehen“ - gegen den Tisch getreten hat.
Den Doppeltitel holten sich souverän Jost/Sauer vor dem bärenstarken Duo Christian Güll/Mattes Häussler vom TTC Wirges. Bronze ging an Strasser/Ingo Hansens (Weitefeld/Weißenthurm-Kettig) sowie unerwartet an Frederick Hoffmann und Kai Otterbach (SG Mühlbachtal/SF Nistertal). Wofür sich vor allem Altmeister Otterbach feiern ließ: „Das musste sein. So oft passiert mir das ja nicht mehr.“
Gegen die Titelverteidigerin durchgesetzt
Rheinlandmeisterin bei den Damen-A wurde die Topfavoritin Annika Feltens. Das Defensivass des TTC Mülheim-Urmitz/Bhf. setzte sich im Finale gegen Titelverteidigerin Alexandra Schumacher (ASG Altenkirchen) durch und war einfach nur glücklich. „Ich bin sehr froh, dass ich gewonnen habe. Als Favoritin war ich schon sehr angespannt, habe aber auch sehr konzentriert gespielt“, freute sich Feltens. Nicht minder freute sich die entthronte Altenkirchenerin: „Platz zwei ist vielmehr, als ich erwartet hätte. Die jungen Spielerinnen haben alle einen riesigen Sprung gemacht, sodass ich sehr zufrieden bin, es wieder ins Finale geschafft zu haben“, sagte Schumacher. Jeweils Dritte wurden Katharina Schlangen (ASG Altenkirchen) und Sonja Lauf (TTC Mülheim-Urmitz/Bhf.). Feltens wiederum setzte im Doppel noch einen drauf und gewann auch dort den Titel an der Seite der A-Schülerin und Vereinskollegin Johanna Pfefferkorn. Hochzufrieden war auch TTVR-Präsident Heinz-Alfred Fuchs: „Ich bin vor allem von dem immens hohen Niveau sehr begeistert. Auch das Ambiente am Standort Mülheim-Kärlich ist superklasse.“
