Fußballkreis Koblenz in der Saison 2013/14
Zwei Spielabbrüche in drei Tagen
Fußballkreis Koblenz kämpft mit zunehmender Gewalt auf den Spielfeldern
Koblenz.„Fair Play“ Problem im Raum Koblenz? Zugegeben, die Anfangszeile ist ein wenig provokant, aber wenn innerhalb von zehn Tagen vier Begegnungen der unteren Ligen vorzeitig beendet werden, dann müssen sich die Aktiven, Trainer und wohl auch Funktionäre rund um die Koblenzer Sportfelder schon Gedanken machen, wie sie die aufkeimende Gewalt, denn überall waren Überreaktionen von Spielern der Auslöser, wieder in den Griff bekommen.
Eines sei vorweg bemerkt. Die meisten Aktiven sehen ihr sportliches Engagement so, wie es auch sein sollte. Als Fitnessprogramm gepaart mit ein wenig sportlichem Ehrgeiz und einer geselligen Note. Aber leider gibt es immer wieder einige wenige Hitzköpfe, die dann bei brenzligen Situationen ausrasten und somit den sportlichen Ruf einer ganzen Mannschaft runterziehen. Schien die C-Klassenpartie des SV Niederwerth gegen Anadolu Spor Koblenz am 13. Oktober zunächst noch ein Einzelfall, so folgten eine Woche später gleich zwei D-Klassen Begegnungen, die vorzeitig abgepfiffen werden mussten.
Und dies setzte sich nun auch bei einem A-Jugend-Spiel um den Kreispokal fort, wo sich die SG Mülhofen/Sayn und die zweite Garnitur der Mülheimer A-Jugend gegenüberstanden. Die Gäste führten mit 2:1 und alles deutete auf einen Erfolg der Rheinlandligareserve hin. Der Knackpunkt geschah dann sechs Minuten vor dem Ende. Nach einem Foulspiel eines Gästespielers, welches auch von Schiedsrichter Florian Heyer gepfiffen wurde, revanchierte sich der Gefoulte selbst noch mit einem Faustschlag, was natürlich eine Rote Karte zur Folge hatte.
Die Akteure der Gastgeber attackierten den Schiedsrichter daraufhin dermaßen, dass ein weiterer Platzverweis, diesmal per Ampelkarte, gegen die Hausherren ausgesprochen wurde. Da auch diese Aktion die Gemüter nicht beruhigte und die Anfeindungen gegen den Schiedsrichter nicht eingestellt wurden, beendete er kurzerhand das Spiel. Der Mülheimer Sportverein ist in dieser Sache bereits ein gebranntes Kind. Bereits wenige Tage zuvor wurde das Spiel der D-Klassen Elf beim Stand von 4:1 für die SG 2000 acht Minuten früher beendet. Auch hier war ein Platzverweis der Auslöser. Diesem folgten Wortgefechte und eine Kopfnuss eines Cosmos Spieler und daraufhin auch der Abbruch der Partie. Cosmos Koblenz zog daraufhin die Konsequenzen, entschuldigte sich bei den Beteiligten und meldete daraufhin seine zweite Mannschaft kurzerhand ab.
Am selben Spieltag folgte in der gleichen Liga ein weiterer Spielabbruch. In Neuendorf eskalierte innerhalb von sechs Minuten die Situation. Metternich hatte in der 64.Minute nach einem 0:2-Rückstand ausgeglichen. Es folgten - innerhalb von fünf Minuten - vier Verwarnungen und zwei Feldverweise für die Hausherren und am Ende ein Spielabbruch. Nach dem letzten Platzverweis griffen Spieler und Zuschauer den Schiedsrichter an, woraufhin dieser die Partie beendete und sich in die Kabine der Germanen flüchtete. Vor allem bedenklich aus Neuendorfer Sicht, da einige der Aktiven noch „auf Bewährung“ spielen dürfen. Und mit dieser Begegnung wird sich wohl nicht nur die Sportgerichtsbarkeit befassen, da auch noch fünf Einsatzfahrzeuge der Polizei eintrafen, die letztendlich für Ruhe sorgten. Am Ende wurden hier fünf Spielerpässe der Gastgeber und Täter von der Verbandsspruchkammer mittlerweile mit langfristigen Sperren belegt wurden.
Wie jetzt die Verantwortlichen, vor allem im Kreisvorstand, sich dieser Problematik stellen, ist noch nicht bekannt. Zumindest in den Vereinen rührt sich etwas. So wird unter anderem im Internet auf einer Facebook Plattform versucht einen regelmäßigen Kreisklassen-Stammtisch mit Trainern, Mannschaftsführern, Schiedsrichtern und auch Vertretern des Kreisvorstandes ins Leben zu rufen, um sich bei Problemen austauschen zu können, um so weitere Eskalation zu vermeiden.
